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Kreuz

Im Namen der Heiligen Uneinigkeit

Brigitte Foppa hat mit ihrem Statement zum Kreuz im Klassenzimmern für heftige Erregung gesorgt. Aber kommentieren die Verärgerten wirklich im Namen Jesu?
Community-Beitrag von Damian Foppa05.02.2017
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Im Namen der heiligen Uneinigkeit

Vorausgeschickt 1: Mich selbst stört ein Kreuz im Klassenzimmer nicht. Wenn es hängen bleibt: von mir aus. Meine Schulkarriere hätte ich mit oder ohne Kreuz mit Freude absolviert. Aber trotzdem finde ich es legitim, darüber zu diskutieren, ob religiöse Symbole in einer staatlichen Bildungseinrichtung angemessen sind. 

Vorausgeschickt 2: Ich bin mit meinem Nachnamen freilich vorbelastet, aber mir geht es in diesem Beitrag weniger darum, die Aussage von Brigitte Foppa zu verteidigen, sondern vielmehr darum, aufzuzeigen, mit welchen Ausdrücken und Mitteln die heiligen Südtiroler und Südtirolerinnen ihren „Glauben“ zu verteidigen wissen. 

Brigitte Foppa hat kürzlich mit ihrer Aussage zum Kreuz in den Klassenzimmern für Furore gesorgt; konkret geht es um folgendes Zitat, das so in der Neuen Südtiroler Tageszeitung zu lesen war: „Wenn sich Italien als laizistischer Staat bezeichnet, so ist die Berechtigung des Kreuzes im öffentlichen Raum in Frage zu stellen. Entweder haben darin alle Religionen Platz oder keine“. Schnell wurde wie wild darauf los kommentiert und bei der Gelegenheit der Untergang des Abendlandes gleich mit prophezeit. Es ist erstaunlich, wie schnell man vom Thema Trennung von Kirche und Staat auf die Themen Verlust der Identität und Islamisierung des heiligen Landes Tirol kommt. Aber auf bestimmte Reize reagiert Josef-Normal-Südtiroler eben mit bestimmten Reaktionen. Man erinnere sich an den Frosch. 

Im Folgenden habe ich eine kleine Hitparade der besten Kommentare zusammengestellt, die nach den Faktoren Heiligkeit, sprachliche Angemessenheit und Sympathie bewertet wurden.

10. Klaus U. schreibt: Jo sein unsere Leit bold olle verrückt? Also wer für die Entfernung der Kreuzer ist, geht in meinen Augen gegen unsere Religion , unser Land und unsere Leute!

9. Carlo O. schreibt: Frau Foppa sollte, wie es so schön auf italienisch heißt "andar fuori dai coglioni". Solche Leute sind sehr gefährlich und haben hier nichts verloren!!!

8. Joe H. schreibt: Arme Leute.. nur weiter so!! Auf den Weg ins Verdermis! Die Heimat aufgeben für irgenb jemand! scheiß linke Gesellschaft 

7. Steve B. schreibt: ich glaub der habens ins hirn geschissen

6. Robert O. schreibt: Und sella Leid soldn inso Lond vertretn,schleich die,bessa heint wio morgn. !!!!!!

5. yannis schreibt: Falls es noch nicht genug Leute erkannt haben, aber hier zeigt es sich dass es „fünf vor Zwölf“ ist um damit anzufangen das links/grüne Spektrum aus der Politik zu entfernen !

4. Moritz I. schreibt: die linken miaset manmit den gonzn gsindl mit oschiabn ! wia konn man gegn sein eigenes volk und seiner kultur sein …

3. Roberto F. schreibt: Schlog ihr oaner bitschian oane zu die oarn. Wenn sie es Kuzifix stört soll se wieder zem hin gian wo se herkemmen sein.

2. Walter F. schreibt: ....i tat di Foppa afn Kreiz auinogln…yessss.....

1. Carlo R. schreibt: Olle aufheingn dei grean solongs nou bamm gib….

Liebe Kommentatoren und Kommentatorinnen, 

ihr seid nicht christlich, ihr seid intolerant und rassistisch. Ihr wünscht Menschen, die nicht eurer Meinung sind, den Tod und würdet sie vorher sogar noch an ein Kreuz nageln. Ihr bezeichnet sie als geistig behindert und legt ihnen nahe, sich aus „eurem“ Land zu entfernen. Und das lieber heute als morgen. 

