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(c) pixabay
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Energiekosten

„Wir brauchen Hilfe“

Diesen Appell richtet Philipp Moser vom hds, in Vertretung vieler Südtiroler Betriebe, an die Politik. Veranschaulicht wurde der Hilferuf durch Stromrechnungen.
Von
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Hannah Ebner20.09.2022
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„Die Zahlen sprechen für sich - es braucht nicht viele Worte." Mit diesen Worten leitete hds-Präsident Philipp Moser die zehn-minütige Informationsveranstaltung, die auf dem Silvius-Magnago Platz in Bozen stattfand, ein.
Ziel des Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol war es mit der Veranstaltung auf die aktuellen Belastungen der Unternehmen, die durch die explodierenden Energiepreise entstehen, aufmerksam zu machen. Der hds forderte sofortige Unterstützungsmaßnahmen durch die Politik, ansonsten drohe vielen Betrieben das Aus.
 
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 Philipp Moser und Sandro Pellegrini: „Wir fordern dringende und sofortige Unterstützungsmaßnahmen". (Foto: salto.bz)
 
Am stärksten betroffen sei der gesamte Einzel- und Großhandel im Bereich Lebensmittel, die Lebensmittelproduzenten, sowie die Gastronomie. Der hds wolle verhindern, dass Betriebe zusperren und Mitarbeiter:innen entlassen werden müssen. Einige Betriebe könnten die Situation ein, zwei, oder drei Monate noch stemmen, danach müssten Konsequenzen gezogen werden. Laut Moser gäbe es keine Hoffnung, dass sich die Situation schnell bessern würde. Deshalb sei jetzt eine Lösung nötig. Auch Sandro Pellegrini, Vizepräsident des hds und Geschäftsführer der Lemayr Bäckereien, betont die Dringlichkeit der Lage: „Wir sind am verzweifeln, weil wir wissen, dass es so nicht weitergehen kann.“
Veranschaulicht wurde das Ganze durch diverse Stromrechnungen. Die Stromrechnung der Bäckerei Lemayr in Bozen belief sich im Zeitraum Juli-August diesen Jahres auf 120.947 Euro. Ein Mehrwert von 81.093 Euro im Vergleich zum letzten Jahr. Das Batzen-Häusl in Bozen zahlte im Juli 2022 20.942 Euro an Strom, eine Differenz von 14.015 Euro zum Vorjahr.
 
 
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Stromrechnung  der Paulaner Stubn: 4.769 Euro Differenz zum Vorjahreszeitraum. (Foto: Hds-Unione)
 
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Stromrechnung Eurospin Bruneck: auch hier sieht man die gestiegenen Kosten (Foto: Hds-Unione)
 
Auf Nachfrage von Salto.bz sagte Moser: „Heute geht es uns darum, dass wir den Aufschrei kundtun, dass wir von den Medien wahrgenommen werden. Das ist auch für unsere Mitglieder immens wichtig. Sie fühlen sich allein gelassen, von der Politik und den Verbänden. Wir brauchen Hilfe. Die Politik reagiert nur auf Druck und den braucht es von mehreren Seiten.“
Politische Vertreter:innen seien nicht eingeladen worden. Ort und Zeit der Veranstaltung, welche während der heutigen Sitzung der Landesregierung stattfand, seien absichtlich gewählt worden. Moser erhofft sich noch heute eine Reaktion der Landesregierung.
Einziges Problem: Landeshauptmann Arno Kompatscher, hat heute aufgrund eines New-York-Aufenthaltes (Salto.bz berichtete) nicht an der Sitzung teilgenommen. Die angekündigte Pressekonferenz der Landesregierung ist deshalb ausgefallen.

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Kommentare

Bild des Benutzers Piedro Sentido male
Piedro Sentido male 20.09.2022, 22:51

Was mich wundert. Wo sind Apfellandwirte? Gerade aufgrund der derzeitigen Ernte und deren Einfuhr muss die Menge unverzüglich gekühlt werden. Diese Kühlung braucht viel Strom und deshalb Geld welches von Wem bezahlt wird.

