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Meran

Obermaiser Schimmel

Direktion, Lehrer, Schüler und Eltern der Obermaiser Mittelschule fühlen sich von der Meraner Gemeindeverwaltung im Stich gelassen. Die Zustände sind unhaltbar.
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Wir haben kein Verständnis mehr dafür, dass eine Gemeinde wie Meran ein gravierendes Schulproblem in zehn Jahren nicht lösen kann“, sagt Florian Schroffenegger, stellvertretender Vorsitzender des Elternrates der Mittelschule Obermais. Der Schulrat, der Direktor, die Lehrer, die Eltern und die Schüler gingen am Freitag mit einer Pressemitteilung an die Öffentlichkeit.
Sie prangern in der Aussendung die unzumutbaren Zustände an der Schule an und die Tatsache, dass die Meraner Gemeindeverwaltung zwar viel versprochen, aber nichts davon gehalten hat. „Diese Versprechen sind plötzlich null und nichtig“, heißt es in der Aussendung. Und weiter: „Wir stehen erneut vor einem  ungelösten Raumproblem, das mittlerweile so schlimm ist, dass ein regulärer Unterricht unmöglich geworden ist.
Die Raumprobleme an der Mittelschule Obermais sind seit langen bekannt und ein politisches Thema in der Passerstadt.
Im Mai 2016 erklärten Bürgermeister Paul Rösch und der zuständige Stadtrat Stefan Frötscher vor versammelter  Presse, dass die Mittelschule Obermais im September 2017 ins Maiense-Gebäude in Obermais einziehen werde. Im September schien die Lösung zum Greifen nah: Im Rahmen einer Elternratssitzung am 6. Oktober machte Stefan Frötscher vor Dutzenden Elternvertretern klare Angaben: die Besitzer des Maisense-Gebäudes seien bereit, die Immobilie weiter an die Gemeinde zu vermieten und, noch wichtiger, diese seien auch bereit, die notwendigen Umbauarbeiten durchzuführen. Das Ziel schien erreicht. Der Einsatz der Arbeitsgruppe Mittelschule Obermais, welche von Eltern, Schulverwaltung und Lehrerschaft eigens für diese Sache gegründet worden war, schien Früchte getragen zu haben.
Doch plötzlich stellt sich die Situation ganz anders dar: In einem Schreiben an die Schulverwaltung und die Elternvertretung vom 21. November bittet Stadtrat Frötscher erneut um Geduld und verweist auf das Land bzw. auf die Ex-Böhler-Lösung. Das Maiense als Standort der Mittelschule Obermais ist wieder in weite Ferne gerückt.
Für die Eltern, seit zehn Jahren für Lösung der Situation rund um die Mittelschule kämpfen, ist dies ein herber Rückschlag.
„Es ist unglaublich wie Bürgermeister Paul Rösch und Schulstadtrat Stefan Frötscher jegliche Verantwortung für Versäumnisse von sich weisen und die Schuld auf Private und das Land schieben.“
Es ist unglaublich wie Bürgermeister Paul Rösch und Schulstadtrat Stefan Frötscher jegliche Verantwortung für Versäumnisse von sich weisen und die Schuld auf Private und das Land schieben. Die Mittelschule ist Kompetenz der Stadt und daher muss auch die Stadt eine Lösung finden – mit wem auch immer“, sagt Florian Schroffenegger,.
Bereits im heurigen Schuljahr wurden drei Schulklassen in das alte Rathaus ausgelagert. Im nächsten Jahr kommen weitere Klassen dazu, die im Mittelschulgebäude nicht Platz haben. Zudem ist das Mittelschulgebäude nicht nur von Raumnot, sondern auch von baulichen Mängeln behaftet. Spezialräume werden schon seit Jahren als Klassen genutzt. Immer wieder taucht Raumschimmel in manchen Klassen auf.
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Schulstadtrat Stefan Frötscher: Versprechen plötzlich null und nichtig

Eine unzumutbare Situation nicht nur für Schüler, sondern auch für die Lehrer: „Die Qualität des Unterrichtes nimmt von Jahr zu Jahr ab, denn das ständige Hin- und Herwandern der Schüler und Lehrer zwischen den Schulgebäuden, die fast unmögliche Einteilung der Stundenpläne und der Zeitverlust während der Stundenwechsel nehmen ständig zu“, sagt auch Direktor Andrea Bordiga. Die Lehrkräfte werden Jahr für Jahr mit Übergangslösungen vertröstet. Bordiga befürchtet ein mögliches Abwandern von Lehrkräften, welche sich für ein besseres Lernumfeld an anderen Schulen entscheiden. Eine Zunahme an ständig wechselnden Supplenzlehrkräften wäre die Folge.
Enttäuschung und Frust verbreitet sich unter den Eltern, den Schülern und Lehrkräften von Obermais.
Für den kommenden Montag, 28. November, hat die Arbeitsgruppe eine Elternversammlung einberufen, um gemeinsam mit den Eltern mögliche Maßnahmen zu diskutieren, um den Druck auf die Politik zu erhöhen.
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