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Oberschule

“Ich habe eine einzige Forderung”

Der Direktor der Technischen Fachoberschule Bruneck, Siegfried Schrott, kritisiert die ausbleibende Öffnung der Oberschulen und die fehlende Planungsgrundlage scharf.
Von
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Valentina Gianera02.12.2020
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Vinschgerwind 20/2020
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Kommentare

Bild des Benutzers Franz Hilpold
Franz Hilpold 02.12.2020, 18:59

Die Internetausstattung des Landes ist ein einziger Skandal, bei all dem Geld! In der dritten Welt ist zuweilen die Netzqualität wesentlich besser als im reichen Südtirol. Die Lehrpersonen der Mittel-und Oberschulen müssen große persönliche Opfer an Zeit und Ressourcen bringen, um den Schülerinnen und Schülern einen halbwegs effektiven Fernunterricht zu garantieren. Dann tritt noch eine komische Vertragsverhandlungskommission auf den Plan, völlig unfähig und ohne Kompetenz, die den Lehrerpersonen auch noch die die Möglichkeit einer minimalen Ausstattung an digitalen Geräten verweigert, welche im übrigen Italien eine Selbstverständlichkeit ist. Ich würde den Fernunterricht schlichtweg verweigern, weil ich nicht bereit bin, wegen der Deppen in der Landesverwaltung mit privaten Geldern mir die entsprechende Ausstattung zuzulegen.

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Franz Hilpold 02.12.2020, 19:10

Die Internetausstattung des Landes ist ein einziger Skandal, bei all dem Geld! In der dritten Welt ist zuweilen die Netzqualität wesentlich besser als im reichen Südtirol. Die Lehrpersonen der Mittel-und Oberschulen müssen große persönliche Opfer an Zeit und Ressourcen bringen, um den Schülerinnen und Schülern einen halbwegs effektiven Fernunterricht zu garantieren. Dann tritt noch eine komische Vertragsverhandlungskommission auf den Plan, völlig unfähig und ohne Kompetenz, die den Lehrerpersonen auch noch die die Möglichkeit einer minimalen Ausstattung an digitalen Geräten verweigert, welche im übrigen Italien eine Selbstverständlichkeit ist. Ich würde den Fernunterricht schlichtweg verweigern, weil ich nicht bereit bin, wegen der Deppen in der Landesverwaltung mit privaten Geldern mir die entsprechende Ausstattung zuzulegen.

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ceteris paribus 03.12.2020, 14:57

"Die Internetausstattung des Landes ist ein einziger Skandal, bei all dem Geld! In der dritten Welt ist zuweilen die Netzqualität wesentlich besser als im reichen Südtirol. "
Könnten's diese Aussage bitte belegen? danke

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romano stamatios kohlmayer 04.12.2020, 21:30

Es gibt genug Kollegen, mich eingeschlossen, die das gut belegen können.

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ceteris paribus 04.12.2020, 21:38

Soso...Klingt spannend was Sie und Ihre Kollegen belegen können.
Nur zu, ich freue mich auf die Beispiele aus der dritten Welt.

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Harry Dierstein 02.12.2020, 19:15

Die Schuldirektionen haben ihre "Hausaufgaben" in vorzüglicher Weise erledigt und ein Präsenzunterricht wäre zu einhundert Prozent möglich.

Wer jedoch in der Pandemie komplett versagt hat, waren und sind die öffentlichen Verkehrsmittel, die man hätte verdoppeln oder gar verdreifachen müssen!

Es hat wenig Sinn, Schüler durch getrennte Eingänge ins Schulhaus hineinzulassen, sie mit getrennten Tischen einen anachronistischen Frontalunterricht ertragen zu lassen, um sie danach - wie das Vieh - dicht gedrängt in Busse und Bahnen zu pferchen.
SAD und SASA (also Alfreider) haben hier leider komplett versagt und die Schule muss es leider ausbaden.
Eine Schande für Südtirol!

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Nadine Laqua 02.12.2020, 19:51

Den Aussagen des Herrn Schrott kann ich nur zustimmen. Ein Aspekt der leider nicht angesprochen wird, ist das eigenverantwortliche Einhalten der Hygieneregeln durch unsere Schülerinnen und Schüler. An den Tagen mit Praxisunterricht lässt sich gut beobachten, wie ernst beispielsweise Berufsschüler die Sache nehmen. Es ist ihnen scheissegal! Sie benehmen sich als gäbe es Covid19 nicht, und spätestens am Kaffeeautomat oder an der Bushaltestelle rutscht den meisten die Nase nach oben. Irgendwie verständlich, für Lehrpersonen aber auch ermüdend. So gern wir die Schüler in der Schule haben, so schwierig ist es doch, immerfort Regeln einzufordern, von denen wir selbst nicht zu hundert Prozent überzeugt sind. Wie die Situation in Schülerheimen ist, möchte ich lieber gar nicht wissen.

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ceteris paribus 03.12.2020, 15:02

"An meiner Schule gab es beispielsweise nur acht oder neun positive Schüler und drei Lehrer; das bei über 600 Personen, die im Schulbetrieb tätig sind!"
Haben Sie diese Aussage verstanden?

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Klemens Riegler 04.12.2020, 18:49

Ich habe verstanden! die hatten mehr positive als im Durchschnitt. Bzw. sogar doppelt so viele.

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ceteris paribus 04.12.2020, 19:20

Sind Sie sicher?
Etwas zu kurzfristig gedacht?
10 von 600 ist mehr als 24T von 500T??

Na dann....

