Gute Wegweiser
Oswald Stimpfl
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Ausflug der Woche

Hinter dem Gampenjoch

Unterwegs am Nonsberg: Von Unsere Liebe Frau im Walde über den Pilgerweg zur Laugenalm, mit einem besonderen Highlight für Kunst- und Kulturbewusste.
Kolumne von
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Oswald Stimpfl17.11.2018
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Diese Wanderung führt uns an die Sprachgrenze Südtirols, nach Unsere Liebe Frau im Walde auf 1345 m, einem einst viel besuchten Wallfahrtsort kurz hinter dem Gampenjoch, am Nordwestende des Mendelkammes. Wir sind dabei auf dem 2011 eingeweihten Pilgerweg vom Pass zum Wallfahrtsort und auf Wegen und Steigen um die prachtvoll gelegene Laugenalm unterwegs. Für Kunst- und Kulturbewusste sowie für Menschen die Ruhe und Besinnung suchen ist der älteste Marienwallfahrtsort Oberitaliens mit dem hochverehrten Marienbildnis ein ganz besonderer Höhepunkt.

Ausflug Unsere Liebe Frau im Walde

 

Zum Wegverlauf

Wir parken hinter der Kirche, überqueren die Straße, gehen rechts am Widumhof vorbei und folgen den Wegweisern zum Pilgerweg bergauf. Diese Route bringt uns an den Kreuzwegstationen in Richtung Gampenjoch. Kurz vor dem Joch, nach einer knappen Gehstunde, biegen wir links auf den Wald- und Wiesenweg (Nr. 10/A) en, der zuerst in sanfter Steigung und im letzten Stück auf holprigem, steilem Steig zur Laugenalm (1853 m) führt. Bis hierher 1 Stunde und 50 Minuten. Die Alm liegt an der Waldgrenze auf einer Geländeterrasse, sie ist während der Wintermonate geschlossen, aber an der sonnigen windgeschützten Südwand findet sich an Bänken und Tischen ein Plätzchen um die mitgebrachte Jause und die prächtige Aussicht zu den fernen Dolomiten zu genießen. Für den Rückweg gehen wir ein Stück des Aufstiegssteiges und nehmen bei einer Wegteilung den Steig 10, der uns wieder ins Dörfchen und zur Kirche zurückbringt.

Gehzeit: 3 Stunden, Länge: 7,3 km, Höhenmeter: 510

 

Interessantes am Weg

Das Dörfchen Unsere Liebe Frau im Walde mit der Wallfahrtskirche ist ein ganz besonderer Ort, die Kirche selbst ist eindrucksvolles Gesamtkunstwerk, das in dieser ländlichen Abgeschiedenheit besonders erstaunlich ist. Die Kirchengründung geht wahrscheinlich auf das 8./9. Jh. zurück, die erste schriftliche Erwähnung ist aus dem Jahr 1184, zusammen mit einem Hospiz für Pilger, das vom Orden der „Hospitalier“ geführt wurde. 1321 werden Kirche und Kloster von den Augustiner Chorherren von Bozen übernommen. Heute gehört die Kirche zum Benediktinerstift Muri-Gries. Im 15. Jh. wurde die Kirche gotisch umgebaut, die Altäre in Schwarz und Gold stammen aus der Zeit des Barock. Am Hochaltar ist das verehrte Gnadenbild der Muttergottes in einem barocken Schrein ausgestellt. An der hinteren Innenwand sind eine Reihe von Votivbildern ausgestellt, kurios ist jenes von den Überetscher Weinbauern aus St. Pauls und Eppan gestiftete, das an die Abwendung der „Gossenplage“ -damit war die Reblaus gemeint-, durch die Fürbitte Mariens in den Jahren 1885 und 1886 erinnert.

 

Die Einkehr:

Hotel Gasthof Zum Hirschen

Das ehemalige Pilgerhospiz, Herberge und Dorfwirtshaus „Zum Hirsch“ wurde 2017 komplett erneuert, entstanden ist eine gelungene Kombination von Tradition und Moderne. Wanderer und Tagesgäste sind im Restaurant – Bistro gern gesehen.

Familie Kofler-Mocatti, Malgasottstraße 2. 39010 Unsere lb. Frau im Walde - St. Felix. Tel. 0463 886 105. www.zumhirschen.com

 

Anfahrt:

Ab Lana, auf der SS 238, für 21,5 km auf der Gampenstraße bis nach Unsere lb. Frau i. Walde, einer Verwaltungsfraktion der Gemeinde St. Felix.

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