Arts | Salto Weekend

Andreas Rier

Neue Arbeit auf Artstore: “DE FORM” des Designers Andreas Rier. Sind Sie interessiert? Kontaktieren Sie uns, um das Kunstwerk zu erwerben!
Alexander Rier - Verkauft
Foto: Salto Artstore

insalata-mista studio im Gespräch mit dem Designer Andreas Rier

Artstore: Erzähl uns über die Zeit und den Ort, wo dieses Objekt geschaffen wurde.

Andreas Rier: Ich lebe, studiere und arbeite zurzeit in Halle an der Saale, wo die Idee für diese Glasobjekte aufbauend auf ein Semesterprojekt entstand. Seit dem Herbst 2020 hatte ich die Möglichkeit mich intensiver mit dem Material Glas und den traditionellen Techniken der Glasverarbeitung auseinanderzusetzen.
Mit den in Halle gefertigten Holzformen ging es dann eine Autostunde entfernt Richtung Harzgebirge, in die Glasmanufaktur Harzkristall, wo ich meinen Entwurf in Glas umsetzen konnte.
Mein Ziel war es, mich mit der traditionellen Fertigungstechniken zu beschäftigen und diese mit moderner Formsprache zu vereinen.  

 

Wie würdest du den kreativen Prozess, der diesem Objekt zugrunde liegt, beschreiben? Beginnt alles mit einer Idee, die du im Kopf hast und die sich dann in Form einer Arbeit materialisiert oder entsteht der Inhalt beim Arbeiten?

Eine Mischung aus beidem. Die Grundidee entsteht im Kopf, aber die genaue Ausarbeitung und die endgültigen Maße, Proportionen und die Oberflächenstruktur entsteht in vielen verschiedenen Schritten in der Werkstatt.
Erste Entwürfe entstehen auf Papier und am Computer. Um das Volumen genau zu bestimmen und die Verhältnisse einschätzen zu können, arbeite ich an der Gipsdrehscheibe. Sobald ich mich für ein Volumenmodell entschieden habe, wird der Entwurf in eine Holzform umgesetzt. Der Formenbau aus noch grünem, massivem Buchenholz wird mittels Modelldrehbank oder CNC Fräse gefertigt. Letzte Details werden in Zusammenarbeit mit dem Glasmacher vor Ort in der Glashütte individuell angepasst. Die Idee entstand zwar zu Beginn im Kopf, das Endergebnis ist aber das Resultat eines Prozesses, welcher aus vielen verschiedenen Arbeitsschritten und Techniken besteht. 

 

 

Glas wird bei sehr hohen Temperaturen, in schneller Geschwindigkeit verarbeitet und die Ergebnisse sind stark vom Glasblaeser selbst geprägt. Wie stark beeinflusst der Prozess des Experimentierens, mit so einem aufwändigen Material, die ursprüngliche Idee?

Allgemein ist meine Arbeit und speziell auch DE FORM vom Prozess abhängig. Die Idee entsteht beim Experimentieren. Die Ergebnisse sind stark vom handwerklichen Können des Glasmachers, der Kommunikation und Zusammenarbeit abhängig. Durch das eigene Assistieren am Glasofen, was erforderlich ist, da die meisten Objekte bei der Produktion zwei Personen benötigen, wurde ich mir der Komplexität des Materials Glas bewusst.
Wenn man Glas traditionell handwerklich bearbeitet, wird man nie alles steuern können, egal wie gut die Kommunikation zwischen Assistenten/Designer und Glasmacher funktioniert. Auch wenn die Zusammenarbeit stimmt, setzt das Glas die Grenzen und nicht der Glasmacher.
Das Endprodukt der Arbeit ist zwar in dem Material Glas festgehalten, aber Holz war das Material, welches meinen Gestaltungsprozess im Wesentlichen dominierte. Holz wurde mein Werkzeug, meine Formgebung, mein roter Faden, welcher sich durch mein gesamtes Experiment durchzog. In Glas wurde es dann festgehalten und weiterentwickelt.
Durch mehrere Besuche in der Glashütte, konnte ich auf die Ergebnisse reagieren und somit den Formenbau anpassen.  
Nach ersten Tests habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, neben den traditionellen Techniken noch freier mit unterschiedlichsten Holzoberflächen, Techniken, Holzarten und Holzqualitäten zu experimentieren.
Neben dem präsentierten Trinkset sind noch viele sehr unterschiedliche Objekte entstanden. Ich habe hauptsächlich in Klarglas gearbeitet und jedes Stück ist ein Unikat. Durch viele verschiedene Formtypen und Techniken wurde jeder Glasgegenstand einzigartig.  

 

 

Andreas Rier

DE FORM
Material:

Glas (012 RW amethyst rötlich)
Maße:
Karaffe

25 cm Höhe gesamt
12 cm Breite (Durchmesser) Körper 
6 cm Breite (Durchmesser) Hals

Glas
10 cm Höhe 
7,5 cm Breit (Durchmesser)

250€

Set (Karaffe und zwei Gläser)
(exkl. Steuern und Transport)

 

Andreas Rier 25 Jahre (*03.08.1995, Bozen)
Kastelruth aufgewachsen
Kunstgymnasium W.v.d.V. Bozen parallel Stanglerhof
2014/15 – 9 Monate in Südamerika Backpacking
2015/ 16/17 Kochlehre Adler Mountain Lodge (*****), Kaiserkrone (BZ Claudio Melis) und Stanglerhof (bereits seit ich 16 Jahre alt bin)
2017/2021 Halle Burg Giebichenstein
2019/20 Othmar Prenner
2020 IMMA Stanglerhof
2020/21 Glas

Schon während meiner Schulzeit verliebte ich mich in den Ton. Neben der Schule konnte ich mich bei einer Keramikerin in Bozen,in ihrem Atelier weiterbilden. Nachdem ich das Kunstgymnasium abgeschlossen hatte, erlernte ich das Handwerk des Koches in verschiedenen Restaurants und bereiste Südamerika.
Aber auch wenn Kochen etwas sehr Kreatives sein kann, fehlte mir immer der gestalterische, schaffende und vor allem überdauernde Bereich. Also entschloss ich mich meine Arbeit zu kündigen und an einer Designuniversität zu bewerben. Schließlich wurde es dann die „Kunsthochschule Burg Giebichenstein“ in Halle an der Saale, da mich die verschiedenen Spezialisierungen, die Geschichte der Universität und die sehr kleinen Fachrichtungen ansprachen.
Im Sommer schließe ich meinen BA im Produktdesign, Keramik- und Glasdesign ab. Neben den zwei definierten Materialien arbeite und befasse ich mich sehr viel mit Holz. Parallel zum Studium arbeitete ich weiterhin als Koch und seit 2019 assistiere ich während meinen Aufenthalten in Südtirol Othmar Prenner. Den Frühling 2020 verbrachte ich in Völs am Schlern und gestaltete den Ausbau von IMMA, einen mobilen Hofladen am Stanglerhof in St. Konstantin. Regionalität und Eigenproduktion sollten sich nicht nur in den Produkten, sondern auch in den Materialien und der Umsetzung der Räumlichkeiten wiederspiegeln. IMMA ist ein Laden der von und für Menschen vor Ort, mit lokalen Materialien, gebaut wurde.⁠
Seit Oktober 2020 bin ich wieder in Halle und arbeite mit dem traditionellen Handwerk des Glasblasens. In den letzten Monaten experimentierte ich mit unterschiedlichen Formen, Oberflächenbearbeitungen und Techniken. Dabei entwarf ich verschiedenste Wasserkaraffen, Trinkgläser und Gefäße.