Politica | Gastkommentar

Schubert für Christl

Ein Klavierabend begleitet Christina Kury in den politischen Ruhestand.
Abschied Christina Kury
Foto: Hubert Gasser

Die Politikerin Kury kennen alle. Vor 30 Jahren im Meraner Gemeinderat von Alexander Langer entdeckt, stieg die Sprachenlehrerin auf zur Frontfrau der Südtiroler Grünen, vertrat diese 15 Jahre lang im Landtag und führte sie anschließend mit Paul Rösch an die Spitze der Gemeinde Meran. Nur in ihrem Freundeskreis bekannt blieb, dass Christl Kury neben ihrem politischen Engagement nie auch ihre Liebe zur Musik vernachlässigte. Zusammen mit ihrem Mann Ivo Carli gehört sie zu den Gründern von „Musik Meran“, ist fleißige Konzertbesucherin und spielt selber patent Klavier. Ihre Vorliebe gehört dabei dem Romantiker Franz Schubert.

 

Der Verein Frauenmuseum Meran veranstaltete Freitag Abend seiner Christl zum Abschied vom politischen Geschäft liebenswürdig sinnfällig einen Schubert-Abend. Im voll besetzten Festsaal der Musikschule Meran spielte der österreichische Pianist Philipp Kronbichler Sonaten von Franz Schubert. Gekommen waren geladene Freundinnen und Freunde aus Kurys politischen wie kulturellen Welten. Nahe zwei Stunden lang nahm der Pianist sein Publikum in den Bann, und dieses dankte ihm mit begeistertem Applaus. Christl Kury, ergriffen von der Musik gleich wie dem Beifall, der auch ihr gehörte, wandte sich abschließend mit Dank- und Lobesworten an Pianist und Gäste – und, neckisch, wie man das von ihr kennt, auch an „Herrn Schubert“ persönlich, ihren Liebling unter den Musikern. Hätte sich die nunmehr Ex-Politikerin nicht von vorn herein „jede Art Rührseligkeiten“ verbeten, der Abend wäre leicht in solche gemündet.