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Elisabeth Hammer 03.12.2020, 09:26

Natürlich ist es grotesk, dass die Bars öffnen, die Oberstufe aber geschlossen bleibt.
Ich sehe auch einige oben aufgezeigte Knackpunkte des Fernunterrichts. Allerdings möchte ich zum Punkt der Bewertung ("Wie können Noten überhaupt vergeben werden? Können Schularbeiten gemacht werden? Was wird bewertet? Das ist alles nicht so einfach ...") anmerken, dass gerade die Häufung von Tests und Schularbeiten in der Präsenzwoche beim 50:50-Modell von den Schülern als sehr belastend erlebt wird (das höre ich von meinen SuS). Meine Söhne besuchen zwei verschiedene Oberschulen und sind seit fast 2 Monaten im Fernunterricht (im Oktober weitgehend durch meine Erkrankung und die für die Kinder notwendige Quarantäne bedingt ....). Durch Referate, Online-Prüfungsgespräche, praktische Arbeiten und Übungen ist es den Lehrpersonen auch im Fernunterricht möglich, den Lernfortschritt zu überprüfen und zu bewerten. Die Schulamtsleiterin hat heuer ausdrücklich darauf hingewiesen, vermehrt auf formative Bewertungsmodelle zurück zu greifen. Sehen wir doch auch die positiven Seiten: wir Lehrer machen uns pädagogisch-didaktisch wieder auf den Weg, lernen selbst im Umgang mit den digitalen Plattformen dazu genauso wie unsere Schüler. Auch Beziehungsarbeit ist im Fernunterricht möglich, es braucht dazu etwas Kreativität, aber es ist möglich. Für schwache Schüler haben wir bereits im Frühjahr gute Erfahrungen mit einem Coaching-System gemacht, technische Ausrüstung stellt unsere Schule auch als Leihgabe inkl. Internetstick zur Verfügung.
Es ist gut, wenn sich die Schulführungskräfte für den Präsenz-Unterricht einsetzen, aber reden wir dabei bitte nicht alles schlecht, was sowohl Schüler als auch Lehrer durch das Distance-Learning an Kompetenzen erwerben, v.a. sei hier die Übernahme der Verantwortung für den eigenen Lernprozess genannt. Davon werden die 2020er auch im späteren Arbeitsleben profitieren.

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Klaus Mahlknecht 03.12.2020, 10:49

Letztendlich zeigt sich an der Nichtöffnung der Oberschulen der Stellenwert, den Bildung in unserem kleinen Land geniesst: sie scheint über Monate hinweg vernachlässigbar zu sein, da sie zum BIP ja nicht unmittelbar beiträgt. Gerade der Mangel an Bildung- das Einschätzen und Anerkennen wissenschafftlicher Erkenntnisse hat Südtirol an die letzte Position in der zweiten Coronawelle italien-und fast europaweit gebracht. Das sollte unser zu Überheblichkeit neigendes Land Südtirol endlich zum Nachdenken bringen. Ich ziehe vor allen DirektorInnen und LehrerInnen den Hut, die trotz aller Widrigkeiten mit Einsatz und Leidenschaft versuchen zu retten, was noch zu retten ist

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Benjy Kompasser 04.12.2020, 12:30

"Ich würde den Fernunterricht schlichtweg verweigern, weil ich nicht bereit bin, wegen der Deppen in der Landesverwaltung mit privaten Geldern mir die entsprechende Ausstattung zuzulegen."
Vielleicht sollten Sie einfach nachdenken, bevor Sie schreiben. Mal ganz abgesehen von der falschen Grammatik. Die "Deppen" von der Landesverwaltung treffen keine politischen Entscheidungen. Die treffen die von der Bevölkerung gewählten Vertreter. Gerade die, die so oberflächlich denken, die bringen nichts weiter.
Besonders erschreckend ist für mich, dass der oberste SVP-Vertreter mehrere Kinder hat. Aber er weiß natürlich auch, dass er es sich leisten kann, seinen Kindern eine bessere Ausbildung und Zukunft zu sichern.
Man kann es ganz einfach auf den Punkt bringen: wer 2020 Matura gemacht hat, dessen Matura ist wenig bis nichts wert. Ob es 2021 besser aussehen wird ist fraglich. Schon jetzt fehlt den kommenden MaturantInnen ein halbes Jahr Unterricht. Eine normale Matura würden sie nicht schaffen (Aussage eines Oberschülers). Nach vier Jahren harter Arbeit ein hartes Los. Aber die AbsolventInnen können dann ja im (wieder geöffneten) Gastgewerbe arbeiten, wenn sie sonst nichts bekommen. Es braucht die Wirtschaft, den Handel, die Gastronomie, aber es ist schon sehr traurig, dass dabei die Oberschüler auf der Strecke bleiben.

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Matthias Wallnöfer 05.12.2020, 12:31

Ich denke, dass man die Aussage "wer 2020 Matura gemacht hat, dessen Matura ist wenig bis nichts wert" etwas differenzierter sehen müsste: Matura heute ist nicht mehr dasselbe wie die Matura vor zwanzig, dreißig, vierzig Jahren. In Italien wird die Matura noch immer hochgepriesen, jede*r neue Unterrichtsminister*in passt sie etwas an, um sich in einer Art Denkmal zu verewigen. Das ist in der Republik Österreich anders, da macht man nicht soviel Aufheben drum.
Betrachten wir das Verhalten der Universitäten: Viele haben Eingangsprüfungen eingeführt (Italien + AUT), da die Abschlüsse von Schule zu Schule in der Leistung divergieren. Diametral entgegengesetzt die Zulassungsvoraussetzungen an den Universitäten in der BRD, welche für den Numerus Clausus _lediglich_ den Durchschnitt (Punktezahl) in Betracht ziehen, d.h. nicht die Art der Matura: Dabei ist es doch klar, dass die Schulwahl eine nicht zu vernachlässigende Rolle spielt, um sich einen Platz zu ergattern.
Schwierig, es allen Recht zu machen...

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