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Klima

Weltweite CO2 Emissionen steigen weiter

Während in den vergangenen drei Jahren der weltweite Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) stagnierte, wird für 2017 wieder ein Anstieg erwartet.
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Der vom Menschen verursachte Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) ist eine der Hauptursachen des Treibhausgaseffektes, der zu einer weltweiten Klimaerwärmung führt. Beim Klimagipfel in Paris (Dezember 2015) haben 196 Staaten beschlossen die Erderwärmung deutlich unter zwei Grad zu begrenzen, im Vergleich zur vorindustriellen Zeit.  Um diese Ziele zu erreichen, können die einzelnen Länder unterschiedliche Maßnahmen setzen. Kohleausstieg und Reduzierung von Emissionen im Verkehrssektor sind zwei wichtige von vielen Maßnahmen, um die CO2 Emissionen zu senken. Um die armen Länder dabei zu unterstützen die Klimaziele zu erreichen, sollen die Industrieländer ab 2020 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr an Finanzhilfen für die armen Länder bereitzustellen.

 

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Als Folge des Klimawandels wird der pazifische Inselstaat Kiribati im Meer versinken. Den Inselbewohnern bleit als Ausweg nur noch die Migration.

Bei der 23. UN-Weltklimagipfel in Bonn, die am 17. November 2017 endete, wurden einige Schritte zur Umsetzung des Klimaabkommens von Paris gesetzt. Mittlerweile herrscht Konsens darüber, dass die Treibhausgas-Emissionen massiv heruntergefahren werden müssen, wenn die Klimaziele erreicht werden sollen. Die bis jetzt von den einzelnen Ländern gestzen Maßnahmen reichen dafür aber nicht aus. Einer der Hauptstreitpunkte bei den Verhandlungen ist die Bereitstellung der Finanzierung für die armen Länder zur Erreichung der Klimaziele. Diesbezüglich sind noch viele Fragen offen. In der nächsten Klimakonferenz 2018 sollen weitere Details zur Umsetzung des Klimaabkommens von Paris verhandelt und entsprechende Entscheidungen gefällt werden. Ein langwieriger und mühsamer Prozess! Vielen Wissenschaftlern und Klimaexperten geht das alles viel zu langsam, da die Zeit drängt.

Zeitgleich zur Klimakonferenz haben 15000 Wissenschaftler aus aller Welt in einem dramatischen Appell die verantwortlichen Politiker aufgerufen, unverzüglich Maßnahmen zu setzen, um die steigenden CO2 Emissionen zu drosseln. Laut einer Studie namhafter Forscher des „Global Carbon Project“ wird es nicht möglich sein die gesetzten Klimaziele zu erreichen, wenn nicht noch mehr Maßnahmen getroffen werden. Denn während in den vergangen 3 Jahren die CO2 Emissionen weltweit stagnierten und Forscher eine Trendwende für möglich hielten, ist für 2017 wieder mit einem Anstieg von circa 2% CO2 Ausstoß zu rechnen.

 

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In manchen afrikanischen Ländern kommt es auch als Folge des Klimawandels zu extremen Dürren. Die Menschen sind gezwungen ihre Heimat zu verlassen.

Auch die UNEP (Umweltprogramm der Vereinten Nationen) warnt in einem neuen Bericht, dass die Ziele des Klimaabkommens von Paris nicht erreicht werden könnten, wenn die Staatengemeinschaft so weitermacht wie bisher. Die Folgen wären massive Umweltkatastrophen, wie Stürme, Dürren, Überschwemmungen, Schmelzen der Gletscher, Anstieg der Meeresspiegel oder verheerende Wirbelstürme. Es sei daher dringend erforderlich möglichst rasch die großen politischen Weichen zu stellen, um die Klimaziele erreichen zu können.

 

Hauptverursacher der weltweiten CO2 Emissionen ist die Verbrennung fossiler Energien

CO2 macht den größten Teil der Treibhausgasemissionen aus. In den vergangenen Jahrzehnten ist der weltweite CO2 Ausstoß dramatisch angestiegen, ausgelöst vor allem durch einen massiven Anstieg des fossilen Energieverbrauchs (Kohle, Erdöl, Gas). Seit Anfang der 1970er Jahre haben sich die durch Verbrennung fossiler Energien verursachten CO2 Emissionen mehr als verdoppelt.

