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Zivilschutz

“Wir wären vorbereitet”

Seit Ende Juni sind 13 Menschen in einer Höhle im Norden Thailands eingeschlossen. Was sagt man bei der Wasserrettung in Südtirol zu einem solchen Szenario?
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Am 23. Juni haben sich zwölf Jungen einer Fußballmannschaft mit ihrem Trainer auf eine Erkundungstour in die Tham-Luang-Höhle begeben. Heftige, andauernde Regenfälle überfluteten die Höhle und sperrten die Gruppe ein, kilometerweit vom Ausgang entfernt. Dazu kommt, dass die Beschaffenheit der Höhle kaum erforscht ist und der Weg mit zahlreichen Engstellen gespickt ist und diese sind unter Wasser nur noch problematischer.

Inzwischen konnten Rettungstaucher aus aller Welt acht der Jungen aus der Höhle bringen. Die Rettung der übrigen soll so schnell wie möglich ablaufen, da der Wasserspiegel durch das abgepumpte Wasser günstig steht und da es immer wieder zu starken Regenfällen kommen kann, die die Rettung erschweren.

Wäre ein solches Drama auch in Südtirol möglich? Und wie stünde es um die Hilfskräfte in so einem Fall?

Seit nunmehr 26 Jahren gibt es die Wasserrettung Südtirol. Sie ist zuständig für Hilfs- bzw. Rettungseinsätze in Gewässern. Alle Einsatzretter sind erfahrene Taucher, die psychisch wie physisch äußerst fit sein müssen und sich stetig weiterbilden müssen, um auch unter schwierigsten Umständen erfolgreich zu sein.

 

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Ein Trainingsbecken der Wasserrettung Südtirol: "Häufiges Training ist essenziell für erfolgreiche Einsätze"

Fabrizio Pascotto, Präsident der Gruppe Bozen erklärt die Einsatzbereiche der Wasserrettung Südtirol, den Verlauf einer Rettung und weiteres:

 

Salto.bz: Herr Pascotto, wann rückt die Wasserrettung Südtirol aus?

Fabrizio Pascotto: Grundsätzlich sind wir für die Rettung von Personen zuständig, die im Begriff sind, zu ertrinken. Auch rücken wir aus, wenn jemand mit dem Auto in Gewässer gestürzt sind oder um Personen zu retten, die im Winter in zugefrorene Seen einbrechen. Auch das Suchen und Bergen von Wasserleichen obliegt unserem Aufgabenbereich. Innerhalb des Zivilschutzes werden wir auch bei Überschwemmungen oder ähnlichen Naturkatastrophen gerufen.

 

Wie bereitet man sich auf die Tätigkeit als Rettungstaucher vor?

Unsere Taucher müssen sich natürlich ständig weiterbilden, denn für erfolgreiche Einsätze ist häufiges Training essenziell. Auch unter erschwerten Bedingungen wie z.B Dunkelheit wird trainiert, damit unsere Einsatzkräfte – unabhängig der gegebenen Umstände – immer so gut wie möglich vorbereitet sind. 

 

Wie läuft ein Einsatz ab?

Die Einheitliche Notrufzentrale (112) wird über ein Unglück informiert und leitet dies an uns weiter. Wir begeben uns sofort an den Einsatzort. Dabei arbeiten wir häufig mit der Berufsfeuerwehr zusammen.

 

Ist in Südtirol jemals etwas ähnliches passiert wie zurzeit in Thailand?

Gott sei Dank noch nicht.

 

Und falls...?

Sollte jemals etwas in der Art passieren, wären wir dafür vorbereitet und einsatzbereit. Aber es ist eher unwahrscheinlich, dass in Südtirol ein derartiges Unglück passiert. Ich wüsste von keiner Höhle in Südtirol, die in einem solchen Ausmaß überschwemmt werden könnte. In einem Bergwerk wäre dies eher denkbar. Doch wir sind auf jeden Fall theoretisch wie praktisch auf einen solchen Fall vorbereitet.

 

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Kommentare

Bild des Benutzers Christian Mair

»So schön es ist, wie die Welt angesichts der in Thailand festsitzenden Jugendlichen zusammenrückt - So traurig ist es, mit welcher Gleichgültigkeit Europa den toten Kindern auf dem Mittelmeer begegnet. Zumal die EU mit ihrer Handelspolitik mitverantwortlich ist.« S.W.

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