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Provinz Bozen / Newplan
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Tourismus

Keine Betten mehr frei

In Hafling sind zwei Hektar Wald neben einem Feuchtgebiet Tourismuszone. Dort ein Hotel zu bauen, sei laut der Bürgermeisterin mit dem Bettenstopp unrealistisch.
Von
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Anna Luther05.08.2022
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Laut Gerüchten könnte in Falzeben, in der Nähe des Skigebiets Meran 2000, ein neues Hotel mit fünf Sternen entstehen. Doch mit dem Bettenstopp ist dieses Vorhaben wohl nicht umzusetzen. Die Bürgermeisterin von Hafling, Sonja Plank (SVP), weiß zudem auch von keinem Interessenten, der ein solches Hotel bauen will.
Das Konzept wurde vor zehn Jahren während dem Boom der Wellness-Hotels erarbeitet und sieht Betriebe vor, die mit drei Sternen starten - Sonja Plank
„Die freie Bettenanzahl reicht nicht aus, um ein Fünf-Sterne-Hotel zu bauen. Denn dafür bräuchte es 80 bis 100 Betten“, erklärt Sonja Plank. Zudem würden freie Betten aus dem Kontingent der Gemeinde eher an bereits bestehende Betriebe vergeben.
 
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Ein Ausschnitt aus dem Bauleitplan von Hafling: Die rosa gekennzeichnete Fläche links beträgt rund 2,5 Hektar und wurde vor Jahren als Tourismuszone ausgewiesen. (Foto: Provinz Bozen / Newplan)
 

2,5 Hektar Wald

 
Laut dem Bauleitplan von Hafling gibt es im sogenannten bestockten Weidegebiet eine ausgewiesene Tourismuszone mit rund 2,5 Hektar im Gemeindeeigentum, auf der noch nichts gebaut wurde. Sie befindet sich neben einem artenreichen Feuchtgebiet, das durch die diesjährige Trockenheit bereits an Wasser verloren hat.
 
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Das Feuchtgebiet im Jahr 2020: Heuer ist weit weniger Wasser dort vorhanden. (Foto: privat)
 
Umweltschützer:innen befürchten, dass es den Belastungen durch eine nahe gelegene, große Baustelle nicht standhalten würde. Feuchtgebiete zählen laut dem Landschaftsplan des Landes zu den geschützten Landschaftsteilen, die zur Biodiversität und zur landschaftlichen Vielfalt sowie zur ökologischen Stabilität oder Durchlässigkeit im Biotopverbund beitragen.
 

Das Tourismusentwicklungskonzept

 
Bürgermeisterin Sonja Plank sieht es als sehr unrealistisch an, dass auf der Waldfläche in naher Zukunft ein Hotelbetrieb entstehen könnte. Grund dafür sei das geltende Tourismusentwicklungskonzept von Hafling: „Das Konzept wurde vor zehn Jahren während dem Boom der Wellness-Hotels erarbeitet und sieht Betriebe vor, die mit drei Sternen starten“, so Plank. Und auch bei drei Sternen brauche ein Betrieb mehr Betten als in Hafling zur Verfügung stehen.
Das Tourismusentwicklungskonzept der Gemeinde wäre heute aus Sicht der Bürgermeisterin zu überarbeiten: „Viele Sachen sind zu überdenken.“ Darunter auch der Punkt mit den drei Sternen, da kleinere Betriebe ressourcenschonender arbeiten könnten. Noch aber würde nicht nur ihre Gemeinde mit der Überarbeitung abwarten.
 
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Sonja Plank: „Weil wir nicht genau wissen, was zu tun ist, warten wir noch ab.“ (Foto: Sonja Plank)
 

Über den Bettenstopp hinaus

 
Zwar sei der Bettenstopp des Landestourismusentwicklungskonzepts nun verabschiedet worden, aber es würden noch wichtige Durchführungsbestimmungen fehlen. Deshalb sei es für die Gemeinden in Südtirol noch unklar, welche Vorgaben bei den Entwicklungsplänen zu beachten sind, etwa bei Baudichte, Bodenversiegelung und Grünflächen. „Weil wir nicht genau wissen, was zu tun ist, warten wir noch ab“, sagt Sonja Plank.
 
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Die Waldfläche in Falzeben: Die markierten Bäume sorgten für Aufregung, doch die Gemeinde weiß von keinem Bauprojekt. (Foto: privat)
 

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Kommentare

Bild des Benutzers M A
M A 05.08.2022, 16:11

Da die Fläche dieser Zone der Gemeinde Hafling gehört und die Position in die Kategorie "wie konnte so etwas je mit ruhigem Gewissen genehmigt werden?" fällt, sollte es doch ein Leichtes sein, diese Tourismuszone aus dem Plan zu streichen...
Es reicht ein wenig guter Willen!

Bild des Benutzers Günther Alois Raffeiner
Günther Alois Raffeiner 07.08.2022, 07:30

Sie wissen nicht was sie tun sollen? Auf was warten Sie?Auf den heiligen Geist,um die Zone umzuziehen? Das sind doch wiedereinmal typische Svp Ausweicher!

Bild des Benutzers Luigi Mariotti
Luigi Mariotti 05.08.2022, 16:40

Da parte dei vari settori economici continua la richiesta di consumo di suolo per fare posto a sempre nuove attività. Si costruiscono nuovi alberghi, parcheggi, strade, capannoni industriali.
Secondo i dati ISPRA, solo lo scorso anno in Alto Adige sono stati cementificati 50 ettari di terreno, superficie grande come 70 campi da calcio.

Quando i boschi e le aree agricole vengono sostituiti da cemento e asfalto viene persa la funzione delle piante di assorbimento di CO2, il terreno non può piú essere coltivato, vengono perse aree ricche di biodiversità, l'acqua non può penetrare nel terreno e raggiugere le falde acquifere, aumentano le temperature ...

Le nuove aree che si prevede verranno cementificate nei prossimi mesi:

Bressanone
Nuovo albergo di lusso verrà realizzato sui Prati Koja.
https://www.rainews.it/tgr/bolzano/video/2021/08/blz-Turismo-Bressanone-...

Bressanone
L'ultimo bosco ripariale del fondovalle rischia di essere distrutto per fare posto ad un capannone industriale.
https://www.facebook.com/Video33TV/videos/874481243184257/

In Val Senales
Progetto del gruppo Athesia di un villaggio alberghiero a Maso Corto, in Val Senales.
https://www.rainews.it/tgr/bolzano/video/2021/09/blz-Protesta-ambientali...

A Bolzano
Il progetto della Signa di Benko prevede di cementificare parte della collina del Virgolo per realizzare il nuovo museo dedicato alla mummia di Ötzi.
https://www.rainews.it/tgr/bolzano/video/2022/01/blz-virgolo-otzi-oetzi-...

In Bassa Atesina si vorrebbero convertire circa 9,5 ettari di terreno agricolo in zona industriale e artigianale.
https://www.salto.bz/de/article/16122021/umwandlung-kulturgrund

A Settequerce il progetto Alpitronic
Andranno distrutti 11 ettari di viti e meleti.
https://www.salto.bz/it/article/20012022/zona-produttiva-al-posto-del-vi...

Racines
È prevista la costruzione di un enorme complesso alberghiero.
https://www.tageszeitung.it/2021/11/01/das-hotel-dorf/

Quando imprenditori e politici saranno in grado di riconoscere che la crescita economica infinita non é possibile?

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