 

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Der CO2 Ausstoß aus Fabriken, Kraftwerken, der Energiewirtschaft, dem Straßen- und Flugverkehr etc. sind die Hauptursachen für die ständig steigenden Treibhausgasemissionen und drohen das Klima weiter zu erwärmen.

Die wachsende Weltbevölkerung einerseits und das steigende Wirtschaftswachstum mit den damit verbundenen Veränderungen des Lebensstils und  des Wohlstandsniveaus (mehr Autos, höheren Stromverbrauch durch mehr Elektro- und elektronische Geräte, mehr Flugreisen etc.), werden in Zukunft zu einem weiteren Anstieg des Energieverbrauchs führen. Um die damit verbundenen steigenden CO2 Emissionen zu drosseln, ist es notwendig, den Anteil der erneuerbaren Energien am weltweiten Gesamtenergieverbrauch zu erhöhen.

 

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Weltweit werden fast 70% der Treibhausemissionen durch die Verbrennung fossiler Energien Kohle, Erdöl und Gas verursacht. Die verbleibenden 30% der übrigen Emissionen entfallen auf die Landwirtschaft, auf industrielle Prozesse und auf andere Prozesse, wie z.B. Verbrennung von Biomasse (z.B. Rodungen von Wäldern etc.). Von den durch die Verbrennung fossiler Energiequellen verursachten Treibhausgasemissionen entfallen 90% auf CO2 Emissionen, während Methan (CH4) 9% und Stickstoffoxid (N2O) 1% ausmachen.

 

Kohle ist der größte „Verschmutzer“

Kohle trägt, weltweit betrachtet, am meisten zum CO2 Ausstoß bei.  Bei der Verbrennung von Braunkohle entsteht fast doppelt so viel CO2, bezogen auf den Energiegehalt, wie bei der Verbrennung von Gas. Deshalb geht es bei den internationalen Klimaverhandlungen, aber auch bei Verhandlungen im Zusammenhang mit der Erreichung der Klimaziele auf nationaler Ebene, immer wieder um die Schließung von Kohlekraftwerken.

 

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Im Jahre 2015 entfielen 45%, der durch fossile Energiequellen verursachten CO2 Emissionen auf Kohle, 34 % auf Erdöl und 20% auf Gas. Während Kohle nur 28 % des weltweiten Primär-Energieverbrauchs ausmachte, war sie für 45% der CO2 Emissionen verantwortlich. Ein großer Teil der Kohle wird zur Gewinnung von elektrischem Strom genutzt.  Circa 40% der weltweiten Stromgewinnung kommt aus Kohlekraftwerken. Der weltweit größte Kohleproduzent und Kohlekonsument ist China. Aus diesem Grund ist China auch der größte CO2 Emittent und verantwortlich für circa 28% der weltweiten CO2 Emissionen. Nach Kohle ist Erdöl der größte CO2 Emittent, Gas ist die „sauberste“ fossile Energiequelle.

 

Welche Länder tragen am meisten zu den CO2 Emission bei?

China ist die Nummer eins beim CO2 Ausstoß. Laut Internationaler Energiebehörde wurden 2015 in China mehr als 9 Gigatonnen CO2 ausgestoßen, das entspricht circa 28% des weltweiten CO2 Ausstoßes. Grund dafür ist vor allem der hohe Kohleverbrauch in China. China versucht stark in erneuerbare Energien zu investieren, doch trotzdem gelingt der Ausstieg aus der Kohle nur zögerlich, da der Energiehunger des Schwellenlandes ungebremst voranschreitet. An zweiter Stelle rangieren die USA mit15 %, gefolgt von Indien (6%) Russland (5%) und Japan (4%). Unter den größten 10 CO2 Emittenten sind 5 Industrieländer und 5 Schwellenländer bzw. Entwicklungsländer.

