Chronicle | Bombenjahre | Ep 3

Der Prozess & das Paket

Der 1. Mailänder Prozess, das Verteidigungsstrategie, das Urteil, der Tod von Luis Amplatz und Sepp Kerschbaumer. Der dritte und letzter Teil der Erinnerungen von Josef Fontana
1. Mailänder Prozess
Foto: Archiv Franceschini
  • Noch vor der Feuernacht, am 20. Mai 1961 wird Josef Fontana verhaftet. Fast acht Jahre später, am 20. Februar 1969 wird der Neumarkter Attentäter aus der Haft entlassen. Dazwischen liegt der erste große Südtirol-Prozess in Mailand.  Vom Dezember 1963 bis Juli 1964 sitzen 84 BAS-Mitglieder am Landesgericht Mailand auf der Anklagebank.

    Fontana spricht über die Belastung für die Häftlinge, die Ausgeglichenheit des Vorsitzenden Richters Gustavo Simonetti, den Auftritt der SVP-Politiker im Zeugenstand und den Nachhilfe-Unterricht in Sachen Südtirol für die italienische Öffentlichkeit. Auch die Frage der Verteidigungsstrategie wird angesprochen. „Das Urteil hat mich nicht überrascht“, sagt er dreißig Jahre später.

     

  • Josef Fontana (rechts) im Mailänder Gerichtssaal: „Das Urteil hat mich nicht überrascht". Foto: Archiv Franceschni
  • Im Herbst 1964 sterben zwei der führenden Köpfe des Befreiung Ausschuss Südtirol. Anfang September wird Luis Amplatz auf einer Psairer Alm vom Polizeikonfidenten Christian Kerbler erschossen. Drei Monate später bricht Sepp Kerschbaumer im Gefängnis von Verona zusammen und verstirbt an einen Infarkt.

    Sieben Monate nach der Haftentlassung von Josef Fontana nimmt die SVP-Landesversammlung das Paket mit knapper Mehrheit an. Der ehemalige Attentäter, der damals mit deser politschen Lösung ungeücklich war, hat seine Meinung inzwischen grundlegend geändert.

    Nachtrag:

    Wegen der Landtagswahlen entfällt am Montag, den 23.Oktober dieser Podcast. Weiter geht es eine Woche später mit der Grande Dame der österreichischen Südtirol-Politik: Viktoria Stadelmayer.