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Oswald Stimpfl
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Ausflug der Woche

Zur Tschötsch Alm am Puflatsch

Im Nordwesten der Seiseralm erhebt sich der Buckel vom Puflatsch. Ein abwechslungsreicher Weg umrundet in rund zwei Stunden den Berg.
Kolumne von
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Oswald Stimpfl07.09.2019
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Im Nordwesten der Seiseralm erhebt sich der Buckel vom Puflatsch. Im Winter bevölkern Skifahrer den Abhang zur Alm hin, im Sommer ist der Puflatsch ein beliebter Wanderberg, ein abwechslungsreicher Weg umrundet in rund zwei Stunden den Berg. Mehrere Einkehrstationen liegen am Weg, wir planen unsere Wanderung so, dass wir gegen Mittag in der neuen Tschötsch Alm einkehren. 

 

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Die Alm gehörte zum Tschötsch Hof in St. Oswald bei Seis, ein Bauernhof, der bereits im 15. Jh. urkundlich erwähnt wurde und zu welchem schon damals Almwiesen auf der Seiseralm (Compatsch) gehörten. Die alte Almhütte ist 1989 abgebrannt und wurde 1991 wiederaufgebaut, ab 2015 wird die Tschötsch Alm als Berggasthaus geführt. Im Winter liegt sie direkt an der Skipiste, im Sommer am Wanderweg, der den Puflatsch umrundet. Die Hütte im traditionellen Baustil verfügt über eine gemütliche Stube -die 150 Jahre alte Täfelung stammt von einem Pustertaler Bauernhof-, eine geräumige Hüttenbar mit Panoramafenstern, eine große Terrasse, von der sich ein fantastischer Ausblick über die Seiseralm, zu Schlern, Lang- und Plattkofel bietet. Ein junger ehrgeiziger Koch bemüht sich um eine teilweise frisch und frech interpretierte Südtiroler Bauernküche, unter Verwendung vieler Produkte vom Tschötsch-Hof oder Zutaten von Bauern und Produzenten der Umgebung, deren Adressen in der originellen Speisekarte eigens erwähnt werden. Auf der Karte -übrigens auch in Englisch-, findet sich nicht nur die klassische Almkost wie Knödelsuppe oder Schlutzkrapfen, sondern auch Ausgefallenes wie Risotto mit Latschenkiefer und Hirschsalami, Zwiebelessenz mit Artischocken – Hanf – Ravioli oder hausgemachte Schüttelbrotbandnudeln mit Hirschragout, beim Nachtisch gesellt sich zum Apfelstrudel der Apfelschmarrn und der Buchweizenstrudel. Auch die Weinkarte ist speziell, außer einem Querschnitt durch Südtiroler Gustostücke finden wir darauf die Weine vom Tschötsch-hof, in dessen Höhenlagen gedeihen vorzügliche Kerner, Blauburgunder und Zweigelt. Als Gäste finden wir einen bunten Mix aus Einheimischen und internationalen Besuchern, auch viele Radfahrer kehren ein, E-Biker bedienen sich an den Ladestationen, um ihrer Batterien wieder aufzuladen.

Tschötsch Alm, Familie Jaider, Compatsch 70, 39040 Seiser Alm, Tel. 320 0661425, www.tschoetschalm.com

Geöffnet von Anfang Dezember – Ende der Skisaison, meist Ende April. Die Sommersaison geht von Ende Mai bis Allerheiligen, Anfang November

 

Die Wanderung

 

Dank der Umlaufbahn erreichen wir Seiser-Alm in 11 Minuten. Die Hütte liegt ideal für die Mittagsrast auf der Puflatschumrundung. An der Bergstation finden wir schon die Wegweiser, die uns unmissverständlich leiten, wir folgen ihnen bergauf, an den Mega-Hotels und der Bergstation des Euro-Liftes vorbei, rasch entfernen wir uns von diesem stark touristisch erschlossenen Gebiet, das kein „Almfeeling“ aufkommen lässt. Bei einer Wegteilung folgen wir nicht den Schildern zur Tschötsch-Alm, sondern halten uns links und gehen auf dem Weg der Puflatschumrundung (Markierung PU) im Uhrzeigersinn weiter, gehen oberhalb der Dibaita-Hütte weiter, fädeln einen Wald- und Wiesensteig ein und kommen zur Arnika Hütte (Einkehrmöglichkeit). Nach der Arnika Hütte steigt der Weg zum Goller Kreuz (Rastbank) und zu den Felsformationen der Hexenbänke an, das sind eigenartige, stufenförmige Felsformationen, wo sich nach dem Volksglauben die Schlernhexen versammelten. Der flache Puflatsch-Buckel ist gut zur Hälfte umrundet, wenn wir am nördlichsten Punkt, dem Filln- Kreuz, einem wunderbaren Ausichtspunkt, stehen. Steil unten liegt Pufels und vom Grödner Tal winken die Häuser von St. Ulrich herauf. Der Weg geht jetzt südwärts, zur bereits gut sichtbaren Puflatsch-Hütte an der Bergstation des Liftes, hier rechts ab über Wiesen bis zur Tschötsch Alm, unserem Ziel, bis hierher 2 h 15 Minuten. Nach Rast und Einkehr wandern wir zum Ausgangspunkt an der Bergstation zurück, Bequeme über den breiten Weg, Eilige über den steilen Wiesen- und Waldsteig.

Gehzeit: 2 h 45 Minuten, Länge 8,2 km, Hm 320

 

Anfahrt

 

Auf der Landesstraße 24 Blumau 14 km bis Seis, Parkplatz an der Talstation. Bei Anfahrt von Norden, von der SS 12 ab Waidbruck, 9,6 km nach Seis.

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