 

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Betrachtet man allerdings die historische Entwicklung der CO2 Emissionen, so ergibt sich ein anderes Bild. In Bezug auf die Gesamtwerte der CO2 Emissionen seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen um 1850, stehen die USA an erster Stelle gefolgt von den anderen reichen Industrienationen.

Vergleicht man die Pro-Kopf-Emissionen pro Land, so rangieren auch die USA, die EU Länder und andere reiche Länder an vorderster Stelle, da die Bewohner der wohlhabenden Länder durch eine viel energieintensiver Lebensweise zu mehr CO2 Emissionen beitragen (mehr Autos, mehr Stromverbrauch etc.). In diesem Zusammenhang wird manchmal von sogenannten "Luxusemissionen" gesprochen, welche die reiche Weltbevölkerung auf Kosten der ärmeren Bevölkerung der Erde verursacht.

Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass die reichen Länder bis jetzt weit mehr zu den CO2 Emissionen beigetragen haben, als die ärmeren Länder. Es ist daher fair, dass die reichen Länder die ärmeren Länder beim investitionsintensiven Umstieg auf erneuerbare Energien finanziell unterstützen.

 

Schlussfolgerungen

Laut Aussagen der meisten namhaften Wissenschaftler und Klimaexperten ist es höchste Zeit die notwendigen Schritte zu unternehmen, um die Treibhausgasemissionen zu verringern und so dem Klimawandel entgegenzuwirken. Es ist unumgänglich den Verbrauch fossiler Energien weltweit nachhaltig zu verringern und den Ausbau erneuerbarer Energien voranzutreiben. Es ist Aufgabe der Politik die notwendigen politischen Weichen zu stellen. Doch auch für jeden einzelnen gibt es diverse Möglichkeiten zur Verringerung des CO2 Ausstoßes beizutragen, zum Beispiel durch vermehrte Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel, Nutzung energiesparender Elektrogeräte und effizienterer oder erneuerbarer Heizungssysteme.  Brisante Themen, wie zum Beispiel der Kohleausstieg und die Verkehrswende müssen von der Politik ernsthafter angegangen und umgesetzt werden. Nur so kann es gelingen die Ziele der Pariser Klimakonferenz zu erreichen und die Welt vor großen Umweltkatastrophen zu verschonen und unseren Planeten auch für zukünftige Generationen noch lebenswert zu erhalten.

 

 

 

 

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Kommentare

Bild des Benutzers Albert Mairhofer

Sehr geehrte Damen und Herren,
Appelle von 15.000 Wissenschaftlern sollten Politiker zu Etwas bewegen. Ich versuche es seit Jahren, ein modernes und umweltfreundliches Personen- und Güterbeförderungssystem zu propagieren, doch hierzulande findet man kein Gehör, weil man glaubt, ein altes, schwerfälliges und aufwändiges Bahnsystem durch den Bau des BBT zu neuem Leben erwecken zu können. Dass man so auch noch durch die Dolomiten rattern möchte, lässt Zweifel an der Innovationsfreudigkeit von Politikern und Experten aufkommen. Wenn Sie Lust auf etwas Neues, in unser schönes Land passendes Verkehrssystem haben, dann lesen Sie folgende Zeilen und schauen Sie sich das Video an:

Ich habe für den Kongress „Die Energie der Alpen“ in Garmisch Partenkirchen einen Vortrag über das Tirol-Adria-Projekt ausgearbeitet, welches auch die (Wieder)Schiffbarmachung der Flüsse Inn und Etsch für die Wasserstraße Donau-Tirol-Adria zum Inhalt hat.

Der AlpenKanalTunnel, verbindet die Flüsse Inn und Etsch. Durch diesen verlaufen sogar zwei in vielerlei Hinsicht sich gegenseitig ergänzende Verkehrsadern, und zwar die Wasserstraße Donau-Tirol-Adria und im Tunnelgewölbe eine Einschienen Hängebahn – EHB –sowie Strom- und Datenleitungen. Eine dem Brenner Basistunnel bezüglich Kosten, Sicherheit und Attraktivität überlegene Infrastruktur ermöglicht der AlpenKanalTunnel praktisch zusätzlich zur Wasserstraße!!!

