Hofburg
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Brixen

Fliehender Holländer in der Hofburg

Das Festival „Brixen Classics“ findet heuer erstmals statt. Was als hochklassiges Event verkauft wird, ist eine fragwürdige Initiative mit zweifelhafter Besetzung.
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Kommentare

Bild des Benutzers Walter Kircher
Walter Kircher 07.05.2021, 08:15

Sehr sonderbar und bedenklich, was sich die maßgeblichen Personen für Brixen einfallen lassen!
Brixen wird seit Jahren als Kulisse verkauft, mit wenig Einfühlsamkeit und Rücksicht gegenüber den BewohnerInnen der Stadt, von Achtung für das Alltags- wie Festtagsleben, religiöser wie kultureller Natur der BrixnerInnen ist da wenig zu spüren ...

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Heinrich Zanon 07.05.2021, 08:31

Da kann man nur ungläubig staunen.
Wenn die im Beitrag gelieferten Informationen über die offensichtlich zugesagten Beiträge für die Veranstaltung aus öffentlichen Fördertöpfen und von Sponsoren stimmen, ist es ungeheurlich, dass man so üppig sprudelnde Mittel jetzt nicht für kulturelle Initiativen mit hier bei uns vielfach noch Däumchen drehenden einheimischen Kunstschaffenden einsetzen will. Immerhin hätten viele von ihnen hervorragende Leistungen zu bieten, die auch für Urlaubsgäste durchaus zugkräftig sein würden.
Vielleicht sollten wir von den vergangenen vielen Monaten und harten Zeiten gelernt haben, nicht immer krampfhaft nach Superlativen gieren zu müssen.
Um bei der Kulinarik zu bleiben: viel Hausmannskost, bitte!

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Markus Lobis 07.05.2021, 11:23

Köstliches Lehrstück für Pseudokultur-Eventismus in der Pampa. Brixen ist da wohl besonders anfällig: Steiner, Heller, Decker, Latsch und andere Blender haben da anscheinend leichtes Spiel mit den Herren der Provinz, die sich mit Sprechblasen und fragwürdigen Superlativen schmücken wollen und die ganz keck meinen, man glaube ihnen ihre Wortspenden bei Pressekonferenzen ganz einfach.

Brixen hätte viele Potenziale für authentische kulturelle Veranstaltungen, die aus seiner Geschichte und den vielfältigen Aufladungen der wunderbaren Stadt über die Jahrhunderte herauf herauswachsen könnten.

Aber dafür müsste man zumindest ein kleines Quentchen nicht kommerzgetrübtes Kulturverständnis haben und nicht jede Ansammlung von zwei oder drei Menschen als Wertschöpfungsquelle fehlinterpretieren...

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Leo Ploner 07.05.2021, 20:23

Der Sturm, welcher ja eigentlich der Hauptdarsteller im „Fliegenden Holländer“ sein sollte, nimmt jetzt schon Fahrt auf… aber windig war und ist die Geschichte ja schon länger. Vor einiger Zeit wurde das Projekt ja auch bei der Rai-Tagesschau vorgestellt, wo der Brixner Tourismusdirektor die Aussage (Zitat): „Unsere Herangehensweise ist sehr demütig…“ gemacht. Kultur und Demut – war mein spontaner Gedanke – und so ist es wohl gedacht: Man gedenkt also im Rahmen dieses Festivals aus purer Demut ausgerechnet eine Oper von Richard Wagner aufzuführen, noch dazu in einer „eigens“ für Brixen erstellten Fassung. Wahrscheinlich hat man aus purer Demut vergessen zu sagen, dass eine höchstvermutlich gleiche Fassung vom Verfasser bereits vor Jahren in Japan für Kinder aufgeführt worden ist. Als vor einiger Zeit ca. 30 Brixner Kulturschaffende bzw. Vereinsvorstände in einem Video-Chat mit der Gemeindeverwaltung ihre Pläne und Projekte für 2021 vorstellen sollten, wurde gerade dieses „international hochwertige Projekt“, welches alles bisher in Brixen Dagewesene sprengen sollte, gar nicht erwähnt; wohl ebenfalls aus purer Demut. Genauso demütig die Eintrittspreise von mehr als 100 Euro – da haben hiesige Kulturschaffende bisher wohl dem Größenwahnsinn gefrönt; eigenartig, dass man statt dem „Holländer“ nicht die „Meistersinger“ von Wagner aufführt – wie hieße es da so schön „Wahn! Wahn! Überall Wahn…“. Auch wären die „Meistersinger“ als nicht ganz so unfröhliche Oper doch besser für ein wein-kulinarisches Sommerevent geeignet, als der sühnetriefende Holländer – aber vielleicht ist die eigens für Brixen erstellte Meistersinger-Fassung noch nicht fertig, und für die Bayreuther Fassung ist man in Brixen dann doch ein wenig zu…. naja demütig. Wenn man nun auch noch die kolportierten (warum eigentlich nur kolportiert??) Fördermittel in Betracht zieht, dann ist die Demut endgültig im Olymp angekommen.

