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China

Chinas Wirtschaft wächst trotz COVID

Während weite Teile der Welt mit den wirtschaftlichen Folgen der COVID-Pandemie kämpfen, wächst Chinas Wirtschaft und der Handel erzielt Rekordwerte.
Un contributo della community di Monika Psenner10.05.2021
Ritratto di Monika Psenner
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Chinas Wirtschaft hat sich erstaunlich schnell von der Covid-19-Pandemie erholt. Bereits im zweiten Quartal 2020 wuchs die Wirtschaft wieder und für das Jahr 2020 konnte Chinas Wirtschaft als einzige der großen Volkswirtschaften ein Plus von 2,3% erzielen. Das ist zwar das schwächste Wirtschaftswachstum seit vielen Jahren, aber die Wirtschaft rutschte nicht ins Minus.

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Im ersten Quartal 2021 wuchs Chinas BIP um 18,3%, verglichen mit einem negativen Resultat von -6,8% im 1.Quartal 2020. Laut Prognosen des IMF (Internationaler Währungsfonds), der OECD oder der Weltbank wird die chinesische Wirtschaft 2021 ein Wachstum von etwa 8% erreichen, während für viele andere große Wirtschaftsnationen ein geringeres Wachstum erwartet wird. Eine Ausnahme bildet Indien, für das ein Wachstum von über 12% prognostiziert wird, allerdings wird dieser Wert als Folge der gegenwärtig verheerenden Covid-Situation im Land voraussichtlich nach unten revidiert werden.

Auch Chinas Exporte stiegen im Jahr 2020 um 3,7 %, die Importe gingen mit -1,1% leicht zurück, während die anderen großen Exportländer starke Rückgänge im Außenhandel hinnehmen mussten. Chinas Exporte profitierten durch die Ausfuhr von Produkten für den Gesundheitssektor, wie Masken und Schutzausrüstungen. Laut offiziellen Daten erzielte Chinas Außenhandel im ersten Quartal 2021 ein Rekordwachstum von über 38% bei den Exporten und 19% bei den Importen, allerdings verglichen mit einem niedrigen Niveau im ersten Quartal 2020.

China baut seine Wirtschaftsmacht immer mehr aus

In vielen Bereichen ist China inzwischen weltweit die Nummer eins, im folgenden sind einige  Beispiele aufgezeigt. Schon 2013 hat China die USA als größte Handelsmacht der Welt überholt. China ist der größte Stahlproduzent, sowie der größte Ökostromproduzent der Welt. Mit einem Anteil von über 30% ist China der weltweit größte Kraftfahrzeug-Hersteller und hat mit Abstand das längste Bahn-Hochgeschwindigkeitsnetz der Welt.  Auch im Bausektor ist China Spitzenreiter, fünf chinesische Unternehmen in der Baubranche sind unter den weltweit Top 10. China besitzt bei weitem die größte Fischereiflotte der Welt, seit 2018 verfügt es über die größte Containerflotte der Welt und verweist Deutschland auf Platz zwei. 2020 hat China mit der größten Kriegsflotte die USA überholt. Zudem verfügt die Volksrepublik mit 3,170 Milliarden US-Dollar (Ende 1. Quartal 2021) über die weltweit größten Devisenreserven. Bei den Investitionen in die Forschung liegt China mit 532,8 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020 nur noch knapp hinter den USA weltweit an 2. Stelle.

Der Aufstieg Chinas zur größten Handelsmacht der Welt

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In den 1980er Jahren führte die Reformpolitik unter Staatspräsident Deng Xiaoping zu einer Marktöffnung Chinas und es kam zu einer rasanten wirtschaftlichen Entwicklung. Chinas nominales Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg seit 1980 um das 50-fache, zum Vergleich, das BIP der USA wuchs im selben Zeitraum um das 7-fache. Auch im internationalen Handel erlebte China einen enormen Aufschwung. Die Produktion von Konsumgütern und Textilien, später Smartphones, Laptops und Tablets sowie Produkte aus der chemischen Industrie, Maschinen, Fahrzeugteile und Fahrzeuge führte dazu, dass China die großen Volkswirtschaften Japan, Deutschland, England und Frankreich überholte und im Jahr 2013 zur zweitgrößten Wirtschaftsmacht der Welt nach den USA aufstieg.

