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Sport

Keine Südtiroler Olympiade 2026

Die Landesregierung sagt Nein zu Olympischen Winterspielen 2026 in Südtirol. CONI-Chef Gutweniger nimmt es sportlich: “Würde unsere Kräfte übersteigen.”
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Bisher lebte der Traum, die Olympischen Winterspiele 2026 in Südtirol austragen zu können. Mit dem Trentino und dem Veneto wollte sich das Land Südtirol für die Austragung bewerben. Doch nun wird der Traum begraben.

Bei der Pressekonferenz nach der Sitzung der Landesregierung hat Landeshauptmann Arno Kompatscher wie erwartet die Bombe platzen lassen: Die Olympischen Winterspiele 2026 werden nicht in Südtirol stattfinden. Einstimmig hat die Landesregierung heute Vormittag beschlossen, sich von einer Kandidatur zu distanzieren. Solange das Internationale Olympische Komitee die Regeln für die Spiele nicht ändert, ist mit Südtirol nicht zu rechnen, so die Botschaft, die bereits kurz vor Dienstag Mittag durchsickerte.

Low-cost- und low-impact-Spiele waren die unverhandelbaren Voraussetzungen für den Landeshauptmann, um für Olympia 2026 zu kandidieren. “Die Olympischen Winterspiele müssen dahin zurückkehren, wo die Wintersportarten entstanden sind, wo die Anlagen und Infrastrukturen bereits vorhanden sind und es keiner landschaftszerstörenden Eingriffe bedarf”, hatte Kompatscher noch Ende des Jahres 2017 gesagt. Doch die Signale aus dem IOC sind schwach. Nach wie vor würden vom Internationalen Olympischen Komitee Eingriffe wie die Errichtung eines Olympischen Dorfes samt Pressezentrum und Ausbau von Sportstätten vorgegeben. “Unter diesen Voraussetzungen sind Spiele, wie sie uns vorschweben – ökonomisch, sozial und ökologisch nachhaltig – nicht möglich”, erklärt der Landeshauptmann.

“Und wer glaubt schon daran, dass sich die Spielregeln tatsächlich in diese Richtung ändern?”, fragt sich Heinz Gutweniger. Der Südtiroler CONI-Chef hatte selbst kräftig die Werbetrommel für die Spiele in Südtirol gerührt. Dass “das Projekt derzeit in Südtirol ad acta gelegt worden ist”, wie Gutweniger sagt, bedauert er zwar. “Aber ehrlich gesagt, befürchte ich, dass das Vorhaben unsere Kräfte übersteigt”, gesteht Gutweniger im Gespräch mit salto.bz. “Der Kosten-Nutzen-Faktor ist nicht auf unserer Seite.”

Außerdem gibt er zu bedenken, dass im Oktober Landtagswahlen anstehen. Und wer getraut sich vor den Wahlen, ein solch heißes Eisen anzufassen? Landeshauptmann und Landesregierung jedenfalls nicht. Zumal auch nicht sicher ist, wie die Bevölkerung im Lande zu einer mögliche Austragung steht.

Nach wie vor nicht ausgeschlossen ist für den Landeshauptmann, dass Südtirol einzelne Wettkampfstätten für die Austragung von Olympischen Spielen in Nachbarregionen zur Verfügung stellt – auch im Falle von Tirol stand diese Möglichkeit im Raum. Doch die Tiroler Kandidatur war am Volkswillen gescheitert. 53 Prozent der Abstimmenden sagten bei der Volksbefragung Mitte Oktober 2017 Nein zu Olympia.

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