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Flüchtlinge

"Hier wird der Kopf in den Sand gesteckt"

Die Freiwilligen am Bozner Bahnhof haben sich an den Arzt Maximilian Benedikter gewandt. Sie wissen nicht mehr weiter. Er fordert: "Es braucht strukturelle Antworten."
Di
Ritratto di Lisa Maria Gasser
Lisa Maria Gasser01.06.2015
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Von außen sieht man nicht, was sich dahinter abspielt.

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Ritratto di Sepp Bacher
Sepp Bacher 1 Giugno, 2015 - 17:32
Ich weiß nicht, welche Aufgabe der Hygienedienst hat und an welchen Orten er seinen Dienst verrichtet. Mir scheint das Verhalten der Behörde jedoch logisch und konsequent. Sie bietet den Flüchtlingen dasselbe an wie den Einheimischen, nicht mehr und nicht weniger. Ich glaube eine positive Diskriminierung kann nur eine private Struktur machen oder einzelnen Personen anbieten. Z. B. hat "Pro Positiv" ärztliche Dienste angeboten, die im Rahmen des öffentlichen Gesundheitsdienstes nicht möglich waren.
Ritratto di Harald Knoflach
Harald Knoflach 1 Giugno, 2015 - 17:57
ich denke, es braucht beides. wir haben es hier mit einer ausnahmesituation und wie es aussieht einem hygienischen notstand zu tun. also braucht es ärztliche beratung und betreuung vor ort, die von der öffentlichen hand zu gewährleisten ist. gleichzeitig ist es aber auch nicht zu akzeptieren, dass sich jemand mit einer meldepflichtigen infektionskrankheit der behandlung im krankenhaus verweigert.
Ritratto di Benno Kusstatscher
Benno Kusstatscher 1 Giugno, 2015 - 20:03
Na dann bringe bitte jemand allen bei, meldepflichtige Krankheiten selbst zu diagnostizieren! Stellt euch bei aller Unwahrscheinlichkeit vor, jemand schleppt wirklich eine hochansteckende Krankheit ein, und wir haben keinen Arzt vor Ort, das zu diagnostizieren. es geht hier nicht um positive Diskriminierung, sondern um verantwortungsvolles Krisenmanagement. ...und so nebenbei, von jemanden, dem man kaum erklären kann, welches der richtige Zug gen Norden ist, zu verlangen, dass er/sie selbst den Weg nach Moritzing findet, um dort dem Portier zu sagen, ich habe vielleicht Krätze, wo kann ich das Ticket bezahlen...? Ich bitt euch, lasst die Sprüche!
Ritratto di Harald Knoflach
Harald Knoflach 1 Giugno, 2015 - 22:42
ich nehme an, du hast beim falschen auf "antworten" geklickt. denn ich hab ja gesagt, dass es ärztliche betreuung vor ort braucht. dass es aber auch nicht geht, dass jemand mit einer meldepflichtigen krankheit die spitalsbehandlung verweigert.
Ritratto di Sabina Frei
Sabina Frei 2 Giugno, 2015 - 10:56
Was bedeutet „nicht zu akzeptieren“ in seiner praktischen Konsequenz für dich?
Ritratto di Harald Knoflach
Harald Knoflach 2 Giugno, 2015 - 15:16
ich kenne jetzt nicht das prozedere für alle infektionskrankheiten. aber die notwendigen maßnahmen sind zu setzen und einzuhalten. in gewissen fällen kann quarantäne zwangsverordnet werden. (das wird hier wohl nicht der fall sein müssen, denke ich.) hätte es aber z.b. einen ebolafall gegeben, dann sehe ich keinen "spielraum" für den patienten, sich einer ärztlichen behandlung zu verweigern. so war das gemeint.
Ritratto di Sabina Frei
Sabina Frei 2 Giugno, 2015 - 10:55
Ein wesentlicher Grundsatz des Wohlfahrtstaates ist eine bedürfnisgerechte Erbringung von sozialen und gesundheitlichen Leistungen. Es stellt sich also die Frage, um welche Bedürfnisse es geht, das Konzept der positiven Diskriminierung (die übrigens nicht Aufgabe von privaten Subjekten ist, sondern, ganz im Gegenteil, eine immanent öffentliche, politische) stiftet in diesem Zusammenhang hingegen Verwirrung. Gut, zurück zu den Bedürfnissen. Das Bedürfnis eines Menschen, der eine ansteckende Hautkrankheit hat, ist es – vereinfachend -, dass diese Krankheit (bzw. das was mit ihr an Minderung der Lebensqualität einhergeht) behandelt wird. Wo diese Behandlung stattfindet, hängt mit sozial- und gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen und deren ethischer Grundlage (!) und mit den aktuellen Lebensumständen der betroffenen Person zusammen. Wenn ich als Flüchtling in Bozen strande, wo es ein Wohlfahrtssystem gibt, das sich auf Gleichheit und Bedürfnisgerechtigkeit beruft, dann heißt „Gleichheit“ nicht, dass alle ins Krankenhaus müssen, sondern, z.B., dass ich auf die je aktuelle Lebenssituation der Menschen schaue, um zu definieren, wie sehr ich mich als Institution – räumlich – auf sie hinbewege. Machen wir ein banales Beispiel: wenn ich mit 40 Fieber im Bett liege und mich kaum bewegen kann, wird meine Hausärztin für eine Visite zu mir kommen, ich muss nicht ins Ambulatorium. