c_greenstyle_munich_location_isarforum.jpg
© Greenstyle Munich
Advertisement
Advertisement
„Get the Green Look“

Wie geht nachhaltige Mode?

Susanne Barta über faire und nachhaltige Mode und den ersten Pop-up Stand von GREENSTYLE munich auf der diesjährigen Messe Biolife in Bozen.
Advertisement

„Mode sollte Spaß machen. Doch so, wie die Textilbranche heute läuft und wie es uns die Modeindustrie vormacht und vorschreibt, vergeht mir die Freude daran“, sagt Susanne Barta. Damit ist die Publizistin, die sich nicht nur in ihrer eigenen Kolumne auf franzmagazine dem Thema nachhaltige Mode verschrieben hat, nicht allein.

Die Mode- und Textilindustrie ist eine der schmutzigsten Industrien weltweit. Und wer sich schnell mal eben die nächste Billig-Jeans besorgt, verdrängt dabei die 7.000 Liter Wasser, die für deren Produktion verschwendet wurden. Doch in der Modebranche tut sich was. Unmenschliche Arbeitsbedingungen für Textilarbeiterinnen und ein extremer Ressourcenverbrauch, da wollen viele nicht mehr mitmachen.

Jahr für Jahr drängen neue Eco-Brands auf den Markt. Und die Nachfrage steigt. Konsumentinnen und Konsumenten werden kritischer, wollen wissen, aus welchen Materialien und unter welchen Umständen ihre Kleidung hergestellt wurde. Eco, so scheint es, ist das neue „Cool“.

Auch in Südtirol ist das Thema längst angekommen. Elisabeth Tocca betreibt hier schon seit einigen Jahren ihr Eco-Label CORA happywear. Und mit dem Pop-Up-Stand der erfolgreichen Münchner Fashion Fair and Conference GREENSTYLE munich von Mirjam Smend setzt nun auch die Messe Biolife unter dem Motto „Get the Green Look“ in Bozen ein Statement.

Susanne Barta hat das Pilotprojekt begleitet. „Die GREENSTYLE ist Deutschlands erste Endverbrauchermesse mit Festivalcharakter, die mehr Sichtbarkeit für nachhaltige Labels schaffen soll,“ sagt Barta, „dass wir diese nun mit einem Gastauftritt nach Bozen holen konnten ist ein Anfang.

Ein Schritt in Richtung nachhaltigere Mode auch in Südtirol. Denn gerade hier bei uns gibt es ein starkes Bewusstsein für Nachhaltigkeit.“

greenstyle.jpg
Susanne Barta und Mirjam Smend auf der GREENSTYLE Munich | ©Greenstyle Munich

 

Nicht nur Bio-Baumwolle
Nachhaltige Mode ist dabei weit mehr als Bio-Baumwolle, die sich große Modeketten gerne als Greenwashing an die Fahnen schreiben. Geht es nach Mirjam Smend, der Macherin der GREENSTYLE, ist nachhaltige Mode ein Lifestyle, eine Lebenseinstellung. Es geht um ein neues Konsumverhalten und neue Businessmodelle in der Modebranche, um ein ganzheitliches Umdenken. Wie auf der Eco-Fair in München gibt es deshalb auch auf der Biolife in Bozen Workshops und eine Gesprächsrunde zum Thema: „Nachhaltige und faire Mode – Trend oder Lifestyle?“ „Wir wollen vor allen Dingen informieren, zeigen, wie man sich eco-fair und doch stylisch kleiden kann und wie man anders und besser konsumieren kann. Nachhaltige Mode ist auch Slow Fashion. Das heißt, bessere Qualität kaufen, weniger kaufen, länger tragen. Aber auch, die Kleider weitergeben, und richtig entsorgen. 85% unserer Kleidungsstücke landen auf den Müllhalden dieser Erde. Das kann es nicht sein. Faire und nachhaltige Mode ist ja nicht nur ein großes soziales Thema sondern auch ein großes Umweltthema“, so Barta.

c_greenstyle_munich_conference_unendlicher_konsum_-_shopping-alternativen.jpg
Wie auf der Münchner GREENSTYLE wird es auch bei deren Gastauftritt auf der Messe Biolife in Bozen eine Gesprächsrunde zum Thema „Nachhaltige und faire Mode“ geben. | ©Greenstyle Munich

 

„Es braucht eine neue Kostenwahrheit und Wertschätzung“
Die großen Billigketten bringen heute Kleidung zu einem Billigstpreis auf den Markt. Doch wenn ein T-Shirt nur fünf Euro kostet, können wir sicher sein, dass jemand anderes einen hohen Preis dafür bezahlt: meist ist es die Umwelt und unterbezahlte Näherinnen in der Produktion. Bei einem nachhaltig und fair produzierten Kleidungsstück sieht die Bilanz anders aus. „Man muss das in einer größeren Dimension sehen und es geht einher mit einem veränderten Konsumverhalten“, sagt Barta, „In der Produktion eines einzigen T-Shirts stecken viel Arbeit aber auch Ressourcen. Wir müssen die Wertschätzung für unsere Kleidung wiederfinden, so wie es früher war.“

c_greenstyle_munich_partner_hessnatur_002.jpg
„Es geht nicht ums Bekennen oder Belehren, sondern darum, zu zeigen, wie vielseitig nachhaltige Mode sein kann.“ | ©Greenstyle Munich

 

Das 1 x 1 der nachhaltigen Mode oder was jede und jeder tun kann
Jedes 5. Kleidungsstück, sagt die Statistik, wird gekauft und nie getragen. Es endet schließlich als Schrankleiche „Wenn wir damit beginnen alle Sachen zu tragen, die wir schon im Schrank haben, brauchen wir eigentlich für lange Zeit nichts zu kaufen“, sagt Barta, „ich habe für mich was verändert. Ich kaufe bewusster und vor allem Secondhand. Das ist die nachhaltigste Mode überhaupt. Es geht bei diesem Thema aber nicht darum, was vorzuschreiben oder den Spaß an Mode zu vermiesen. Sondern zu zeigen, wie es auch gehen kann. Niemand ist perfekt, doch jede und jeder kann im Kleinen was verändern.“

 

Die Messe Biolife findet vom 21. bis 24. November 2019 in der Messe Bozen statt. Mehr Infos: www.biolife.it/de

Alle Informationen zum Gastauftritt der GREENSTYLE munich @Biolife, den Workshops und Gesprächsrunden unter: www.biolife.it/de/getthegrrenlook.htm

Advertisement
Advertisement

Kommentar schreiben

Advertisement
Advertisement
Advertisement