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Leo Ploner 07.05.2021, 20:48

Nachtrag: Ich komme einfach mit dem Brixner "Holländer" nicht zurecht... er will nicht in meinen Kopf hinein... ein Brixner "Tannhäuser" müsste es sein!!! Denn ich sehe schon die aus aller Welt angereisten Wagner-Jünger - unter ihnen so mancher Staatspräsident oder wenigstens sein Vize - über den Brixner Domplatz zur Hofburg pilgern - genau wie der Einzug der Gäste in die Wartburg in Wagners "Tannhäuser" - und dort werden sie bei Wein und Häppchen den Sommernachts-Klängen lauschen und zur Wagner'schen Walzermusik die Hüften wippen - oder doch nicht - nein Walzer gibt es keinen... aber sie werden sich von den Wagner'schen Chormassen überwältigen lassen - oder doch nicht - nein Chor gibt es ja angeblich auch keinen... dann werden sie gebannt auf die schöne Stelle im 2. Akt... oder doch nicht - sie kommt in der Brixner Fassung gar nicht vor!!! Aber für 120 Euro darf man auch nicht einen vollständigen Wagner erwarten...

Bild des Benutzers Hermann Barbieri
Hermann Barbieri 07.05.2021, 20:46

Ich verstehe: Geld – offensichtlich ein Haufen - aus den Kulturbudges der Gemeinden und des Landes, um Musikliebhaber nach Brixen zu bringen und dort die Hotels auszulasten. Nein, ich verstehe nicht. Bringen wir da nicht etwas durcheinander? Habe ich nicht grad gelesen, dass die Beiträge für Schulbücher und Lehrmaterial - um einen Haufen! - gekürzt werden? Kann mir das bitte jemand erklären?

Bild des Benutzers Peter Gasser
Peter Gasser 07.05.2021, 21:03

Ja, da wurde doch grad tiefschürfend und glaubhaft von oberster Stelle begründet, dass es in dieser schwierigen Zeit kein Geld für Schulbücher gibt - und dann das...?

Bild des Benutzers Hans Knapp
Hans Knapp 07.05.2021, 23:02

Im Jahr 2018 hat es in Brixen eine Veranstaltungsreihe gegeben, in deren Rahmen Kulturschaffende aller Sparten intensiv über Ideen zur kulturellen Entwicklung unserer Stadt nachgedacht und geredet haben.
https://www.brixen.it/de/kultur/kulturprozess-brixen
Das war ernsthafte Kulturarbeit und im Endbericht werden Themen aufgezeigt, die Grundlage für nachhaltige Kulturprojekte sein könnten, welche sowohl der Geschichte der Stadt als auch den drängenden Fragen von Gegenwart und Zukunft verpflichtet wären.
Es ist ein Jammer, dass diese Arbeit dann zum großen Teil in irgendwelchen Schubladen abgelegt und vergessen worden zu sein scheint zugunsten von schnelleren touristischen Attraktionen.

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Georg Holzer 08.05.2021, 07:52

Wäre ganz einfach, keine öffentlichen Steuer Gelder verwenden und dann dürfen die veranstalten was sie wollen und selbst geradestehen für das "Theater" und das Geld wird dann sicher sinnvoll mit Hausverstand ausgegeben!

Bild des Benutzers Hartmuth Staffler
Hartmuth Staffler 08.05.2021, 16:48

Dieses unwürdige Spektakel öffentlicher Geldverschwendung ist wahrscheinlich nur ein Vorspiel dessen, was uns erwartet, wenn der Hellersche Phantasiegarten verwirklicht wird. Heller Wahnsinn.

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