Environment | Mobilität

Dolomiten für alle

Nach vielen Worten schreitet man nun zur Tat: Die Arbeitsgruppe, die ein nachhaltiges Mobilitätskonzept für die Dolomitenpässe ausarbeiten soll, ist eingesetzt.
Sella
Foto: walldevil.com

Mittlerweile ist auf den Dolomitenpässen Ruhe eingekehrt. Vielerorts liegt bereits Schnee und von dem Rummel der wärmeren Monate ist nichts mehr zu sehen – und zu hören. Um die 25.000 Fahrzeuge zählte die EURAC zwischen 5. und 31. August dieses Jahres allein auf den Pässen rund um den Sellastock. Ein nachhaltiger Zugang zum Weltnaturerbe Dolomiten sieht anders aus, darüber ist man sich dies- und jenseits der Bleichen Berge einig. Aus diesem Grund wurden seit Jahresbeginn eifrig die Köpfe zusammen gesteckt – geht es doch immerhin darum, die Interessen von Anrainern, Wirtschaftstreibenden, Urlaubsgästen und nicht zuletzt der Umwelt zusammen zu führen. Am Tisch saßen Vertreter der Autonomen Provinzen Bozen und Trient, der Gemeinden Wolkenstein, Canazei, Fassa  sowie der Tourismusverbände Gröden und Alta Badia. Erklärtes Ziel der länder- und gemeindenübergreifenden Arbeiten: ein Mobilitätskonzept, mit dem alle leben können.
Nach mehreren öffentlichkeitswirksam inszenierten Auftritten – wie etwa jener am 10. September am Sellajoch –, geht man nun von den Worten zu den Taten über. Am heutigen 30. November haben die zuständigen Südtiroler und Trentiner Landesräte mit den betroffenen Gemeinden und Tourismusverbänden eine Vereinbarung unterzeichnet. Bereits am 25. Oktober hatte die Südtiroler Landesregierung das Einvernehmen gutgeheißen, das die Einsetzung einer informellen grenzüberschreitenden Arbeitsgruppe vorsieht. Diese hat nun bis Sommer 2017 Zeit, Maßnahmen auszuarbeiten, um den Zugang zu den Dolomiten-Pässen umweltschonender zu gestalten.

“Es geht in erster Linie nicht um Fahrverbote, sondern um ein umfassendes Management, mit dem Ziel einer integrierten Mobilität.”
(Mauro Gilmozzi, Trentiner Landesrat für Mobilität und Umwelt)

Eine davon steht nach langem Hin und Her inzwischen fix fest. Es sind die so genannten “Green Days”, Tage an denen der private motorisierte Verkehr eingeschränkt wird. Zunächst nur auf dem Sellajoch, das im kommenden Sommer sozusagen als Versuchskaninchen für die restlichen Dolomitenpässe fungiert. Ein “Event”-Kalender soll die Tage festlegen, an denen die Sella-Passstraße Radfahrern, Wanderern und jenen gehören soll, die mit elektrobetriebenen Fahrzeugen unterwegs sind. Auch die Begleitmaßnahmen für die “Green Days” – Kontrolle der Zufahrten, Information und Kommunikation, Verleih emissionsarmer Fahrzeuge – werden von der Arbeitsgruppe festgelegt.
Darüber hinaus wird sie sich darum kümmern, einen gemeinsamen Südtiroler und Trentiner Fahrplan für den öffentlichen lokalen Personenverkehr und die Aufstiegsanlagen des Sellagebietes zu erarbeiten. Ebenso soll sie verschiedene andere Maßnahmen in punkto nachhaltige Mobilität, wie etwa den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, das Nutzen von Elektrofahrzeugen und Fahrrädern aufeinander abstimmen; Vorschläge für den Ausbau von Fahrrad-Halteplätzen und Parkplätzen unterbreiten; und das Monitoring der Verkehrsflüsse auf die Pässe fortsetzen.