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Inflation

Die nächsten Monate sind richtungweisend

Besonders in Deutschland wird der Ruf nach einem Ende der Niedrigzinspolitik laut. Die Entscheidung kann aber nicht nur aufgrund der Inflationsrate getroffen werden.
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Die Energiepreise und die unverarbeiteten Lebensmittel sind der Hauptfaktor für die Entwicklung der letzten Monate. Was dies für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank bedeutet, wird sich in den nächsten Monaten zeigen. Besonders in Deutschland wird der Ruf nach einem Ende der Niedrigzinspolitik laut. Die Entscheidung kann aber nicht nur aufgrund der Inflationsrate, - die EZB erachtet 2% als erstrebenswert -, getroffen werden, denn in der EU gibt es einige Länder, für die eine Zinserhöhung aufgrund einer starken Verschuldung kaum verkraftbar wäre.

Südtirol hat die 2% Marke seit einigen Monaten überschritten. Im März lag die Inflation laut provisorischer Schätzung bei 2,1%, also um 0,7% über jener von Italien. Dieser Trend wiederholt sich mehr oder weniger seit Jahren. Da es in den letzten Jahren aufgrund der deflationären Tendenz nur geringe Lohnanpassungen gegeben hat,  kann dies in vielen Fällen wieder zu einem leichten Kaufkraftverlust führen. Dieser kann für Lohnabhängige durch Zusatzverträge und der Auszahlung von Produktionsprämien mit reduzierter Besteuerung aufgefangen werden.

Bei den RentnerInnen sieht die Lage weniger rosig aus. Rentenanpassungen werden aufgrund der gesamtstaatlichen Verbraucherpreise festgelegt und die Differenzen werden eventuell nachträglich ausgeglichen. Der Unterschied zwischen dem gesamtstaatlichen Index und Südtirol findet dabei keine Berücksichtigung. Daher könnte sich bei den Renten der schleichende Kaufkraftverlust, den man aus der Vergangenheit bereits kennt, wieder in Bewegung setzen. Zusätzlich sind besonders die Preise für den Warenkorb, mit dem die Preisentwicklung für häufig gekaufte Waren berechnet wird und der auf die RentnerInnen und Minderbemittelten zugeschnitten ist, im März italienweit um 2,6% gestiegen. Für Südtirol gibt es diesbezüglich zwar keine separaten Erhebungen, aber auch bei uns haben die Preise für Grundbedürfnisse  wie Lebensmittel mit 3,2%, Gesundheit mit 1,6% und Transport mit 4,6% angezogen. Zwar sind die Wohnungskosten mit 2,6 % rückläufig, können obige Verluste aber nicht kompensieren. Es gibt zwar noch keinen besonderen Anlass zur Besorgnis, denn erst in den nächsten Monaten wird man sehen, ob sich der Trend nach oben bestätigt. Sollte dies der Fall sein, wird auch die deutsche Urangst vor der Inflation wieder in den Vordergrund treten und der Druck auf Draghi stärker werden. 

 

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