Politik | Meran

Hellgrauer Rauch

Noch ist nichts entschieden, aber die Regierungskoalition in Meran nimmt Form an. SVP und Liste Rösch dürften sich zusammenraufen.

Heute vormittag stand ein mit Spannung erwartete Treffen der beiden Großen im Meraner Gemeinderat auf dem Programm. Denn gestern Abend hatte Paul Rösch der SVP via Facebookvideo klare Bedingungen gestellt: Die Lista Civica im Ausschuss, und der Ausschuss soll bis Montag stehen. Als „Gegenleistung“ gab Rösch bekannt, dass die „Grand Dame“ der Passerstädter Grünen, Christina Kury, nicht im Ausschuss sitzen wird.

Den ganzen Vormittag über verhandelten SVP und Rösch. Paul Rösch sagte zwar danach, man sei nicht recht weitergekommen, aber immerhin, die Verhandlungen laufen. „Wir haben unsere Lösung auf den Tisch gelegt“, sagt Rösch. „Die SVP aber besteht darauf, die Alleanza per Merano von Zaccaria in die Koalition aufzunehmen.“ Eine Partei Rechts der Mitte, mit der die Grünen eigentlich nicht können. Rösch nimmt es in Kauf: „Wir bestehen auf Emanuela Albieri von der Civica. Wenn die SVP das akzeptiert, akzeptieren wir auch Zaccaria.“

 

Knackpunkt Kury?

Im Vorfeld war spekuliert worden, dass eine Zusammenarbeit an der Person Kury scheitern könnte, mit der die SVP nicht wirklich kann. Nach ihrem selbsterklärten Verzicht geben sich alle Seiten versöhnlich. Paul Rösch sagt, es sei von Anfang an klar gewesen, dass Kury in die zweite Reihe trete. Sie werde als einfaches Gemeinderatsmitglied weiterarbeiten. Stadtkomitee-Obmann Sepp Brunner sagt, Kury hätte gern im Ausschuss sitzen dürfen, „sie ist schließlich die bestgewählte Frau.“

Beim Programm sind beide recht zuversichtlich. „Es gibt keine unüberbrückbaren Differenzen“, sagen sowohl Rösch als auch Brunner. „Es gibt sicher einige Knackpunkte“, sagt Brunner, „aber wir wollen keine Neuwahlen provozieren.“

Die SVP wird intern beraten, vielleicht am Montag, vielleicht auch später, wenn sich der Montag-Termin nicht ausgehe, sagt Obmann Brunner. Damit hält man zwar Rösch's Ultimatum nicht ein, aber das nimmt man in Kauf: „Wir sind etwas überrascht über die plötzliche Eile“, sagt Brunner, „nachdem 14 Tage gar nichts weitergegangen ist. Und dass wir davon auch noch aus den Medien erfahren müssen, gefällt uns nicht wirklich.“ Aber die SVP stehe zu ihrem Wort, zusammenarbeiten zu wollen. Ein wenig Muskelspiel muss auf beiden Seiten aber wohl doch sein.