Merkt ihr etwas? Kann es nicht sein, dass ihr den Glauben als Sündenbock für euren Hass verwendet? Kann es sein, dass es euch gar nicht um den Glauben geht, sondern darum, die Meinung Andersdenkender zu unterdrücken? 

Liebe Christen, die Gesellschaft verändert sich. Noch sind auf dem Papier die meisten Südtiroler und Südtirolerinnen katholisch, aber es ist töricht zu denken, dass alle auch wirklich glauben. Religion war in Tirol für lange Zeit der Ankerpunkt für das Denken der Menschen und ist es teilweise auch noch heute. Jedoch verurteilt bitte Menschen nicht, wenn sie nicht oder anders glauben. Was macht einen Atheisten oder einen Juden oder einen Moslem zu einem schlechteren Menschen? Nicht nur Katholiken können das Land, die Berge und die Kultur mögen und aktiv für ein friedliches Miteinander einstehen.

Zum Abschluss einen tollen Kommentar, den ich noch habe ausfindig machen können:

Jesus v. N. aus Betlehem kommentiert: „Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert.  Denn ich bin gekommen, um den Sohn mit seinem Vater zu entzweien und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter.“ (Mt 10,34)

Ach! Daher rührt also der Hass? Oder wurde dem armen Jesus etwa etwas von seinen ach so guten Gläubigen in den Mund gelegt? Wir werden es wohl nie wissen. 

Deshalb wünsche ich allen Christen und allen Nicht-Christen (aka: Ketzern) ein schönes Wochenende. Im Namen der (schein)heiligen Uneinigkeit. 

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Kommentare

Bild des Benutzers Heinz Walder
Heinz Walder 06.02.2017, 10:43

Vielen Dank für diesen (leider notwendigen) Kommentar. Auch wenn ich mit Frau Foppa nicht immer einer Meinung bin, war ich über die Reaktion auf ihre Aussage mehr als Schockiert. Vor allem weil ihre Forderung absolut legitim ist.

△rtim ୍℘୍stロ 06.02.2017, 13:16

STZ vom 04.02.16: "`Weg mit dem Kreuz`, Brigitte ist fur die Enfernung des Kreuzes aus Schulen" Die empörten Landsleute schelten die Grünen. Die Grünen schelten ... die (bösen) Medien und (natürlich) die (ach so argen) Bürger-innen ... Wie wäre es mit 5 Minuten "katholische Märtyrerrolle" und dann kann hoffentlich das Leben in Südtirol auch wieder weitergehen...

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gorgias 06.02.2017, 14:10

Man muss doch Verständnis mit solchen Leuten haben. Wenn die nicht die ganze Zeit, das Kreuz vor der Nase hängen hätten, würden sie nicht mehr wissen, welcher Religion sie angehören.


Ich glaube die Hälfte von denen würde das Selbe schreiben, wenn man den verpflichteten Sonntagskirchgang einführen möchte.

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Christoph Moar 06.02.2017, 14:45

Zum Einrahmen gut. ;)

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Robert Tam... 06.02.2017, 21:22

"Aber auf bestimmte Reize reagiert Josef-Normal-Südtiroler eben mit bestimmten Reaktionen. Man erinnere sich an den Frosch." steht im Artikel.

Stimmt: beim Kippenberger-Frosch gab es, so wie jetzt bei Foppa die dümmsten Sprüche und abscheuliche Kommentare.

Seien wir aber bitte ehrlich: der Kippenberger-Frosch trotz aller Polemik nicht gerade das Kunstwerk des Jahrhunderts, so wie auch Foppa äußerst unglücklicher Kommentar auch nicht gerade der politisch opportunste Spruch war, wie ihr heftiges Zurückrudern danach klar beweist.

Aber trotz aller Märtyrer-Narrative, die uns einst die Kippenberger-Fans und nun die Foppa-Fans andrehen wollen: weder Martin Kippenberger noch Brigitte Foppa riskieren derzeit ernsthaft, von religiös-faschistoiden Eiferern ermordet zu werden.

