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SVP

Christians Verzicht

Christian Tschurtschenthaler zieht sich aus der aktiven Politik zurück. In einem Schreiben begründet der ehemalige Brunecker Bürgermeister warum er nicht mehr antritt.
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Christian Tschurtschenthaler wird bei den kommenden Landtagswahlen nicht mehr antreten. Der amtierende SVP-Landtagsabgeordnete verschickte am Freitag um 10.43 Uhr von seinem Ipad einen offenen Brief an die Medien. Bereits vorher hatte Tschurtschenthaler, der für die SVP-Liste für den 21. Oktober als gesetzt galt, seinen Rückzug Landeshauptmann Arno Kompatscher und SVP-Obmann Philipp Achammer mitgeteilt. Ebenso informiert wurde der Pusterer SVP-Bezirksobmann und Senator Meinhard Durnwalder.
 

Tschurtschenthalers Schreiben

 
Sehr geehrte Damen und Herren!
Die Landtagswahlen im Herbst nehme ich zum Anlass, für mich neue Weichen zu stellen: Ich verzichte auf eine weitere Kandidatur und werde mich aus der aktiven Politik verabschieden.
Viele Jahre durfte ich – mit großem Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger ausgestattet – die Stadt Bruneck als Bürgermeister leiten. Nach drei Perioden in diesem Amt war es für mich ein konsequenter Schritt, für den Landtag zu kandidieren und meine politische Erfahrung auf dieser Ebene einzubringen.
Mir hat sowohl die Arbeit als Bürgermeister als auch jene als Abgeordneter immer große Freude bereitet, denn es war mir möglich, sehr vieles für die Menschen in Bruneck und in Südtirol zu erreichen und dabei selbst viel Wesentliches zu lernen. Gerade in den turbulenten Zeiten, in denen wir leben, war es mir immer wichtig, Halt zu geben, Sicherheit zu vermitteln und eine gute wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung unserer Heimat mitzugestalten.
Ich habe mir in den vergangenen Wochen aber auch Gedanken über den richtigen Weg für mich selbst gemacht. Dabei ist mir klar geworden, dass ich auf eine neuerliche Kandidatur für den Landtag verzichten sollte – obwohl ich in der Bevölkerung viel Zuspruch empfinde und innerhalb der SVP viel Unterstützung spüre. So hat es mich sehr gefreut, dass ich die Nominierung zur Kandidatur im Bezirk problemlos geschafft habe. Auch das war für mich ein Zeichen der Wertschätzung und Würdigung meiner bisherigen Arbeit, für die ich sehr dankbar bin.
Ich habe mir in den vergangenen Wochen aber auch Gedanken über den richtigen Weg für mich selbst gemacht. Dabei ist mir klar geworden, dass ich auf eine neuerliche Kandidatur für den Landtag verzichten sollte.
Mir ist aber sehr bewusst, dass mich andere Aufgaben inzwischen mehr anziehen und dass ich mir selbst noch einige wertvolle Lernprozesse und Herausforderungen schulde. Neben der Tätigkeit für meinen Familienbetrieb, meinen verschiedenen ehrenamtlichen Aufgaben, ist das vor allem die Unterstützung und Beflügelung kultureller Projekte, die dazu angetan sind, in einer häufig zu groben Welt Verfeinerung anzubieten.
Konsequenterweise habe ich dem Landeshauptmann und dem Parteiobmann mitgeteilt, dass ich auf eine Kandidatur für den Landtag verzichte.
Ich bedanke mich bei allen, die mich auf meinem bisherigen Weg unterstützt haben. Der Südtiroler Volkspartei und dem von mir hoch geschätzten Landeshauptmann wünsche ich viel Erfolg bei den anstehenden Landtagswahlen. Auch ohne eigene Kandidatur werde ich mit voller Überzeugung meinen Beitrag zu einem guten Ergebnis meiner Partei leisten."
 
Christian Tschurtschenthalers Rückzug kommt nicht überraschend. Nachdem in den vergangenen Tagen mit Gerd Lanz ein weiteres Pusterer Schwergewicht über die Landesliste eingestiegen ist, hatte es aus dem Pustertal herbe Kritik gegeben. Tschurtschenthaler hatte erklärt, er würde seine Kandidatur ernsthaft überdenken.
Jetzt hat der SVP-Landtagsabgeordnete entscheiden. Damit geht der SVP ein weiterer Kandidat verloren. Erst am Donnerstag hatte der groß angekündigte Arzt und Primar Lorenz Larcher überraschend das Handtuch geworfen. Der Grund: Berufliches und politischen Engagement seien nicht vereinbar.
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Kommentare

Bild des Benutzers Ralph Kunze

3 Legislaturen als Bürgermeister, eine im Landtag. Wahrscheinlich war er auch vorher schon im Gemeinderat- oder Ausschuss.
Reicht doch mal, oder?

Bild des Benutzers Andreas Baumgartner

Ob bei der Entscheidungsfindung auch das Geschehen rund um das Stadtmarketing Bruneck eine Rolle gespielt hat?

Bild des Benutzers rheticus rheticus

Rimango dell'opinione che nella amministrazione pubblica, è necessario un continuo ricambio; una legislatura basta. I consigli provinciali, regionali e comunali dovrebbero essere costituiti anche da una buona quota di sorteggiati.

Bild des Benutzers Gunny K

Ich denke dass erwähnter Nochabgeordneter gesehen hat dass im Pustertal andere Kräfte zur Wahl drängen. Es heisst ja immer dass Politiker in einer Zeit von 20 Jahren sicher das Eine und Andere Zeichen hat setzten können und deshalb Schluss sein sollte. Da mir innerparteipolitische Spiele nicht bekannt sind(eigentlich auch egal) sehe ich es als lobendswert wenn ein Schlussstrich gezogen wird.

Bild des Benutzers Hartmuth Staffler

Der Verlust für die SVP hält sich in engen Grenzen. Allerdings sagt ein altes Tiroler Sprichwort: Es kommt nichts besseres nach. Das lässt Schlimmes befürchten.

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