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Eigenverantwortung

Null Bock? So motiviert man Mitarbeiter

„Es braucht nicht nur Führung, es braucht alle." Interview mit dem Unternehmensberater Christian Sommavilla
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Auf einem zunehmend wettbewerbsorientierten Markt, kann auch die Motivation der Mitarbeiter über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Christian Sommavilla, Inhaber des Beratungsunternehmens CAOS Consult und Mitglied des Vorstandes des Südtiroler Genossenschaftsverbands Legacoopbund, setzt in seiner Arbeit mit Unternehmen auf menschenbezogene Faktoren.  

Herr Sommavilla, Menschen sind bekanntlich das wertvollste Kapital der Genossenschaften. Die Motivation und Zufriedenheit der Mitarbeiter ist aber auch in herkömmlichen Unternehmen ausschlaggebend für den Erfolg.
Ja, mein Motto ist: „Mit Begeisterung zum unternehmerischen Erfolg!“ Diese Begeisterung kann nur von den Mitarbeitern und der gesamten Belegschaft getragen werden. 

Wie kann man das konkret fördern?
In jedem Unternehmen sollte man sich mit folgenden strategischen Überlegungen auseinandersetzen: Gibt es eine Zielausrichtung fürs Unternehmen? Weiß man, wofür das Unternehmen entstanden ist? Gibt es heute noch einen Bedarf für das Unternehmen, oder ist es nur da, weil es schon immer da war? Wo muss es hingehen und ganz speziell, wie klar kommuniziere ich das alles mit der gesamten Belegschaft?
Die Mitarbeiter müssen wissen weshalb es Sinn macht, im Unternehmen zu arbeiten. Meine Erfahrungen haben gezeigt, dass Mitarbeiter ihre Aufgaben zwar erledigen; das Ziel, die Organisation und Strategie des Unternehmens erschließt sich ihnen aber häufig nicht zur Gänze.

Woran hapert es?
Der Unternehmer sollte von seinen Mitarbeitern verstanden werden. Erfahrungsgemäß ist das jedoch nicht immer der Fall. Gerade in unserer heutigen, schnelllebigen Gesellschaft herrscht oftmals ein Unverständnis zwischen Sender und Empfänger. Für Führungskräfte ist es deshalb wichtig darauf zu achten, dass die Botschaft deutlich ist: Wo, für was und wozu soll gearbeitet werden. Deshalb finde ich es gut, wenn im Unternehmen das Drei-Generationen-Modell mit Altmeister, Meister und Geselle angewandt wird. Die Altmeister und Meister haben die Kultur mitgeprägt und mitaufgebaut - sie sind für die jungen Mitarbeiter und Lehrlinge verantwortlich und führen diese in die Arbeit ein. 

Ist es nicht wichtig, dass auch der Chef die Bedürfnisse und Anliegen seiner Mitarbeiter versteht?
Auf jeden Fall; das beginnt schon bei der Selektion. Als Führungsverantwortlicher bei der Personaleinstellung muss mir ganz bewusst sein, dass ich keine Maschinen anstelle, sondern Menschen. Jeder Mitarbeiter nimmt im Unternehmen eine bestimmte Rolle ein, welche im Vorfeld sehr klar definiert werden muss. Mein Ziel ist es, Mitarbeiter einzustellen, die lange bleiben, denn Fluktuation ist meiner Meinung nach die größte Kostenstelle, die ein Unternehmen haben kann.

In Ihrer Arbeit als Berater setzen Sie auch darauf, dass Menschen in einem Unternehmen nicht nur arbeitstechnisch ankommen, sondern auch menschlich.
Ja, genau. Der Mensch darf und soll auch ankommen. Das ist ein sehr wichtiger Faktor, der heute nicht immer zählt. Der Mensch muss immer funktionieren und auf der anderen Seite wundern wir uns, dass es so viele moderne Krankheiten wie Burnout gibt, oder junge Leute, die nach der Matura ein Erholungsjahr brauchen. 

Ein wichtiger Bestandteil ist die Kommunikation?
Ja, es wird gesprochen und nicht nur per E-Mail und SMS kommuniziert. Es ist sehr wichtig, dass eine Kultur des Sprechens und Miteinanders gelebt wird. Wie geht man miteinander um, akzeptiere ich den anderen wie er ist? Was heißt das fürs Unternehmen?

In der Arbeitswelt ist es nun mal oft der Fall, dass eine Arbeit nur ausgeführt wird, weil sie ausgeführt werden muss. Der Sinn dahinter fehlt.
Aus diesem Grund übernehmen Mitarbeiter in Unternehmen oftmals wenig Verantwortung. Dafür übernehmen sie dann in Vereinen oder freiwilligen Organisationen (z.B. in der Feuerwehr, Musik, Sportverein) Führung, wo sie sich als kompetenter Mensch einbringen und Teil von etwas sein können. Das ist heute der Schlüsselpunkt in Organisationen. 

In genossenschaftlichen Unternehmen sind Mitarbeiter oft auch Mitglieder der Genossenschaft. Sie werden also stärker in die Führung und Verwaltung des Unternehmens miteinbezogen. Sie übernehmen Verantwortung. Sind Genossenschaften also die ideale Unternehmensform, um das Potential der Mitarbeiter besser zu nutzen?
In Genossenschaften sollte die Identifikation mit den Unternehmenszielen etwas leichter fallen. Es ist dabei aber immer wichtig, den Fokus auf den Gesamtbedarf der Genossenschaft zu richten und nicht nur auf die einzelnen Mitglieder. Hier kommen sehr oft Klärungsfragen bezüglich Führungsstruktur, Leitbild, Kompetenzprofile, soziale Verantwortung und vieles mehr auf. Eine Genossenschaft ist schlussendlich eine Form von Unternehmen und muss auch so behandelt und wahrgenommen werden. Hier liegt oft die Schwierigkeit bei den Mitgliedern bzw. Mitarbeitern. Es gilt somit an den Bedürfnissen der Genossenschaft und der Menschen als Teil der Genossenschaft zu arbeiten. 

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Kommentare

Bild des Benutzers gelber enzian

immer wieder die welt neu erfinden und den dotter im ei entdecken.
was für die mehrheit der "normalen" leute einfach selbsverständlich ist, ist für jene, welchen "normal" nicht gut genug ist ein WUNDER.
gemeinwohl ist jeden tag angesagt, wie die schuhe binden
da braucht es nicht viel philosophie und schlaues geschwatz, das vorallem in den eigenen ohren gut klingt.
wunder jeden tag

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