Wenn man das Christentum karikiert/kritisiert/relativiert, kann es durchaus heftigen Gegenwind in Form von Leserbriefen und Kommentaren geben. Viele davon auch jenseits des guten Geschmacks und deutlich unter der Gürtellinie.
Wenn man aber den Islam karikiert/kritisiert/relativiert, kann das durchaus heftigere, gewalttätigere Folgen haben, wie Kurt Westergaard und vor allem die Redaktion von Charlie Hebdo bitter erfahren musste.

Bild des Benutzers gorgias
gorgias 07.02.2017, 16:15

Ja, ja, ja hier wird alles zusammengepackt: Der Kippenberger Frosch, die Aussage Foppas, Charlie Hebdo. Die Afghanischen Talibans mit den Tiroler Talibans und ISIS und die Attentäter in ganz Europa.

Auch gefällt mit nicht, dass man hergeht und von der Problematik, dass solche Reaktionen einen öffentlichen Diskurs erschweren ablenkt, dass es vermeintlich nicht Oportun oder Geschmacklos wäre.

Brauchen wir jetzt eine Geschmackspolizei, die grünes Licht gibt, dass man so reagieren darf? Mit Lynchaufrufen und dem ganzen Gepöble? Solle Reaktionen sind grundsätzlich zu verurteilen und nicht mit einer inhaltlichen Kritik des Auslösers zu vermengen.


Davon abgesehen möchte ich auch Fragen, was an der Aussage Foppas unglücklich sei? Das man sich früher oder später mal fragen kann ob es allen Staatsbürger gerecht wird, wenn in öffentlichen Gebäuden die Symbole einer Glaubensrichtung aufgestellt sind? Wir haben keine Staatsreligion, warum sollte der Staat eine Gruppe Bevorzugen? Wer als deutschsprachiger Südtiroler mit Mehrheitsargumenten kommt, hat in seinem Leben bis jetzt sehr wenig verstanden.

Bild des Benutzers Robert Tam...
Robert Tam... 08.02.2017, 11:35

Ja, ja, ja, lieber gorgias: im obigen Artikel wurde der Kippenberger-Frosch eben mit Foppas Aussage zusammengepackt.
Ebenso versuchst Du nun die afghanischen Talibans (die es gibt) mit vermeintlichen Tiroler Talibans (deren Existenz ich bezweifle) zusammenzupacken.

Dass Foppas Aussage unglücklich, vor allem aber politisch nicht opportun war, zeigt ihr heftiges Zurückrudern.

Bild des Benutzers gorgias
gorgias 08.02.2017, 13:14

Erstens heisst das Sie und nicht Du. Aus welchem Kuhstall kommen Sie eigentlich?

"Ebenso versuchst Du nun die afghanischen Talibans (die es gibt) mit vermeintlichen Tiroler Talibans (deren Existenz ich bezweifle) zusammenzupacken. "


Nein, das habe ich nicht getan, ich habe Sie parodiert in dem ich alles in einem Topf gesteckt habe. Das haben Sie leider nicht verstanden.


"Dass Foppas Aussage unglücklich, vor allem aber politisch nicht opportun war, zeigt ihr heftiges Zurückrudern."


Hier sieht man, dass Sie meiner Grundaussage nicht folgen können. Ich habe doch Ausdrücklich hingewiesen, dass es mir nicht darum geht, das was Foppa sagt inhaltlich zu bewerten, wenn es darum geht unsere Debattenkultur und solche unzivilisierten Aussagen zu bewerten. Frau Foppa kann und darf den noch größten Blödsinn von sich geben, darauf kann man mit Satire und Ironie antworten, aber nicht mit Lynch- und Kreuzigungsaufrufen und eine weitere große Variation von verschiedenen Gewaltaufrufen. Das irgendwie zu relativieren zu wollen mit (berechtigter oder unberechtigter) inhaltlicher Kritik, und dass ich es Ihnen nochmals erklären muss, weil Sie es beim ersten Mal nicht verstanden haben, zeigt dass ihre politische Kultur nicht besonders stark entwickelt ist.


