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Verbrennungsmotor

Auslaufmodell Verbrennungsmotor?

Laut jüngsten Ankündigungen wollen Frankreich und Großbritannien Neuzulassungen von Autos mit Verbrennungsmotor ab spätestens 2040 verbieten.
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Frankreich und Großbritannien preschen vor

Zwei der größten EU Länder haben beschlossen den Verbrennungsmotor in den nächsten Jahrzehnten zu verbieten. Zunehmende gesundheitsschädliche Luftverschmutzung besonders in Städten und Ballungsräumen, das Pariser Klimaschutzabkommen, die diversen Abgasskandale, sowie verbesserte technische Alternativen zum Verbrennungsmotor haben die Voraussetzungen für diese Entscheidung geschaffen. Solche Maßnahmen wären noch vor wenigen Jahren unvorstellbar gewesen, nun sind sie Realität geworden.

Anfang Juli stellte der französische Umweltminister den Klimaplan der neuen Regierung vor: bis spätestens 2040 will Frankreich den Verkauf von Diesel PKWs und Benzinern verbieten. Ab dann seien nur mehr emissionsfreie Autos zulässig. Das sei eine große Herausforderung für die Autohersteller, aber sie wären in der Lage entsprechende Lösungen anzubieten

Nun folgte auch Großbritannien mit ähnlichen Ankündigungen. Ab 2040 werden Autos mit Verbrennungsmotoren nicht mehr auf britischen Straßen zugelassen, nur mehr Elektroautos sind erlaubt. Grund für diese Entscheidung ist die extrem schlechte Luftqualität, vor allem in den Städten Großbritanniens, sowie die zunehmende Klimaerwärmung infolge der vermehrten CO2 Emissionen. Laut britischem Umweltminister sind die Abgase im Straßenverkehr die größte Umweltbelastung und haben gravierende Auswirkungen auf die Volksgesundheit. 

 

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London gehört weltweit zu den Städten mit der höchsten Luftverschmutzung

 

Was macht Deutschland?

In Deutschland, das in Sachen Energiewende eine  Führungsposition einnimmt, wurde ein zukünftiges Verbot von Verbrennungsmotoren schon seit Längerem diskutiert, jedoch gibt es bis jetzt keine konkrete Entscheidung. Als Folge der Entwicklung in Frankreich und Großbritannien gerät die Politik in Deutschland nun unter Druck. Politiker verschiedener Parteien fordern jetzt klare Zeitvorgaben für Verbrennungsmotoren-Verbote. Laut CDU-Verkehrspolitiker Oliver Wittke dürfe Deutschland, das europäische Automobil-Land schlechthin, nicht hinterherhinken, sondern müsse mit seinen europäischen Partnern zusammenarbeiten. Auch Deutschland müsse den Ausstieg vom Verbrennungsmotor einleiten, wobei der richtige Zeitpunkt für diesen Schritt noch zu klären sei. Vertreter der mächtigen Autoindustrie, Fachleute aus der Wirtschaft, aber auch Politiker warnen jedoch vor einem solchen Schritt, da hundertausende Arbeitsplätze direkt oder indirekt von einem „Aus“ für Benziner und Dieselautos betroffen wären.  Befürworter einer raschen Ausstiegsstrategie vom Verbrennungsmotor führen dagegen an, dass die Zukunft den emissionsfreien Autos gehöre und dass Deutschland auf dem Sektor der Elektroautos aufholen müsse, um nicht ins Hintertreffen zu geraten. Die Frage sei also nicht, ob sich emissionsfreie Autos durchsetzen, sondern wann und wer sie baue.

 

Wie ist die Situation in anderen Ländern?

Norwegen gilt als Elektroauto -Vorreiter und plant, dass bereits ab 2025 alle Neuwagen emissionsfrei sein müssen. Auch diverse andere Länder, wie zum Beispiel die Niederlande und Schweden sind dabei einen Zeitplan für ein Verbot von Verbrennungsmotoren auszuarbeiten.

Japan hat schon seit der Jahrtausendwende strenge Auflagen bezüglich Emissionen von Verbrennungsmotoren. Zudem ist Japan bei der Elektromobiiltät führend und hat die ersten Elektro- Hybriden bereits im Jahre 1995 in Massenproduktion auf den markt gebracht.

Bemerkenswert ist, dass auch das Schwellenland Indien mit einer Bevölkerung von mehr als einer Milliarde plant ab 2030 nur mehr Elektroautos zuzulassen.

Im weltweit größten Automarkt China gibt es zwar noch kein Verbot für Verbrennungsmotoren. Die Regieung versucht jedoch mit diversen Incentives emissionsfreie Autos zu fördern, um der gefährlichen Umweltverschmutzung in China's Städten entgegenzuwirken. So wurden zum Beispiel Quoten für Elektroautos bei Neuzulassungen eingeführt. Als Folge wird der Verkauf von Autos mit Verbrennungsmotor stark eingeschränkt.  In Peking, wo es mehr als 6 Millionen Autos gibt, werden Kennzeichen für Autos mit Verbrennungsmotor nur noch ausgelost. Wer ein Elektroauto kauft, muss an dem Losverfahren nicht teilnehmen.

 

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Peking: Wegen hoher Luftverschmutzung können die  Menschen an manchen Tagen nur mit Atemmasken ins Freie

 

In den USA gibt es noch keine größeren Diskussionen über ein Verbot von Autos mit Vebrennungsmotor und es ist auch nich zu erwarten, dass sich unter der Regierung Trump, die ja aus dem Pariser Klimaabkommen ausgestiegen ist, diesbezüglich bald etwas ändern wird. Allerdings gehen einige US Bundesstaaten, wie das umweltbewusste Kalifornien einen anderen Weg. Dort werden Elektroauto erfolgreich gefördert, zudem plant man auch mittelfristig ein Verbot von Verbrennungsmotoren. 

In Italien gibt es zwar Verbote für Dieselfahrzeige in diversen Städten, aber größere Diskussionen über ein mögliches Aus von Autos mit Verbrennungsmotor stehen noch nicht auf der politischen Agenda. Man sucht derzeit nach Maßnahmen um Elektroautos attraktiver zu machen und die Zahl der Autos in den größeren Städten generell zu verringern.

 

Der Strom für Elektroautos sollte aus erneuerbarer Energie kommen

 

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                                                                                       Elektroautos sollten möglichst mit Ökostrom "betankt" werden

Die Elektromobilität ergibt nur Sinn, wenn zusätzliche Mengen an Strom aus erneuerbarer Energie in das Stromnetz eingespeist werden. Nur so wird eine weitgehend emissionsfreie Energiebilanz für Elektroautos gewährleistet. Der Umstieg auf emissionsfreie Autos und der weitere Ausbau von erneuerbarer Energie zur Stromgewinnung in den kommenden Jahren und Jahrzehnten sollten also parallel geplant und gefördert werden. Das stellt für viele Länder eine große Herausforderung dar, wenngleich schon jetzt einige Länder, wie zum Beispiel Norwegen und Island, ihren Strom fast zu 100% aus erneuerbarer Energie gewinnen. 

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