Society | Rentenskandal

Südtiroler Frühling?

Die Stimmung zum Rentenskandal und seine Auswirkungen für die Südtiroler Politiklandschaft: Das ist derzeit auch Thema in den Sozialen Medien, es wird spekuliert und prophezeit, aber auch zu sachlichen Diskussionen aufgefordert.

Den "Südtiroler Frühling" ruft der Pusterer Walter Harpf aus - meteorologisch hat er sicherlich recht, nach den 25 Grad vom Sonntag, 16. März, aber ob es zu einem politischen Frühling kommen kann? Nach Theiners Ankündigung, die Partei über seine Obmannschaft entscheiden zu lassen, werden die Rufe nach weiteren persönlichen Konsequenzen lauter. Und die Frage nach dem Auslöser. Wer hat den Rentenskandal öffentlich gemacht?

Einer der Abgeordneten habe sich der Presse anvertraut, weil er sich "geschämt" hatte, schreibt das Onlinemagazin "Buongiorno Südtirol" und befeuert damit die Spekulationslust, die derzeit in den Sozialen wie den traditionellen Medien umgeht. Im Netz kursieren allerlei Theorien, warum die Sache mit den vorausbezahlten Renten gerade jetzt aufgekommen ist und ob es eine von langer Hand vorbereitete Strategie gab.

Laut diversen facebook-Meldungen steckt eine Intrige der Ebner-Dolomiten-Athesia dahinter und auf dieser Seite wird eine kleine Genealogie der Helfer, Profiteure und nützlichen Handlanger erstellt. Darunter neben den offensichtlichen auch etwa Arnold Schuler und Josef Noggler, die auch für neue Landesregierungsämter in Frage kämen. Eine seriöse Basis haben die Meldungen doch: Denn, auch wenn Arno Kompatscher mit einer Regierungsumbildung noch zuwartet und den Parteigremien mit einer Entscheidung über Theiners und Stockers Rücktritt den Vortritt lässt, so ist klar, dass die Situation für viele günstig scheint, alte Rechnungen zu begleichen. Wie eben für die SVP-Wirtschaftsvertreter, die sich seit Theiners Obmannschaft und mit dem Ausscheiden Thomas Widmanns aus der Landesregierung in die Ecke gedrängt sehen. 

Eine andere Gruppe wiederum schreibt: "Ob Pahl, Stocker oder Mair - VERSCHWÖRUNGSTHEORIEN überall: die böse "Ebner-Presse" habe den Skandal erfunden, die mächtige Fränzi-Connection sei Schuld, italienische Geheimdienste, obskure Mächte im Hintergrund - die Illuminati vielleicht??? In Wirklichkeit war dieser Skandal einfach der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat."

Dennoch gibt es in der ganzen Debatte auch Stimmen, die zu Sachlichkeit anregen, wie jene von Markus Lobis auf facebook: "Wir brauchen nicht nur eine Erneuerung in der Politik, sondern wir brauchen sie noch viel mehr in der Gesellschaft. Schließlich kann Politik nicht mehr sein als Ausdruck der gesellschaftlichen Verhältnisse."  

 

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Lupo Cattivo Mon, 03/17/2014 - 21:15

Wer zieht den größten Nutzen daraus?

Wer will nicht nur die SVP,sondern alle beteiligten Parteien aus dem Verkehr ziehen? Ist doch eine berechtigte Frage.

Mon, 03/17/2014 - 21:15 Permalink
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Michael Bockhorni Wed, 03/19/2014 - 12:27

natürlich kann eine gesellschaft, welche (tlw. nach eigenen angaben) jahrzehntelang ohne diskurskultur ausgekommen ist, nicht von heute auf morgen einen kultivierten diskurs pflegen.

Wed, 03/19/2014 - 12:27 Permalink