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Katalonien
Widersprüche

Widersprüche EU - Katalonien

Warum sich die EU momentan extrem widersprüchlich benimmt:
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Heute 2 x EU-Kommissionspräsident J.C. Juncker gehört.

 

Einmal zum Brexit. Er gibt zu verstehen, dass die EU Großbritannien nicht so einfach ziehen lassen will, bevor nicht alle Zahlungsverpflichtungen beglichen sind. Damit ist er kohärent in allen Äußerungen, die die EU seit Bekanntwerden des Brexit gemacht hat: es ist traurig, es ist schade, man wolle den GB-BürgerInnen nicht die Türe zuschlagen, eine Rückkehr sei jederzeit möglich, es ist ein Schaden für die jahrzehntelange politische und friedensbringende Arbeit in und an der EU, wenn GB jetzt die Gemeinschaft verlässt.

Zusammengefasst: die EU ist nicht erfreut über den Austritt eines ihrer Kernländer und bedauert den Entschluss der Briten.

 

Ein Andermal zu Katalonien: Nach dem Referendum vom 1. Oktober, wo die überwältigende Mehrheit der Katalanen JA zu einer Separation von Spanien gesagt haben und gleichzeitig in allen Vorbereitungen zum Referendum betont haben, DASS KATALONIEN IN DER EU BLEIBEN WOLLE, erklärt man ihnen, dass sie im Falle einer Unabhängigkeitserklärung sofort aus der EU draußen wären. So, als ob es etwas Erstrebenswertes wäre, „untreue“ Gemeinschaften mit sofortigem Mitgliedschaftsentzug zu bestrafen! Die Einheit der Nationalstaaten ist untouchable! (Das Interessante ist das "sofort", wo man für den Austritt Großbritanniens mehrere Jahre an Verhandlungen angesetzt hat!! Katalonien ist innerhalb Spaniens Nettozahler und dürfte es - als eventueller Neustaat der EU - auch bleiben).

 

Die CONTRADICTIO IN SE ist unübersichtlich!
Auf der EINEN Seite bemüht man sich, den EU-Austritt eines Gebietes zu verhindern.
Auf der ANDEREN Seite sagt man, nach diesem Votum bist Du sofort draußen!

 

Was ist nun Sache: Will die EU das momentane Territorium und ihre Einflusssphäre beibehalten oder sogar vergößern, wie das auch durch das Nicht-Abbrechen der Beitrittsverhandlungen mit der Türkei signalisiert wird, oder ist es wichtiger, sich zu verkleinern, in dem man einem EU-Gebiet, das sich lediglich von einem der Nationalstaaten der EU ablösen will und betont, weiterhin in der EU beleiben zu wollen, androht, es sofort als Nichtmitglied mit allen Folgen eines Neubeitrittes behandeln zu wollen?
Und außerdem: Ist die DDR je mit allen nötigen Verhandlungen zur EU beigetreten?

Ich denke, die EU muss sich neu überdenken! Sonst ist sie mit dem 1. Oktober 2017 tatsächlich gestorben!

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Kommentare

Bild des Benutzers Rufer Peter

Ein kleiner Blick nach Schottland: 2014 wurde ein Referendum über die Unabhängigkeit abgehalten. Es war eine unaufgeregte Angelegenheit, wenn man es mit den aktuellen Gegebenheiten in Spanien vergleicht. Die Briten halten die Contenance offenbar besser. Man hat nicht versucht das Referendum zu Unterbinden, obwohl für GB sehr viel auf dem Spiel stand.
Was kam heraus? Es wurde von der Bevölkerung mit 55,3 % Nein-Stimmen abgelehnt.
Ein kurzer Blick auf ein anderer zusammengeschusterter Nationalstaat: Jugoslawien. Was dabei herauskam, möchte in Europa wirklich niemand nochmal erleben.
Also: Welcher Weg ist der spanischen Regierung wohl zu empfehlenswert? Begegnet man am besten den Menschen im eigenen Land mit Respekt und sucht die Einigung oder lässt man zu, dass das ganze Gebilde schlussendlich wirklich auseinanderfliegt mit Bürgerkrieg?

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