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Wanderwege

Neuer Schilder-Streit

Der AVS kritisiert die neue Wegbeschilderung in Mühlwald: “Die Schilder enthalten Fehlinformationen und entsprechen nicht den vereinbarten Richtlinien.”
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Es war Ende Dezember, da unterzeichneten AVS, CAI, Bauernbund, LTS (Landesverband der Tourismusorganisationen), HGV und Gemeindenverband mit dem Land Südtirol eine Vereinbarung: Nach jahrelangen Diskussionen hatte man sich endlich auf die gemeinsame Nutzung und Instandhaltung der öffentlichen Wanderwege verständigt. Erstmals wurden Wegehalter wie die Alpenvereine rechtlich verankert und damit ihre Leistungen, etwa die ordentliche Instandhaltung, anerkannt. “Als nächstes wollen wir die Beschilderung neu regeln”, kündigte Landeshauptmann Arno Kompatscher Anfang des neuen Jahres an.

Noch bevor es so weit ist, kommt nun Kritik aus dem AVS. Präsident Georg Simeoni höchstpersönlich hat einen offenen Brief unterzeichnet, der an die Landespolitik ebenso geht wie IDM und HGV, Bauernbund und Gemeindenverband und den Tourismusverein Tauferer Ahrntal, die AVS-Sektion Sand in Taufers – und die Gemeinde Mühlwald. Letztere ist Gegenstand der Kriitk in Simeonis Schreiben – die Gemeindeverantwortlichen hätten sich bei der neuen Wegbeschilderung nicht an die Spielregeln gehalten. Für Simeoni ist das gleich aus mehreren Gründen inakzeptabel:

 

Sehr geehrter Herr Landeshauptmann,

mit großer Sorge weisen wird darauf hin, dass die Gemeinde Mühlwald die Wanderwege im Gemeindegebiet neu beschildert und dabei ein Beschilderungskonzept verfolgt, das mit den landesweit einheitlichen Richtlinien in keinster Weise kompatibel ist.
Wir sehen uns zu diesem Schritt gezwungen, nicht nur weil die AVS-Sektion Sand in Taufers Wegehalter auch im zuständigen Gemeindegebiet ist, sondern weil der AVS seit Jahrzehnten eine landesweite Steuerungsfunktion in der Wegematerie ausübt und sich im Interesse aller Bergsteiger und Wanderer verpflichtet fühlt, auf diesen Umstand öffentlich hinzuweisen.

Die zweinamige Angabe weitestgehend unbedeutender Flurnamen wird keinesfalls zu einer Beruhigung in der Toponomastik-Materie beitragen.

Erst letztes Jahr wurde mit Beschluss der Landesregierung die „Vereinbarung zur Aufwertung, Instandhaltung, Verwaltung und Nutzung der Wanderwege in Südtirol“ verabschiedet, wo die Wanderwege als wichtige Infrastruktur für Gäste wie auch für die ansässige Bevölkerung und als Rückgrat für die wirtschaftliche Entwicklung anerkannt werden.
Auf Initiative des AVS und mit Beteiligung aller Wegehalter wurde bereits vor 15 Jahren mit dem Südtirol Wegeprojekt auch ein landesweit einheitliches Beschilderungssystem entwickelt. Wohl nicht umsonst sind „die Richtlinien zur Markierung und zur einheitlichen Beschilderung“ auch in der neuen Vereinbarung verankert worden.

Trotz aller Interventionen wurde ein vollkommen neues Beschilderungskonzept umgesetzt, das Fehlinformationen beinhaltet.

Über die Absicht einer neuen Beschilderung in Mühlwald sind der AVS und die Sektion Sand i.T. zwar schon seit letztem Jahr informiert, gerade deshalb wurde aber in mehreren Aussprachen mit dem Bürgermeister auf die Notwendigkeit der einheitlichen Beschilderung hingewiesen.
Umso mehr sind wir nun darüber verwundert, dass trotz aller Interventionen ein vollkommen neues Beschilderungskonzept umgesetzt wurde, das Fehlinformationen beinhaltet und, was uns als Wegehalter direkt
betrifft, die Hinweisschilder des AVS einfach entfernt wurden.

Abgesehen von unseren Konsequenzen, ob wir weiterhin die ehrenamtliche Funktion als Wegehalter wahrnehmen und die Entfernung unserer Hinweisschilder einfach dulden, ist nun für die Einhaltung verbindlicher Rahmenbedingungen im allgemeinen Interesse die Landesverwaltung zuständig.

Insbesondere weisen wir darauf hin, dass die Wegebeschilderung nicht nur in Material und Gestaltung einheitlichen Richtlinien entsprechen sollte, denn auch die inhaltlichen Hinweise wie Nah- und Fernziel, Zeitangaben usw. liegen einem umfassenden Geografischen Informationssystem zu Grunde, dessen Berücksichtigung aus den uns vorliegenden Informationen nicht zu erkennen ist.
Nicht zuletzt ist auch die Anwendung der Flurnamen ein Kritikpunkt. Gerade weil die Wegeschilder im Mittelpunkt der Diskussionen zur Toponomastik stehen und mit dem Abkommen zwischen Alt-Landeshauptmann Durnwalder und mit den ehem. Ministern Fitto und Delrio eine einvernehmliche Regelung besteht, wird die zweinamige Angabe weitestgehend unbedeutender Flurnamen keinesfalls zu einer Beruhigung in der Materie beitragen.

Der AVS fühlt sich im Interesse aller Bergsteiger und Wanderer verpflichtet, auf diesen Umstand öffentlich hinzuweisen.

Unabhängig der dafür notwendigen Finanzierung vertreten wir die Meinung, dass die neue Beschilderung abgebaut und gemäß den landesweit einheitlichen Kriterien zu erneuern ist.
Kaum vorstellbar, würde jede Gemeinde die Straßenbeschilderung in ihrem Gebiet nach eigenen individuellen Vorstellungen gestalten.

Mit freundlichen Grüßen
Georg Simeoni
Präsident

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