Politik | Umbau

Höheres Haus

Das Landtagsgebäude soll zwei neue Stockwerke bekommen. 680 Quadratmeter Fläche könnten gewonnen und rund 200.000 Euro an Mietkosten im Jahr eingespart werden.
Landtagsgebäude
Foto: Hannes Prousch

Das Hohe Haus soll höher werden. Wie Bautenlandesrat Massimo Bessone am Dienstag Nachmittag den Landtagsabgeordneten berichtete, liegt ein Projekt vor, um das Landtagsgebäude am Magnagoplatz um zwei Stockwerke zu erweitern. 680 Quadratmeter sollen dadurch an Fläche gewonnen werden. Der Vorschlag der Aufstockung ist im Zuge der notwendigen Arbeiten in Sachen Brandschutz und energetischer Sanierung des Gebäudes aufgekommen. 8,8 Millionen Euro würde das Vorhaben insgesamt kosten. 2,3 Millionen davon würden auf die Erweiterung um zwei Stockwerke entfallen, mit der der Landtag dieselbe Höhe erreichen würde wie die umliegenden Landhäuser.

Landtagspräsident Sepp Noggler präzisierte, dass es sich bei den vorliegenden Plänen um ein Vorprojekt handelt. Durch die Realisierung der Erweiterung um zwei Stockwerke würde der Landtag rund 200.000 Euro im Jahr einsparen, die derzeit an Mietkosten für Räumlichkeiten anfallen – das Verwaltungsamt des Landtages ist in der Bozner Dantestraße angesiedelt – und durch den Umbau nicht mehr benötigt würden.

Landesrat Bessone rechnet mit einer Bauzeit von zwei Jahren, während der es “natürlich Unannehmlichkeiten geben” werde. Wenn 2023 der Landtag neu gewählt wird, könnte der Umbau also bereits vollzogen sein.

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Profil für Benutzer Benjy Kompasser
Benjy Kompasser Mi., 01.07.2020 - 15:00

Vielleicht kann ich ja nicht gut rechnen, aber zumindest stimmen mich die Zahlen nachdenklich. Wer einmal eine Immobilie gekauft hat, der weiß, dass der Unterhalt der Immobilie nicht wenig kostet. Zu den 8,8 Mio. kommen also erhebliche Kosten hinzu, die ein Mieter nicht trägt. Mit den 8,8 Millionen könnte man nach heutigem Stand also rund 44 Jahre lang Miete zahlen. In 44 Jahren werden die Räumlichkeiten ein mehrfaches an Unterhalts- und Umbaukosten verursacht haben. Auch einen Quadratmeter-Preis von 13.000,00 € finde ich richtig großzügig. Man sieht wieder, wenn es um die Bürgerinnen und Bürger geht, dann wird überall gespart. Geht es aber um Politiker, dann wird
geprotzt. Die genannten Einsparungen erschließen sich mir nicht wirklich. Kein Unternehmer könnte es sich leisten, dass seine Angestellten überbezahlt sind, keinerlei Leistungsnachweis erbringen und in Luxusunterkünften logieren, das leisten sich nur die Bürger, denn eigentlich stehen Politiker doch im Dienst des Bürgers, auch wenn man das nicht merkt. Applaus für die Entscheidungsträger, soviel Chuzpe muss man erst mal haben, besonders in sogenannten Krisenzeiten. Aber man sollte nie vergessen: irgendjemand hat immer verdient, auch an der Krise. In diesem Sinne: viel Spaß in den neuen Stockwerken, und vielleicht erinnert sich am Ende der Bauzeit noch jemand an die veranschlagte Summe; ich wage zu prognostizieren, dass am Ende wie üblich eine höhere Summe da steht. Aber die Zeche zahlen ja die Steuerzahler, nicht die Nutznießer. Und die brauchen selbstverständlich Luxus. Politik ist, wenn man trotzdem lacht!
Aber, wie gesagt, vielleicht bin ich einfach nur schlecht im Rechnen ...

Mi., 01.07.2020 - 15:00 Permalink
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Salto User
Manfred Gasser Do., 02.07.2020 - 12:49

Ich bin jetzt ja kein Immobilien- und Baukenner, aber ich denke, mit 8,8 Millionen könnte man den ganzen Komplex auch gleich neu bauen, zumindest in der Privatwirtschaft. Und ich könnte mir sogar vorstellen, dass dann noch was überbleibt.

Do., 02.07.2020 - 12:49 Permalink