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Ein Preis, viele Dimensionen

Am Samstag erhielt die Südtirolerin Selma Mahlknecht für ihren Essay „Berg&Breakfast“ den Rigoni-Stern-Preis in Venedig: „Eine Reflexion über ökologische Nachhaltigkeit“
SM
Foto: Raetia

Selma Mahlknechts Essay „Berg and Breakfast. Ein Panorama der touristischen Sehnsüchte und Ernüchterungen“ zeigt die Widersprüche des alpinen Tourismus auf. Zu viele wollen in die Berge zum Urlaub machen, doch andererseits leben viele Berggebiete eben gerade davon. Die Südtirolerin belichtet das Thema in ihrem Essay so gut, dass ihr am vergangenen Samstag (18. September) der Rigoni-Stern-Preis in Venedig zugesprochen wurde.
Den Hauptpreis erhielt Irene Borgna mit ihrem Buch Cieli neri. Come l'inquinamento luminoso ci sta rubando la notte. Die in der Schweiz lebende Südtirolerin Mahlknecht zählt mit ihrem Essay zu den drei weiteren PreisträgerInnen. 
 

 

Mein Buch unter den vier Preisträgern des Premio Mario Rigoni Stern zu sehen, ist für mich eine besondere Auszeichnung– Selma Mahlknecht. 


„Mein Buch unter den vier Preisträgern des Premio Mario Rigoni Stern zu sehen, ist für mich eine besondere Auszeichnung,“ freut sich Selma Mahlknecht. „Mario Rigoni Stern war ein sensibler und kritischer Beobachter der Entwicklungen im alpinen Raum, und in dieser Hinsicht steht jedes der vier nominierten Bücher in seiner Gefolgschaft. Alle thematisieren die Verletzlichkeit und Gefährdung der Bergregion und die entscheidende Rolle, die wir als Bewohner und Besucher darin spielen. Das Thema Tourismus, das mein Buch behandelt, widmet sich besonders der Verschränkung von Ökologie und Ökonomie, ein Thema, das zu den großen Herausforderungen der Zukunft gehört, wie auch die hervorragende Platzierung beim Premio Mario Rigoni Stern unterstreicht“, so Mahlknecht.

 

 

Die Autorin liefere „interessante Perspektiven auf die vielen Dimensionen des Bergtourismus“, und sie leite den Blick „in intelligenter Weise und gut dokumentiert“ auf die „stereotypen Bilder“, die wir von den Bergen haben. 
[Jury]

 

Die Jury begründete die Auszeichnung für das Buch von Mahlknecht folgendermaßen: „Das Buch ist eine Reflexion über ökologische Nachhaltigkeit, in der Hoffnung, dass das Bewusstsein für den Wert der Umwelt wächst und dass wir beginnen, über alternative Tourismus- und Lebensmodelle nachzudenken“. Die Autorin liefere „interessante Perspektiven auf die vielen Dimensionen des Bergtourismus“, und sie leite den Blick „in intelligenter Weise und gut dokumentiert“ auf die „stereotypen Bilder“, die wir von den Bergen haben, und auf die unterschiedlichen Motive, die zum Reisen in die Berge anregen. Die Berge seien ein knappes Gut, so sagte es Mario Rigoni Stern einmal, „von dem man die Zinsen einnehmen, aber nicht das Kapital aufbrauchen“ sollte. 
 

Die Autorin 

Selma Mahlknecht lebt im Engadin (CH), ist Schriftstellerin, Dramatikerin und Regisseurin. Viele Jahre lang unterrichtete sie am Gymnasium. Heute leitet sie Fortbildungen zu Medienthemen, Schreibwerkstätten oder Theater-Workshops. Auf ihren YouTube Kanal, der den Namen „Selmas Poesiealbum“ trägt, erklärt sie Gedichte, stellt Bücher vor und spricht über Literatur. Zwischendurch wird die Südtirolerin zu Vorträgen eingeladen, um z.B. über das Thema Tourismus zu diskutieren. „Berg&Breakfast“ ist ihre letzte Essay-Erscheinung (2021).