Politik | Landtag

Gehaltsdeckel für Ärzte angehoben

Der Landtag hat sich dafür ausgesprochen, die 240.000 Euro-Deckelung nach oben zu korrigieren: Um bis zu 20 Prozent sollen die Ärztegehälter künftig erhöht werden können.

Am Ende stand Helmuth Renzler allein auf weiter Flur. Mit 18 Ja-Stimmen genehmigte der Landtag am Donnerstag den Antrag zur Aufstockung der Ärztegehälter. 11 Abgeordnete enthielten sich, 6 votierten dagegen. Eine Stimme, die der Mehrheit fehlte, war jene von SVP-Arbeitnehmerchef Renzler. Er hatte bereits im Vorfeld der Debatte um die Anhebung der Gehaltsgrenze die Maßnahme stark kritisiert. Eingebracht hatte den Antrag Sanitätslandesrätin Martha Stocker, mit der Absicht, die geltende Deckelung von 240.000 Euro um bis zu 20 Prozent nach oben zu korrigieren. Was bedeutet, dass die neue Deckelung künftig bei 288.000 Euro Jahresgehalt für Ärzte liegen wird. “Ich kann den Antrag sicherlich nicht mittragen”, hatte Renzler im Gespräch mit salto.bz verraten. Ein Schreiben an seinen Fraktionssprecher Dieter Steger folgte. Darin bekundete Renzler erneut seine Ablehnung gegenüber der Anhebung des Gehaltslimits und kündigte an, auch künftig abstimmen zu wollen, “wie ich es für richtig halte”.  

Im Vorfeld der Behandlung des Antrags im Rahmen der Debatte um das Haushaltsgesetz war durchgesickert, dass Helmuth Renzler nicht der einzige SVPler war, dem die neue Deckelung Bauchschmerzen bereitet. Doch die restlichen SVP-Landtagsabgeordneten hielten sich schließlich an die Fraktionsdisziplin und stimmten für den Antrag. Kritik kam indes von der Opposition. Freiheitliche, Bürgerunion und Fünf-Sterne-Bewegung verlangten eine eingehendere Prüfung der Materie, während sich Hans Heiss von den Grünen gegen den Antrag aussprach. Er verstehe zwar dessen Zweck, nämlich, die Motivation der Ärzte zu heben. Allerdings sei man beim übrigen Landespersonal knauserig, so Heiss. “Ich sehe den Widerspruch zwischen Gehaltserhöhung bei den Ärzten und Einschränkung bei den Landesbeamten”, antwortete Landesrätin Stocker: “Man muss aber auch sehen, dass in anderen Ländern die Ärztegehälter höher sind.” Mit der Anhebung um bis zu 20 Prozent will sie Ärzte in Zeiten, wo es dringend neues Fachpersonal braucht, von der Abwanderung abhalten und neue Mediziner anlocken. Helmuth Renzler bleibt skeptisch: “Den Ärztemangel bekämpft man damit meiner Meinung nicht.” Abzuwarten bleibt auch, was Rom zur nach oben verschobenen Gehaltsgrenze für die Südtiroler Ärzte sagen wird. Eine Anfechtung kann nicht ausgeschlossen werden.

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Martin Daniel Fr., 18.12.2015 - 09:38

“Man muss aber auch sehen, dass in anderen Ländern die Ärztegehälter höher sind.” Das mag auf teils Krankenhausärzte zutreffen, bei den Hausärzten ist aber anscheinend absolut das Gegenteil der Fall: Nirgendwo verdienen sie so viel wie hierzulande. Warum stellt denn niemand einen Vergleich zu Normalverdienern her, allesamt Vollzeitverdiener mit z.T. einem Zehntel des Bruttolohnes dieser Kategorien?!

Fr., 18.12.2015 - 09:38 Permalink