Um die Jahrtausendwende betrug Chinas Anteil an den weltweiten Exporten 7%, 2010 waren es bereits 12,9% und 2020 17,9%. Chinas Importe machten im Jahr 2000 6,6% aus, stiegen 2010 auf 12% und erreichten im Jahr 2020 14,8%. In absoluten Zahlen machten Chinas Exporte im Jahr 2020 3,14 Billionen US-Dollar aus, während sich die Importe auf 2,64 Billionen US-Dollar beliefen.

Chinas Handel mit der EU nahm in den vergangenen Jahren stetig zu 

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Chinas Handel mit der EU ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen. Die Importe aus China in die EU machten 2020 383,4 Milliarden aus, das ist ein Anstieg von 56% seit 2010. Die Exporte aus der EU nach China betrugen im Jahr 2020 202,6 Milliarden Euro, was einer Zunahme von 92,7% seit 2010 entspricht. Die Handelsbilanz zwischen der EU und China ist negativ, da die EU weit mehr aus China importiert, als dorthin exportiert.

Während 2020, als Folge der Covid-19-Pandemie, der Handel zwischen der EU und den USA stark zurückgegangen ist, stieg der Handel mit China an. China hat die USA im vergangenen Jahr zum ersten Mal als größten Handelspartner der EU abgelöst. Ein Grund für den Zuwachs im EU-China Handel sind einerseits die schnelle Erholung der chinesischen Wirtschaft von der Covid-19-Pandemie und andererseits die hohen Exporte von Medizin- und Hygieneprodukten in die EU.

Die wichtigsten Produktgruppen von Chinas Exporten in die EU sind Konsum- und Industriegüter, Maschinen und industrielle Anlagen, aber auch Textilien und Schuhe. China importiert aus den EU-Ländern hauptsächlich Maschinen, Flugzeuge, Fahrzeugteile und chemische Produkte.

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Fast 30% der niederländischen Importe aus Nicht-EU Ländern kamen 2020 aus China. Aber auch bei den größten Volkswirtschaften der EU Deutschland Frankreich, Italien und Spanien machten die Importe aus China über 20% aus. Auffallend hohe Importe aus China hatten einige osteuropäische Länder wie Tschechien (41,5%), Polen (31,6%) und Ungarn (30,2%). Den geringsten Anteil an chinesischen Importen wies Irland mit nur 7,2% auf.

Anteilsmäßig machten die Exporte der EU-Länder nach China weit weniger aus, als die Importe. Deutschland steht mit einem Anteil von 16,8% seiner Exporte nach China unangefochten an erster Stelle. Insgesamt gab es neben Deutschland nur 5 Länder, die mehr als 10% ihrer Ausfuhren nach China exportieren. Alle EU- Länder, außer Deutschland, Irland und Finnland, weisen eine negative Handelsbilanz mit China auf.

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Ritratto di Michele De Luca
Michele De Luca 11 Maggio, 2021 - 19:48

Nachdem ich die wirklich gut gemachte, aber auch sehr beunruhigende Reportage von Report über China gesehen habe, Geschäfte mit einem Land zu machen, in dem die einfachsten Regeln der Demokratie, des Journalismus, der Privatsphäre und des Dissenses für die "Staatsräson" mit Füßen getreten werden und in dem die Unterdrückung der Uiguren eigentlich heftige Proteste hervorrufen sollte (wohlgemerkt auch hier in Südtirol, aber man weiß ja ... pecunia non olet), frage ich mich, wie man China immer noch als ein Land ansehen kann, das man als Beispiel für irgendeine wirtschaftliche Entwicklung nehmen kann. Das einzige, was eindeutig ist, sind die besorgniserregenden langfristigen geopolitischen Großambitionen dieses Landes. Damit ist wirklich nicht zu spaßen.

Ritratto di Martin Mayr
Martin Mayr 11 Maggio, 2021 - 20:13

Sehr guter Kommentar Herr De Luca. Sie haben m.M. nach vollkommen recht.

Ritratto di Christian I
Christian I 12 Maggio, 2021 - 09:03

Ganz ihrer Meinung. Report ist eine der sehr wenige Sendungen die noch echtes Journalismus machen: leider interessiert dies aber dem Durchschnittsbürger nicht...