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Klemens Riegler 22.09.2022, 00:28

Ich habe es dem Philipp Moser (HDS) schon auf FB geschrieben:
Lieber Philipp,
1. sich selbst liken tut man nicht. (Emojis not available)
2. Du bist um 6 Monate zu spät dran. Wo war der HDS im Dez. / Jan. / Feb. ? Die Preise sind schon damals (noch vor dem Krieg) durch die Decke gegangen.
p.s. meine Vergleichstabelle habe ich schon im Januar auf FB gepostet. Und zudem ganz klar erläutert, dass das alles nur SPEKULATION ist.
Und teils hier auf Salto schon im Okt. 2021: https://www.salto.bz/de/article/02102021/suedtiroler-strom-wir-deppen
3. Die Vergleiche hinken trotzdem und zwar gewaltig. Im Vergleichszeitraum 2021 waren wir in einer gewissen Pandemie. Wenn schon müsste man der Ehrlichkeit halber 2019er-Vergleiche heranziehen, und die verbrauchten kWh. anführen.
Wir hatten heuer ein Bombenjahr. Die Umsätze sind unvergleichlich höher als 2021, also wurde auch mehr Strom verbraucht.
Außerdem müssten zumindest die Redakteure der Print- und Onlinemedien etwas besser recherchieren und nicht einfach alles fressen was ihnen von Euch hingeworfen wurde. (Die Neue Südtiroler Tageszeitung ebenso wie Dolomiten - Tagblatt der Südtiroler - Salto macht es etwas besser und zitiert eher). Z.B. wie hoch der Stromanteil an den Fixkosten ist? bzw. um wie viel ist gleichzeitig auch der Umsatz gewachsen? Diesbezüglich habt ihr das GUT gemacht; Presse hat aus dem Trog gefressen, ohne nach zu denken, nachzufragen ...
4. Schlussendlich ist der HDS-Aufschrei natürlich RICHTIG & GUT. Nur "vor allem betroffen sind ..." stimmt auch nicht.
ALLE sind betroffen! Noch mehr als der Bäcker (leidet wohl mehr am Gaspreis), Metzger und Gemischtwarenladen leidet wahrscheinlich das produzierende Gewerbe, Industrie, Großhandel und richtig stromintensive Betriebe (auch Baugewerbe) usw. und vor allem ALLE, jede/r einzelne Bürger/in. Weniger die Milchverarbeiter & Co. die aufgrund von alten Verträgen aktuell eventuell sogar weniger zahlen als vorher (minus Systemkosten).
5. Nur ich raunze nicht! Mein Stromverbrauch hält sich zum Glück in Grenzen. Pro Rechnung, anstatt 380€ jetzt halt 900€ ... was sich aber ja zu 100% abschreiben lässt. In einem so gutem Umsatzjahr wie heuer verkrafte ich das. Dafür, bzw. Dagegen waren die vergangenen 2 Jahre eher beinhart. (Wenn kein Umsatz, ist 380€ schlimmer, als 900€ bei Top-Umsatz.)
5. WEITER SO ... ran an den ENERGIE-TISCH ... Südtiroler Strom muss für Südtiroler wieder bezahlbar werden. Geat net - gibs net!
TIPP: Wenn die Alperia , Südtiroler Energieverband usw. ehrlich sind, kennen sie eine Lösung = Sonderrabatte, Sammelrabatte, Geschenke, Festpreisangebote ...usw. wo sind die kreativen Juristen ? die auch sonst immer ein Schlupfloch finden wenn es um Privat-Interessen geht.
Wenn die Gemeinden und das Land als Mehrheitseigner den Segen geben und zum Teil auf ihre Strom-Dividenden verzichten, gehts (Emojis not available) auf jedem Fall.

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Josef Fulterer 22.09.2022, 07:38

Aus "den Strom in Landeshand, weil Südtirol günstig mit Strom versorgt werden muss," ist die gefräßige ALPERIA geworden.

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Stefan S 22.09.2022, 11:14

"gefräßige Alperia"
Ja hab ich mir auch gedacht als ich am Sonntag an dem zerlöchtern Hochbunker der Alperia in Bozen vorbei gefahren bin.

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Günther Alois Raffeiner 23.09.2022, 16:04

Strombonus? Herr Kompatscher,was war das vor den Wahlen? Und jetzt?A 22 Konzession in trockenen Tüchern? Wir haben 2022?? Sie scheinen ein Adenauerfreund zu sein: was interessiert mich was ich gestern gesagt habe.............,sie kennen das Zitat? Na ja typische Svp "Verarsche" konnte kein treffenderes Wort finden.

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Dietmar Nußbaumer 23.09.2022, 22:01

Zehn Prozent Inflation bedeutet für Angestellte, dass sie auf einen guten Monatslohn verzichten müssen, sollten die Löhne nicht angeglichen werden. In dieser Zeit Wahlen heraufzubeschwören, das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.

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