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Eu-Wahlen

Hilfe aus dem Trentino

Die Volkspartei kann aufatmen. Herbert Dorfmann legt vor allem außerhalb Südtirols an Stimmen zu und wird wiedergewählt. Die SVP hat in den Städten und Großgemeinden deutlich weniger Stimmen verloren als auf den Land und kommt mit einem blauen Auge davon.
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Die SVP dürfte nach dieser Wahl ein lachendes und ein weinendes Auge haben. Die Volkspartei kommt Südtirol weit auf 91.736 Stimmen. Das sind 25.949 Stimmen weniger als bei der letzten EU-Wahl 2009. Damit hat die SVP rund ein Viertel ihrer Stimmen in Südtirol verloren.
Prozentuell hat die Volkspartei 4,1 Prozent verloren. 2009 kam man auf 52,1 Prozent. 2014 sind er nur mehr 48 Prozent.

Die Städte

In den Städten und Großgemeinden liegen die Stimmenverluste für die SVP deutlich unter dem Landesdurchschnitt. Das dürfte darauf zurückzuführen sein, dass auch bei dieser Wahl viele Italiener die Achammer-Partei gewählt haben. Der Überblick:

Bozen                       - 0,31 Prozent
Meran                      - 0,68 Prozent
Brixen                      - 0,40 Prozent
Bruneck                   - 2,57 Prozent
Leifers                     - 2,02 Prozent

 

Einbruch im Pustertal und Burggrafenamt

In der Stadt Bozen kommt die SVP auf 14,5 Prozent, das ist ein Minus von 0,35 Prozentpunken gegenüber 2009. Im Burggrafenamt rutscht die Volkspartei von 56,3 Prozent auf 51 Prozent. Ein Minus von 5,3 Prozent. Im Eisacktal im Heimatbezirk des Spitzenkandidaten Herbert Dorfmann kam die SVP diesmal auf 60,8 Prozent. 2009 waren es noch 63 Prozent gewesen.
Massive Verluste muss die SVP auch im Pustertal hinnehmen. 2009 waren es noch 70,4 Prozent, 2014 sind es nur mehr 64,9 Prozent. Ein Minus von 6,5 Prozent.
Im Bezirk Salten Schlern kommt man auf 68,9 Prozent. 2009 waren es noch 71,6 Prozent gewesen. Das ist gegenüber den letzten EU-Wahlen ein Verlust von 2,7 Prozentpunkten. Noch höher ist der Stimmenverlust im Unterland. Mit 45,4 Prozent fehlen auf das Ergebnis von 2009 (49,2 %) 3,8 Prozente.
Im Wipptal erreicht die SVP 59,2 Prozent. 2009 waren es noch 63,2 Prozent gewesen. Ein Minus von genau 4 Prozent. Auch im Vinschgau hat die Volkspartei verloren. 2009 kam man auf 74,1 Prozent, 2014 sind es nur mehr 71,9 Prozent. Das macht ein Minus von 2,2 Prozent.

Die Bezirke

Pustertal                     - 6,5 Prozent

Burggrafenamt        - 5,3 Prozent

Wipptal                     - 4 Prozent

Unterland                 - 3,8 Prozent

Salten Schlern        - 2,7 Prozent

Eisacktal                  - 2,2 Prozent

Vinschgau                - 2,2 Prozent

Bozen                         - 0,31 Prozent

 

Der Absturz

In fünf Südtiroler Gemeinden muss die SVP Stimmenverlust im zweistelligen Bereich hinnehmen. In weiteren sieben Gemeinden verliert die Achammer-Partei über 9 Prozent der Stimmen.

Waidbruck                               - 16,24 Prozent

Niederdorf                               - 12,04 Prozent

Mühlbach                                 - 11,10 Prozent

Ahrntal                                      - 10,99 Prozent

St. Martin in Passeier          - 10,6 Prozent

St. Leonhard in Passeier    - 9,87 Prozent

Feldthurns                               - 9,53 Prozent

Wengen                                     - 8,67 Prozent

Tisens                                        - 8,47 Prozent

Gais                                            - 8,15 Prozent

Partschins                                - 8,15 Prozent

Mölten                                      - 8,04 Prozent

Die Zugewinne

Schaut man sich die landesweite Entwicklung an, so scheinen diese Ergebnisse kaum erklärbar. Doch in acht Gemeinden konnte die SVP im Vergleich zu 2009 an Stimmen zulegen. In drei Gemeinden sogar mit zweistelligen Zugewinnen. Auffallend ist auch, dass es auch in der Heimatgemeinde von Landeshauptmann Arno Kompatscher in Völs am Schlern einen leichten Stimmenzuwachs gibt.

Wolkenstein                 + 15,63 Prozent

Villanders                     + 10,38 Prozent

Glurns                            + 10,34 Prozent

Tiers                                + 3,6 Prozent

Vöran                              + 1,59 Prozent

Franzenfeste                + 1,44 Prozent

Deutschnofen              + 0,84 Prozent

Völs am Schlern         + 0,37 Prozent

 

Dorfmanns Trentino

Deutlich an Stimmen verloren hat aber auch der SVP-Spitzenkandidat Herbert Dorfmann. 2009 bekam er Südtirol weit 83.088 Vorzugsstimmen. Am Sonntag waren es nur mehr 70.351. Das sind um 12.737 Stimmen weniger.
Im gesamten Wahkreis kommt Herbert Dorfmann aber auf 93.956 Vorzugsstimmen. Das heißt der SVP hat über 23.500 Stimmen außerhalb Südtirols bekommen. Besonders stark war Dorfmann dabei mit 16.588 Stimmen. Im Veneto bekam der SVP-Kandidat immerhin 6.334 Stimmen, in Friaul Julisch-Venetien sind es 653 Stimmen und in der Emilia-Romagna bescheidene 90 Stimmen.
Wie sehr diese Stimmen aber Herbert Dorfmann zugute kommen, zeigt der Vergleich mit den EU-Wahlen 2009. Damals kam der SVP-Kandidat im Wahlkreis Nord-Ost insgesamt nur auf 84.551 Vorzugsstimmen. 

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Kommentare

Bild des Benutzers Benno Kusstatscher
Wird wohl Zeit, das Veneto etwas differenzierter zu betrachten: Col 57.8%, Fodom 55.7% aber Cortina nur 14.8% Comelico Superiore 28%, San Nicoló 15.9%, Sappada 9.7% aber in den Karnischen Tälern des Friuli nicht existent bzw. höchstens im 1%-Bereich Auronzo, Alleghe, Zoldo, Borca, Danta in der 15%-Klasse Rocca Pietore, Falcade und die Gemeinden Agorda allesamt in der 20%-Klasse und zum Teil deutlich drüber (Canale 28.5%) Lamon geschmäht und enttäuscht bei 5% ergibt quer durchs Belluno knapp 10 Prozent. Auf Dorfmanns Versprechen wird dort gepocht werden, der Bard wird sich mit der Rolle des Steigbügelhalters nicht zufrieden geben! Die SVP hat jetzt eine Verantwortung mehr. und zuletzt: die heimwollenden Pedemonteser mit 28.2% sogar höher als die angrenzende Trentiner Sprachinsel Luserna. Die unmittelbaren Nachbarn im Valdastico wussten mit 0.8%, dass die SVP bei der Verhinderung der Autobahn keine große Hilfe sein wird.
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