Ein anderer Aspekt von Ihrem letzten Beitrag, ist ihre Behauptung, dass Brigitte Foppa stark zurückgerudert hätte. Ich kann dieser Aussage nicht folgen. Zitieren Sie doch die Stellen des ersten Artikels im Vergleich zu den darauffolgenden Aussagen um das doch aufzuzeigen. Das Einzige was Brigitte Foppa getan hat, ist darauf hinzuweisen, dass der Titel des Tageszeitungsartikels, den alle anderen Medien als ihre Aussage aufgegriffen haben, nichts mit dem zu tun hat was sie gesagt hat. Für Brigitte Foppa ist weiterhin eine Entfernung des Kreuzes aus öffentlichen Gebäuden diskussionswürdig.

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Robert Tam... 09.02.2017, 14:07

Im Internet ist das "Du" üblich, lieber Gorgias. Selbstverständlich beruht das auf Gegenseitigkeit.

Ich wohne nicht in einem Kuhstall. Schließt Du etwa von Deiner Wohnsituation auf die meine, Gorgias? Ich kann für Dich nur hoffen, dass dem nicht so ist.

Offensichtlich konntest oder wolltest Du meiner Grundaussage nicht folgen, in der ich ausdrücklich die unzivilisierten Aussagen gegenüber Foppa als "dümmste Sprüche" und "abscheuliche Kommentare" kritisiert habe.
Ich akzeptiere jedoch die selbstbemitleidende Märtyrer-Narrative, die uns Frau Foppa nun auftischen will, nicht.
Man ist entweder für oder gegen die Entfernung von Kreuzen aus Schulen. Frau Foppa hat als Profipolitikerin bewusst schwammig formuliert, dass sie die Entfernung des Kreuzes "diskussionswürdig" findet. Man braucht die Diskussion aber gar nicht erst anfangen, wenn man für die Beibehaltung ist. Bereits 2009 begrüßte Foppa das (später revidierte) Kreuzverbots-Urteil des EGMR.
Als Brigitte Foppa gemerkt hat, was für ein heftiger Gegenwind ihr da entgegenbraust (nochmal deutlich: leider darunter auch dümmste Sprüche), hat sie sich wie ein Winkeladvokat am rhetorischen Strohhalm festgehalten, dass sie doch nur darüber diskutieren wolle, aber doch nicht die Entfernung der Kreuze selbst gefordert habe. Eigentlich peinlich von ihr. Ich fände es aufrechter von ihr, wenn sie einfach zu ihrer Meinung stehen würde, statt erschreckt zurückzuzucken und danach fast schon kindhaft zu schmollen, weil jemand zu ihr bös war.

Bild des Benutzers Robert Tam...
Robert Tam... 09.02.2017, 14:09

(Was anderes: tut mir leid, dass meine Antwort als Blocktext erscheint. Irgendwie haut es mir bei der Veröffentlichung des Kommentars immer die Absätze raus)

Bild des Benutzers gorgias
gorgias 10.02.2017, 00:21

Wenn Sie sagen, dass „Du“ auf Gegenseitigkeit beruht, dann wäre es Zeit damit aufzuhören. Duzen können Sie Ihren Vater oder Ihre Kohabitanten - wer das auch immer sein soll.


Wenn jemand nicht eine klare Position einnimmt, dann sind Sie es, der einerseits sich von den Reaktionen als unzivilisiert distanziert und gleichzeitig zwischen den Zeilen sagt, dass es Frau Foppa irgendwie recht geschehe, weil Sie damit provoziert hatte und es eigentlich besser wissen müsste. Das ist weil Sie mit den Reaktionen sympathisieren, aber gleichzeitig sich nicht die Hände schmutzig machen wollen. Das ist wirklich eine feine Art.

Auch finde ich diese höhnische Aussage, Frau Foppa als jemand darzustellen der eine „selbstbemitleidende Märtyrerin“ spiele eine niederträchtige Bemerkung. Es ist legitim, dass Frau Foppa ihre Position nochmals klarstellt, die in der Öffentlichkeit verzerrt wahrgenommen wurde. Auch ist es legitim, dass sie diese unzivilisierten Reaktionen anspricht, die in keinster Weise gerechtfertigt sind.


