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Ein Zug, der vereint

In Tirol werden politische Schritte für die Rückkehr des Direktzugs Lienz-Pustertal-Innsbruck gesetzt. Auch der Südtiroler Landtag wird sich in Kürze damit befassen.
Von
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Lisa Maria Gasser27.01.2020
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Konkrete Neuigkeiten gibt es keine. Aber man stehe in Kontakt mit den Nachbarn, betont Joachim Dejaco. Seit Dezember 2018 gibt es eine Arbeitsgruppe, der neben den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) und dem Verkehrsverbund Tirol (VVT) auch die Südtiroler Transportstrukturen AG (STA) angehört, die Dejaco als Geschäftsführer leitet. Die drei Verkehrsbetriebe beschäftigen sich mit der Wiederaufnahme der direkten Zugverbindung zwischen Lienz und Innsbruck, die bis 2013 übers Pustertal führte und schließlich eingestellt wurde.

Wenn es auch auf technischer Seite nichts Neues zu vermelden gibt, auf politischer Ebene rührt sich etwas. “Vor allem in Osttirol besteht der Wunsch, den Direktzug wieder einzuführen”, bestätigt Dejaco. Und so wird kommende Woche im Tiroler Landtag ein Beschlussantrag der SPÖ-Abgeordneten Elisabeth Blanik behandelt. Blanik ist zugleich Bürgermeisterin von Lienz und fordert den Landtag auf, die Tiroler Landesregierung aufzufordern, “sich beim zuständigen Bundesministerium für eine Anbindung Südtirols an das österreichische Railjet-Netz für eine direkte Zugverbindung von Wien über Klagenfurt und Lienz nach Innsbruck einzusetzen”.

Der zuständige Landtagsausschuss hat Blaniks Antrag vergangenen Donnerstag (23. Jänner) einstimmig angenommen. “Die Weiterführung des österreichischen Railjet-Netzes über Südtirol nach Nordtirol ist eine echte Alternative zu anderen Verkehrsmitteln und wird die vielbefahrenen Straßen deutlich entlasten”, freut sich Blanik über die Weichenstellung im Landtag. “Auf dieser Grundlage können wir uns in Wien für ein umweltfreundliches und nachhaltiges Verkehrskonzept stark machen und sicherstellen, dass mit Fertigstellung der großen Infrastrukturprojekte Semmering-Basistunnel, Koaralmtunnel und Brenner-Basistunnel auch die Direktverbindung buchstäblich auf die Schiene kommt.”

Mit der Verbindung Wien-Klagenfurt-Lienz-Pustertal-Innsbruck würde Tirol auch einen wichtigen Beitrag zur Reduktion des touristischen Verkehrs leisten, ist Blanik überzeugt. Sie erinnert: “Beim vergangenen Dreier-Landtag in Meran haben wir einstimmig beschlossen, Maßnahmen zur Verkehrsentlastung der touristisch erfolgreichen und vielbesuchten Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino zu ergreifen.”

Unterstützung kündigt sich auch aus Südtirol an. Die Landtagsabgeordneten der Südtiroler Freiheit haben angekündigt, in der Februar-Session des Landtages, die ebenfalls kommende Woche stattfindet, ebenfalls einen Beschlussantrag vorlegen, um die Landesregierung aufzufordern, “die Umsetzung der direkten Railjetverbindung durch das Pustertal zu unterstützen und – in Zusammenarbeit mit dem Bundesland Tirol und den ÖBB – ein gemeinsames Konzept für die bestmögliche Nutzung dieser Bahnverbindung auszuarbeiten”.

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Kommentare

Bild des Benutzers Maria Hennadige
Maria Hennadige 27.01.2020, 16:14

Na dann hoffe ich mal dass diese Verbindung besser funktionieren wird als der direkte Zug von Bozen nach Wien. Am 8.01. 2020 Zugausfall bis Innsbruck. Obwohl nur regional, im Latium gestreikt wurde. Und keine Auskunft darüber am Bahnhof in Südtirol, weil die nur für trainitalia zuständig seien. Ob die ÖBB oder DB Züge fahren, darüber könnten sie keine Auskunft geben, darüber würden sie nicht unterrichtet. Am 10.01.2020 wieder Ausfall, keine Ahnung warum, da wurde es 5 Minuten vor Abfahrt am Bahnsteig durchgesagt.

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Martin Aufderklamm 28.01.2020, 22:42

Am 07.01.2020 fuhr der Zug auch nur von Wien bis Innsbruck.
Grund: Streik Trenord (nicht Latium) , Partner der Öbb in Italien für die Traktion.
Aus diesem Grund kam es dann zum Ausfall am 08.01., da es sich um dieselbe Garnitur handelt.
Klar, dass TI keine Informationen gibt.
Keine Entschuldigung soll dies sein, aber ein Erklärungsversuch.
Das "moderne" Europa der Züge treibt diese und andere Blüten wie zum Beispiel:
- Lombardei an gewissen Bahnhöfen: Schalter TI (Trenitalia), TN (Trenord), Italo-Ntv. Das ganze multipliziert mal 2, weil es auch die Automaten gibt.
- Nrw in Deutschland: Db verkauft nur mehr Fernverkehrsticket am Schalter und bestehenden Automaten. Nahverkehrstickets(mit integrierter Fernverkehrsmaske DB) gibts am Servicepoints und Automaten des VRR (Verkehrsverbund Rhein Ruhr). Letzere werden aber nicht vom VRR selbst betrieben und auch nicht von Abellio, das in Nrw in Konkurrenz zur Db im Nahverkehr fährt, sondern von Transdev. ;-)

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Pafeiler Matthias 27.01.2020, 17:34

Davor sollte man sich vielleicht noch mal die vielen Sudien zu den hydrogeologischen Gefahren entlang der Bahnstrecken im ganzen Land ins Gedächtnis rufen. Sonst muss die Landesverwaltung wohl auch in Zukunft immer wieder erklären, dass aufgrund von "extremen und unvorhersehbaren Naturkatastrophen" die eine oder andere Bahnlinie leider zeitweise geschlossen werden muss. Die Gefahrenstellen sind hinlänglich bekannt, darum sollte man auch alles daran setzen, diese auch zu sichern.

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