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Südtirols Anteil am Deutschen WM-Titel

Über einen "rassistischen" Einzug am Brandenburger Tor ärgern sich die einen, über das Weltmeistermacherland Südtirol freuen sich die anderen. Erbsenzählerei?

Gebückt zogen Deutschlands Fußballstars ein. Verhöhnten, sagen die einen, die Argentinier. So ein Quatsch, sagen die anderen. Simple Fußballfeier, angetrunken werden Lieder gesungen, die jeder kennt. Unsportlich?

Betrachtet man es aus dieser Angetrunken-Scheißegal-Perspektive, dann ist der "Gaucho-Tanz": ein Song, den die Fans kennen, den die Spieler kennen, schön einfach, wie Fußball-Gesänge halt so sind. Er gehört sogar zur harmlosen Sorte. Mit dem Lied macht man sich ein bisschen über den Gegner lustig, ohne ihn arg zu beschimpfen oder herabzuwürdigen. Es ist keine Hetztirade gegen Schwule, auch nicht gegen Andersfarbige. Nur: Die sind doof, wir toll. Das ist immer noch unsportlich, ja. Aber die Unsportlichkeit gehört zum Sport dazu. Im Spiel gibt es für sowas die Gelbe Karte. Ein kleiner Aufreger, der Schiedsrichter pfeift - und weitermachen. Den ganzen Text lesen Sie auf ntv.de.

Unsportlich oder einfach nur lustig? In der Süddeutschen heißt es:

Was beim #gauchogate so unangenehm berührt, ist nicht nur die Verhöhnung der Argentinier als kreuzlahme Viehhüter, als vielmehr die Erkenntnis, dass zu jedem Sieg auch eine Niederlage gehört. Das war das eigentliche Stein des Anstoßes - das öffentliche Bekenntnis zum Triumph über den Verlierer.

Ist es auch überzogen, oder einfach wirtschaftlich gedacht, wenn die Agentur Südtirol Marketing (SMG) ein Inserat für 49.000 Euro in der Süddeutschen Zeitung schaltet?

Das DFB-Trainingslager im Mai 2014 war als Werbemaßnahme angelegt, nun soll mehr daraus gemacht werden, Werbeträger sollen genutzt werden. Errechnete Werbeeffekte für Südtirol aus dem DFB-Trainingslager: 11 Millionen Euro. Andreas Tschurtschenthaler von der SMG-Unternehmenskommunikation erklärt das Nachheizen jetzt folgendermaßen: "Die Anzeige ist ein Aufruf an alle, die derzeit in Urlaubsstimmung sind, dort Urlaub zu machen, wo auch Weltmeister zu Besuch waren." In der Sommeraktivierungskampagne der SMG seien die 49.000 Euro bereits eingeplant gewesen. Sagt Tschurtschenthaler gegenüber der Tageszeitung Dolomiten. Andere Projekte würden deshalb nicht gestrichen: "Wir wollen aus dem Geld, das für das Trainingslager im Passeiertal investiert wurde, mehr machen."

 

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Baron Schrödinger Do., 17.07.2014 - 08:29

Man kann sich auch über alles aufregen. Es dürfte allen, die jetzt öffentlich "Nazis" schreien klar sein, dass einige Spieler in der Freude über den größten Erfolg ihres Lebens halt etwas das Feingefühl verloren haben. Daraus einen Skandal zu machen ist einfach typisch Medien.

Do., 17.07.2014 - 08:29 Permalink
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Andrea Terrigno Do., 17.07.2014 - 10:58

Wir wollen Geld. Mehr Geld. Toll. Bekommen nie genug davon. Dafür prostituieren wir uns. Das ist unser Job. Dafür geben wir Steuergelder aus. Dafür wird die Natur zum Rummelplatz gemacht. Sobald die Nächtigungen stagnieren (nicht zunehmen), plärren und nörgeln wir.
Wir lecken am Arsch der unsportlichen Weltmeister, die sich zu Sponsorenmarionetten machen lassen und ihre Gegner verhöhnen, anstatt sie für deren Leistung zu loben.

http://www.taz.de/Weltmeister-Party-in-Berlin/!142470/

http://www.taz.de/Pro-und-Contra-Gauchogate/!142556/

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