salto.music | Live im UFO Bruneck

Corinne in der Nacht

Eva Kuen, ihre Band Corinne Amrand und das Album „Käpt'n Lost”: Live zu sehen, gestern, auf dem Gelände des UFO Bruneck.
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Foto: rhd
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Schöne Songs, schöne Stimme: Eva Kuen stand gestern mit ihrer Band Corinne Amrand live auf der Bühne beim UFO in Bruneck und präsentierte ihr aktuelles Album „Käpt'n Lost”. Foto: rhd

 

Corinne Amrand haben für sich die Umschreibung Art-Pop gefunden, und das passt sehr gut zum Album „Käpt'n Lost”, das Anfang März letzten Jahres erschienen ist. Die Schauspielerin und Sängerin Eva Kuen hatte das Album gemeinsam mit Simon Gamper und Philipp Schwarz produziert und eingespielt und sich damit zwischen Pop, Kabarett-Songs, Chanson und etwas Rock platziert. Corona hatte es der Band ziemlich erschwert, das Album live angemessen zu präsentieren, mussten sie doch einige Termine verschieben und sogar canceln. Gestern, Mittwoch, 18. August 2021, brachte Corinne Amrand „Käpt'n Lost” endlich wieder auf die Bühne. Wir wollten uns diese Gelegenheit nicht entgehen lassen und sind nach Bruneck gefahren, ins UFO.

Das durcharrangierte Album live umzusetzen ist in diesem Falle eine Herausforderung, und wer das Album noch im Ohr hatte, brauchte einige Songs, um mit der leicht rauen Liveversion zurecht zu kommen. Im Laufe des Konzertes konnte sich die Band aber fangen und warm spielen und lieferte beispielsweise mit dem reduzierten und wunderbaren „Hubble Deep Fields” und dem abschließenden „Käpt'n Lost” zwei Perlen aus dem letztjährigen Album. Mit „Leuchtturm” und der Zugabe gab es zudem noch zwei neue Songs, die auf die Veröffentlichung warten.

Bemerkenswert übrigens auch, wie perfekt sich Thomas Ebner in die Band eingefügt hat. Der Meraner Schlagzeuger hatte den Posten von Manuel Thoma übernommen und seinen ersten Auftritt mit Corinne Amrand erstklassig absolviert.

Schön waren die Zwischentexte von Eva Kuen, die die Songs in die Gegenwart eingebunden hat und das Publikum immer wieder an höchst aktuelle Themen erinnerte: Von den apokalyptischen Konsequenzen der Klimakrise bis hin zum Selbstverständnis der Frauen, Afghanistan und die leichtfertigen Folgen der kommerzialisierten Globalisierten. Corinne Amrand machen engagierte Musik, die aber immer wieder auch zum Träumen anstößt. Das Ambiente auf der Wiese beim Jugend- und Kulturzentrum UFO und der Nachthimmel im Hintergrund trugen das Ihre bei, um diesen Konzertabend als definitiv gewinnbringend zu verbuchen.

Anfang Dezember 2021 wird die Band in der Carambolage in Bozen erneut live zu sehen sein.

Link zum Album „Käpt'n Lost”: http://corinneamrand.com

 

Ein kleiner Nachtrag: Eigenartig war, dass am gleichen Abend – wenige huntert Meter entfernt – auf dem Rathausplatz von Bruneck, die Veranstaltung „Kultur On Tour” stattfand, eine Konzertreihe, die relativ kurzfristig im Juli geplant worden war und unter dem Slogan „Neustart Kultur” durchgezogen wurde. Nicht nur, dass die Kultur landesweit eigentlich bereits seit Mai/Juni „gestartet” ist und auch das UFO Bruneck bereits seit Ende Juni kulturelle Veranstaltungen anbietet und diese entsprechend bewirbt, „Kultur On Tour” wählte ausgerechnet den gestrigen Mittwoch als Austragungstermin. Etwas mehr Umsicht und Respekt wäre dann doch wünschenswert.

 

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Es war etwas kühl im Pustertal, als Corinne Amrand ihren Set spielten, aber der Band gelang es mit ihren Songs das Publikum auf sich zu fokussieren. Foto: rhd

 

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Nicht nur Simon Gamper und Philipp Schwarz wechselten im Laufe des Abends ihre Instrumente um dem Klangspektrum der einzelnen Songs gerecht zu werden: Auch Eva Kuen spielte bei Bedarf E-Bass und Gitarre. Foto: rhd

 

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Den Corona-Bestimmungen entsprechend und trotzdem eine ganz normale Konzert-Location: Die Wiese vor dem UFO in Bruneck wurde mit viel Liebe zum Detail für das Publikum vorbereitet und passte perfekt zur Performance von Corinne Amrand. Foto: rhd

 

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Mit „Hubble Deep Fields” und dem Titelsong ihres aktuellen Albums „Käpt'n Lost” zeigte sich Eva Kuen und ihre Band Corinne Amrand von ihrer besten Seite. Foto: rhd

 

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Konnten mit dem ersten Gig „nach Corona” zufrieden sein ... Corinne Amrand (v.l.n.r.): Simon Gamper, Eva Kuen, Thomas Ebner und Philipp Schwarz. Foto: rhd