Politik | Transit

Italien, die Alemagna und das Kuckucksei

Fritz Gurgiser vom Transitforum Austria macht nicht erst seit gestern Druck. Auf die österreichische Regierung, die das "italienische Kuckucksei" endlich beseitigen soll.

Österreich muss Italien auf die Füße treten. Wissen tut das die Alpenrepublik aber nicht erst seit gestern. Sagt Fritz Gurgiser. Und er muss es wissen. Vor einem guten Jahr schrieb der Tiroler Landtagsabgeordnete und Transitforum Anführer: "Zum lange heiß umstrittenen Verkehrsprotokoll der Alpenkonvention hat sich die Republik Italien  nun geoutet und dem „Alpenschutz ein Kuckucksei“ gelegt."

Die "Erdreistung" liege einerseits darin, dass "Italien weiter auf italienischem Staatsgebiet Straßenbauprojekte für Fernverbindungen, einschließlich der für den Ausbau des Warenverkehrs mit den Ländern nördlich der Alpen erforderlichen Infrastrukturen, verwirklichen will. Damit wäre der Weiterbau der Alemagna bis an die österreichische Staatsgrenze locker möglich." Und andereseits möchte der Nachbarstaat sich weiter vor der Kostenwahrheit drücken.

Gurgiser zeigt damit nicht nur auf Italien, sondern ist über die Südtiroler selbst verwundert: "Das ist eine der größten Enttäuschungen der letzten Jahre und zu hinterfragen vor allem auch das mehr als bedenkliche Verhalten der Südtiroler Abgeordneten in Rom sowie ganz besonders das Verhalten des Generalsekretärs der Alpenkonvention, Marco Onida." Letztgenannter soll maßgeblich am italienischen Schlupfloch mitgebastelt haben.

Dass nun die Alemgna wieder durch die Medien geistert und Angst macht, versteht Gurgiser nur teilweise. "Wir sind seit letztem Jahr dabei, dass Österreich die entsprechenden Schritte setzt, um Italien zur vollen Anerkennung des Verkehrsprotokolls zu bewegen. Das muss in den nächsten Tagen geschehen."
Nicht ohne Grünes Bekenntnis soll das Thema Alemagna präsentiert werden. Die Südtiroler Grünen drängten sich am 27. Jänner auf die Bühne des Geschehens, forderten einen Einspruch Österreich "gegen die ,Alemagna’ und das ausgehöhlte Verkehrsprotokoll." Besorgt sind Brigitte Foppa, Riccardo Dello Sbarba und Hans Heiss.

Besorgt ist Gurgiser auch. Mehr aber noch über die fehlende Auseinandersetzung rund um die "IST-Situation. "Denn die Lärm- und Schadstoffsituation ist ja auch ohne Alemagna nicht zum Lachen und es macht wenig Sinn, immer nur auf den "Schrecken Alemagna" zu verweisen und gegen die IST-Belastung nichts zu tun."

Bis zum 6. Februar 2014 ist noch Zeit zum Einspruch, den die österreichische Bundesregierung voranbringen kann. "Der aktuelle Wien-Besuch wäre ideal zur Abstimmung der Interessen von Südtirol und Österreich”, meinen die Südtiroler Grünen.  Wird der Einspruch verpasst schlüpft das Kuckucksei. Und wer weiß, was dabei herauskommt.

Bild
Profil für Benutzer Fritz Gurgiser
Fritz Gurgiser Di., 28.01.2014 - 16:50

Also einen kleinen Kommentar kann ich mir nun wirklich nicht verkneifen - die Südtiroler Grünen fordern einen Einspruch. Super. Dabei wäre UNS ALLEN mehr geholfen gewesen, wenn sie das vergangene Jahr den eigenen Südtiroler Landtag, die eigene Südtiroler Landesregierung und die eigenen Abgeordneten in Rom gedrängt hätten, in unserem gemeinsamen Sinn tätig zu werden. Statt sich wie ein Kaninchen vor der Schlange hinzusetzen und zu warten, ob ja die Österreicher einen Einspruch machen ...
Bei aller Liebe: Nerven braucht man gute, um zu verstehen, dass ab Brenner Richtung Süden der Alpenschutz weit weniger wert ist als vom Brenner Richtung Norden.
Und genau das ist es, was denen hilft, für die die Brenner- und damit Europaregion nur ein Strich auf der Europakarte ist - eine möglichst schnelle Querung mit Müll aus Neapel nach Hamburg zum Verladen oder mit Tieren aus Dänemark zum Schlachten im Süden. Ohne Rücksicht darauf, dass an der Brennerstrecke Menschen leben, Menschen arbeiten und Menschen ihre Wurzeln und Heimat haben. Hauptsache, die Grünen warten auf Österreich statt im eigenen Bereich VOLL Druck zu machen.
LG
Fritz Gurgiser

Di., 28.01.2014 - 16:50 Permalink