In gleicher Weise wie im Kanaltunnel ermöglicht die Ausschöpfung von Synergien eine innovative Bewirtschaftung und Mehrfachnutzung von Flussräumen und bestehender Verkehrswege, und zwar:
1) Die Photovoltaik-Überdachung, z.B. der Autobahn, zur Stromerzeugung und zur Unterbringung von Strom- und Datenleitungen und der Multifunktionsschiene für elektrisch angetriebene, elektronisch gesteuerte und mit Hebewerk ausgestattete Fahrwerke
a) zur Aufnahme und Beförderung der Hängebahn für Personen- und Güterbeförderung (Aerobus, Container (10 t) und Stückgut wie lange Rotorblätter, Pkw;
b) zur Strom- und Datenübertragung für e-Fahrzeuge, die ihre Batterie auch während der Fahrt oder auf Rastplätzen aufladen können;
c) zum Ziehen und Steuern von Straßenfahrzeugen mit Verbrennungsmotor oder ohne eigenen Antrieb, und zwar oberhalb der ersten Fahrspur und
d) für den Hochgeschwindigkeits-Aerobus oberhalb der 2. oder 3. Autobahnspur.
Allein durch die Elektrifizierung fallen die Umweltbelastung durch Abgase und ein großer Teil der Lärmbelästigung weg. Die Multifunktionsschiene ist auch Leitschiene für automatisiertes Fahren, das die Fahrsicherheit und die Leistungsfähigkeit wesentlich erhöht.

Übrigens sollte der Antrieb der Fahrzeuge wegen der vielen Vorteile elektrisch erfolgen, unabhängig davon ob dann der Strom mit erneuerbaren Energien oder fossilen Energieträgern bereitgestellt wird. E-Fahrzeuge werden grundsätzlich mit einem kompakten Stromaggregat ausgerüstet, das durch einen Stromspeicher ergänzt oder ersetzt werden kann. Die Elektrifizierung und Automatisierung des Verkehrs ist mit bestehender Technik heute schon möglich.

Die Einschienen-Hängebahn mit den oben beschriebenen Formen und Möglichkeiten ist eine geradezu bahnbrechende Neuerung, die völlig neue Perspektiven eröffnet! Ist es doch die Straße selbst, die dadurch den Personen- und Güterverkehr auf die Schiene bringt! Diese Nutzungen werden durch die besondere Art der Multifunktionsschiene anstelle der elektrischen Oberleitung ermöglicht. https://www.youtube.com/watch?v=vs8VghXjFTQ
Stromleitungen können zudem als Tragkonstruktion für die PV-Überdachung dienen.
2. Zur Flussraumbewirtschaftung gehören neben der oben beschriebenen PV-Überdachung:
a) Hochwasserschutz, Wasserregulierung und Wasserkraftnutzung
b) Schifffahrt
c) Aquakulturen, Fischzucht
d) Gewinnung von Lebens- und Wirtschaftsraum (Freizeit- und Erholung).
Durch die aufgezeigte Bewirtschaftung von Wasserläufen und bestehender Infrastrukturen wie Straßen, Auto- und Eisenbahnen, die wie Korridore das Land durchziehen, können Belastungen durch zusätzliche Strom- oder Eisenbahntrassen, z.B. Zulaufstrecken zum BBT im Inn- und Etschtal vermieden werden.
Europa müsste sich aufraffen und sich von unnötigen und schwerfälligen aber sehr viel Geld verschlingenden Prestigevorhaben wie die Bahntunnels Brenner, Turin-Lyon trennen und durch die aufgezeigten Technologien ersetzen. Die dadurch eingesparten Finanzmittel könnten gepaart mit genannten neuen Technologien etwa in Afrika sehr wirksam eingesetzt werden.

P.S. Auch der Rhein-Main-Donau-Kanal wird durch die Verbindung zur Adria seine Bedeutung erlangen, weil dann längere Strecken auf Binnengewässern befahrbar sind und vor allem weil der Verkehrsweg durch den Suezkanal um 4-5000 km abgekürzt wird!

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