Dass Sie jetzt Geschehnisse aus 2009 aus dem Hut ziehen ist, weil Sie ihre vorherige Aussage, die sich auf die letzten Tage bezieht (von 2009 ist dort nirgends die Rede) nicht halten können.


Außerdem ist es legitim zu sagen, dass man für eine gesellschaftliche Diskussion ist, anstatt eine Position von vornherein zu vertreten, weil gewisse Entwicklungen besser über einen öffentlichen Diskurs ergebnisoffen laufen. Anstatt Frau Foppa Charakterlosigkeit zu attestieren sollten Sie sich besser überlegen ob die Reaktionen der letzten Tage herunterspielen wollen, mit denen Sie auf Ihre spöttische Art doch nur Ihre Schadenfreude freilegen:


„Ich fände es aufrechter von ihr, wenn sie einfach zu ihrer Meinung stehen würde, statt erschreckt zurückzuzucken und danach fast schon kindhaft zu schmollen, weil jemand zu ihr bös war.“


Diese Aussage zeigt Ihren Charakter, auch wenn Sie sich davor noch auf billige Weise mit dem Disclaimer „leider darunter auch dümmste Sprüche“ gerne absichern würden.

Bild des Benutzers Elisabeth Ladinser
Elisabeth Ladinser 09.02.2017, 09:43

Danke, Damian Foppa, für den ausgezeichneten Beitrag!
Er zeigt auf, dass die vermeintlichen Kreuzritter des christlichen Glaubens gar nicht so christlich sind ....
Ich war bislang der Meinung, Toleranz und Nächstenliebe, auch Andersdenkenden gegenüber, seien urchristliche Werte! Brigitte Foppa hat ja nicht das Recht auf Ausübung der Religion in Frage gestellt, sie hat lediglich die Frage aufgeworfen, ob in einem laizistischen Staat religöse Symbole in öffentlichen Räumen Platz haben sollen oder nicht. Die Antwort darauf waren und sind Beschimpfungen übelster Art und rassistische Hasstiraden.
Im Kern dieselbe Haltung wie die islamistischen Fundamentalisten - zum Angst kriegen!

Bild des Benutzers gorgias
gorgias 09.02.2017, 23:47

Liebe Frau Ladinser,

man hat Sie leider schlecht informiert was Urchristliche Werte sind. Die Werte die Sie mit dem Christentum assozieren, kamen aus Aufklärung, Humanismus und der Arbeiterbewegung. Diese sind für dafür Verantwortlich, dass man heute über Menschenrechte, Gleichberechtigung und arbeitsfreie Tage und andere sozialreformen für Arbeiter spricht.

Zu der Jahrhundertwende vom 19. auf das 20. Jahrhundert gab es den sog. Modernistenstreit wo sich große Teile der Kirche gegen diese Errungenschaften stellte und der Papst mit Exkommunikation drohte.

Man kann von der katholischen Kirche wirklich sagen, dass Sie ein PR-Meister ist. Weil heutzutage werden diese Werte retroaktiv in die Bibel hineinprojeziert und als christliche Werte verkauft, auch wenn teilweise kompromitiert und verwässert. Die katholische Kirche gibt sich als Wahrer der Menschenrechte. Dabei nimmt keiner mehr zur Kenntnis, dass der Heilige Stuhl bis heute keine Menschenrechtskonvention unterschrieben hat. ( http://www.deutschlandfunk.de/staat-und-religion-der-vatikan-und-die-men... ), darunter fällt auch die Kinderrechtskonvention. Der Heilige Stuhl hat in der UN nur Beobachterstatus, weil er sich eben weigert die Menschenrechtskonvention zu unterschreiben.


Was UR-Christliche Werte angeht, kann man sehen wenn man ein bischen nachforscht, dass das Christentum selbst zu seiner Anfangszeit wenig tolerant und aber dafür gewalttätig war. Die Urchristen waren eher schon Barbaren, die die antike Kultur zerstört haben und Biblotheken verbrannt haben. Wir haben dem arabisch-islamischen Kulturkreis zu verdanken, dass gewisse Schriften von antiken Denken erhalten blieben.

Wenn Sie wenig Zeit haben, können Sie sich den Film Agora ansehen. Dort wird ihnen ein anderes christliches Bild gezeigt, das durchaus als historisch möglich gelten kann.

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