Ritratto di rot tor
rot tor 12 Maggio, 2021 - 09:52

Ich kann dieses einseitige, undifferenzierte Gelaber gegen China und Russland von Leuten wie ihnen nicht mehr hören! Inzwischen ja leider überall. Natürlich handeln die Führer dieser Staaten gegen IHRE Staatsangehörige, skrupellos, schlimm und schlecht, aber die USA tun es skrupellos, schlimm und schlecht für alle NICHT-US-Staatsangehörige. Unerwähnt bleibt immer: alle Kriege der letzten Jahrzehnte wurden von den USA geführt oder initiiert; mit den Drohnen wird willkürlich gemordet; kein Staat gibt nur annähernd soviel wie die USA für Rüstung aus; niemand zählt weltweit mehr Militärstützpunkte; kein anderer Staat hat jemals mit dem fraglichen „Krieg gegen den Terror“ eine so große Glaubensgruppe wie alle Muslime marginalisiert; Julian Assange ist vollkommen zu Unrecht seit Jahren Gefangener des größten Alliierten der USA; nur in Russland findet Edward Snowden seit Jahren Sicherheit vor den USA; das „Lügen für Krieg“ wurde und wird von den USA perfektioniert, von Nicaragua, Kuba, Vietnam, Irak bis hin zur Ukraine; der Deal, nach der Wiedervereinigung Deutschlands, die Nato nicht in den Osten zu erweitern, wurde von den USA als Nato-Führungsmacht gebrochen; über die Geheimarmeen der Nato (=USA) und ihre absolut illegalen Tätigkeiten gerade auch im Italien der 50er und 60er Jahre wissen wir dank Andreotti; über das „Abhören unter Freunden“ wissen wir dank Merkel; mit einem Krieg zwischen Deutschland und Russland würde der US-Führungselite ein ausgesprochener Wunsch in Erfüllung gehen; usw. usw. ...... Denken sie daran, wenn sie das nächste Mal schreiben: „...frage ich mich, wie man China immer noch als ein Land ansehen kann, das man als Beispiel für irgendeine wirtschaftliche Entwicklung nehmen kann. Das einzige, was eindeutig ist, sind die besorgniserregenden langfristigen geopolitischen Großambitionen dieses Landes. Damit ist wirklich nicht zu spaßen.”

Ritratto di Christian I
Christian I 12 Maggio, 2021 - 14:13

Ich lese in De Lucas Aussagen nichts von Russland... und auch keinen Lob an den USA. Und apropos USA bin ich vollkommen ihrer Meinung! Nur geht es in diesem Artikel nur um China.
Meine neue Lebenseinstellung, spätestens seit Corona ist, so wenig Chinesisches Zeug wie möglich, ganz egal, ob ich für ähnliche Produkte mehr ausgeben muss. Leider ist es dann in der Praxis nicht immer einfach, bzw. möglich.

Ritratto di Gianguido Piani
Gianguido Piani 11 Maggio, 2021 - 20:23

Die letzten 30 Jahre galt "Outsourcing" neben Privatisierungen und Liberalisierungen als Grundsatz des Neoliberalismus. Der neue Leitgedanke der Wirtschaftslehre hat uns an China (und die USA) ausgeliefert. Warum selber Computer bauen, wenn sie woanders billiger zu kaufen sind? Warum eine eigene IT-Infrastruktur aufstellen, wenn die netten Jungs von Google ihre Cloud uns kostenlos anbieten? Die Chinesen mögen eine andere Demokratieauffassung als unsere haben, dumm sind sie keinesfalls. Sie kennen unsere Schwächen und können sie ausnutzen. Während wir unsere Schwächen selber nicht kennen, oder nicht zugeben wollen.
Ich habe an einigen Konferenzen teilgenommen, wo Italien und China vertreten waren. Es war eine Qual zu beobachten, wie unvorbereitet unsere Politiker sind, dagegen wie pragmatisch Chinesen, Russen, andere Asiaten agieren.
Wie wäre es, in Europa, Italien, Südtirol dieselben Kriterien für die Auswahl der Politikerklasse einzuführen, wie in China? Kriterium Nr.1: Fachwissen.

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