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Vergabeagentur

Auftrag ausgeführt?

Aufträge im Wert von knapp 1,4 Milliarden Euro haben die öffentlichen Verwaltungen 2018 vergeben. Zahlenmäßig bleiben die meisten Aufträge im Land, nicht aber wertmäßig.
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Beim Blick auf die Bilanz steht für Arno Kompatscher fest: “Der Weg, den wir vor drei Jahren eingeschlagen haben, war der richtige.” 2015 hat Südtirol als eine der ersten Regionen Europas die europäische Vergaberichtlinie über ein eigenes Landesgesetz direkt umgesetzt. Mehr Transparenz, Klarheit, Übersicht und weniger Bürokratie – so die erklärten Ziele des Südtiroler Vergabegesetzes. Drei Jahre später attestiert der Landeshauptmann dem Vorhaben einen “vollen Erfolg”. Denn nun liegt die Jahresbilanz der Vergabeagentur AOV für das abgelaufene Jahr vor: 2018 haben die öffentlichen Verwaltungen weniger Ausschreibungsverfahren abgewickelt, dabei aber Aufträge in einem größeren Volumen als die Jahre zuvor vergeben. Auf insgesamt 1.374 Millionen Euro beläuft sich der Wert der 63.889 Verfahren, die Land, Gemeinden, Bezirksgemeinschaften & Co. 2018 ausgeschrieben haben. 2017 waren es 1.135 Millionen Euro gewesen, 2016 1.201 Millionen.

Dass der Gesamtwert der ausgeschriebenen Verfahren angestiegen ist, die Anzahl der Verfahren aber abgenommen hat – insgesamt um 4,4 Prozent im Vergleich zu 2017 –, bedeute einen Abbau an Bürokratie, meint Landeshauptmann Kompatscher am Dienstag nach der Sitzung der Landesregierung.

Besonders zufrieden zeigt er sich darüber, dass man auch die lokale Wirtschaft motiviert habe, an den Ausschreibungen teilzunehmen und es gelungen sei, sie “stark zu berücksichtigen”. Zahlenmäßig wurden 2018 fast 83 Prozent der Aufträge an Südtiroler Wirtschaftsteilnehmende vergeben, im Bereich der öffentlichen Bauarbeiten sogar 90,5 Prozent.

Betragsmäßig allerdings ging nur 67 Prozent des Gesamtwertes aller Aufträge an Betriebe mit Sitz in Südtirol. 28,4 Prozent der Beträge gingen an Unternehmen im restlichen Italien, 4,6 Prozent an ausländische.

AOV 2018 Beträge

 

Vor allem bei den Lieferaufträgen schlugen Unternehmen von außerhalb der Provinz zu. 61,5 Prozent des Gesamtwertes der Lieferaufträge floss an italienische, 4,1 Prozent an ausländische Unternehmen. “Grund dafür ist, dass es in gewissen Bereichen keine Südtiroler Anbieter oder Produzenten gibt. Wenn etwa der Sanitätsbetrieb Medikamente oder medizintechnische Großgeräte ankauft, kann er auf keinen lokalen Lieferanten zurückgreifen. Auch für das Zugmaterial, das das Land 2018 angekauft hat, gibt es keinen Hersteller in Südtirol”, erklärt der Landeshauptmann.

Er ist dennoch überzeugt: “Das sind hervorragende Zahlen und es wird noch besser.” Mit dem Landesgesetz, das der Landtag vergangene Woche verabschiedet hat, werden die Vergabeverfahren weiter vereinfacht. Vor allem für kleinere und lokale Unternehmen wird der Zugang zu öffentlichen Aufträgen erleichtert, “da die Schwellenwerte für die Direktvergabe in allen Bereichen – mit Ausnahme der freiberuflichen Leistungen – von 40.000 auf 150.000 Euro angehoben und eine Aufteilung in qualitative und quantitative Lose vorgesehen wird”, so Kompatscher.

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