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AVS-Präsident Georg Simeoni stellt sich gegen die Forderung aus dem HGV nach weiteren Zufahrten zu Schutzhütten und schlägt eine bessere touristische Vermarktung vor.
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“Will man auch in Zukunft die hohen kulinarischen Standards und die Gastfreundschaft auf den Hütten erhalten, so müssen wir von Lieferanten, Handwerkern und auch vom Personal einfacher erreicht werden.” “Wir”, das sind die Schutzhüttenwirte, die Stefan Perathoner als Vorsitzender im HGV vertritt. Als solcher berichtete er Anfang November von einer Mitgliederbefragung, aus der unter anderem hervorgegangen ist: “Es besteht ein dringender Handlungsbedarf bei der Erreichbarkeit der Hütten.”

Auf der Jahresversammlung der HGV-Fachgruppe “Schutzhütten” ergangene Woche wiederholte Perathoner dieses Manko – und meinte: “Eine angemessene Zufahrt würde die Bewirtschaftung um ein Vielfaches erleichtern.” Beim AVS, der selbst 18 Schutzhütten und Biwaks in Südtirol führt, sieht man das anders. “Wir wissen um die Schwierigkeiten bei der Belieferung der Schutzhütten und insbesondere beim Personalmanagement. Aber eine zusätzliche Erschließung der Schutzhütten durch Zufahrten kann und darf nicht die Lösung sein”, meldet sich nun AVS-Präsident Georg Simeoni zu Wort.

Georg Simeoni
“Neue Wege sind eindeutig der falsche Weg”: AVS-Präsident Georg Simeoni warnt vor den Folgen weitere Zufahrten zu Schutzhütten (Foto: AVS)

 

Die weitere Erschließung von Schutzhütten durch Zufahrten sei “eindeutig der falsche Weg” – Simeoni erklärt, warum: “Eine Zufahrtsstraße schraubt die in den vergangenen Jahren gestiegenen Ansprüche auf den Hütten nur noch weiter in die Höhe und erhöht somit den Druck auf die alpine Umwelt. Von Hütten mit Zufahrt wird schon heute ein gewisser Standard bei Verpflegung, Unterkunft und auch im Service erwartet; der Gepäcktransport ist nur ein Faktor, der Transport der Gäste zur Hütte der nächste Schritt. Ganz abgesehen vom landschaftlichen Eingriff, den die Schaffung von Zufahrtswegen im Hochgebirge bedeutet.”

Vielversprechender seien laut Simeoni Materialseilbahnen. Das wiederum sieht man in der HGV-Fachgruppe “Schutzhütten” genauso. Das Problem allerdings: Momentan ist dort kein Werksverkehr möglich. “Derzeit sind EU-weit geltende technische Normen in Ausarbeitung, die die Nutzung der Materialseilbahnen gesetzlich besser regeln sollen”, erklärt Stefan Perathoner. Und Simeoni stimmt ein: “Als AVS setzen wir uns seit Jahren dafür ein, Materialseilbahnen mit Werksverkehr für eingeschränkten Personentransport zu ermöglichen und unterstützen die Erarbeitung einer entsprechenden EU-Norm aktiv.”

Stefan Perathoner
“Bessere Nutzung der Materialseilbahnen”: das fordert auch Stefan Perathoner, Vorsitzender der Fachgruppe “Schutzhütten Südtirol” im HGV (Foto: HGV)

 

Beim Nein zu neuen Zufahrtswegen bleibt Simeoni allerdings – und fordert einen Schulterschluss aller Schutzhüttenbetreiber unter Einbeziehung des Tourismusmarketings: “Die Marke Schutzhütte muss wieder mehr für Einfachheit und Authentizität stehen und diese Marke gilt es zu stärken. Das Ziel kann es nicht sein, die Erwartungen und Standards hinsichtlich Beherbergung und Gastronomie vom Tal auf den Berg zu projizieren. Wenn wir uns gemeinsam gegen diesen Trend stellen, können wir unsere Gäste für das Thema Schutzhütte sensibilisieren und bessere Lösungen für gemeinsame Probleme finden. Denn die Schutzhütte sollte bleiben, was sie ihrer Definition nach ist: eine Hütte, die Bergsteiger verköstigt und beherbergt, und kein Berghotel.”

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Othmar Seehauser

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Kommentare

Bild des Benutzers Erwin Demichiel
Erwin Demichiel 02.12.2019, 22:27

Ich schlage vor, die Berge zu schleifen, dann sind die Hütten gut zu erreichen.

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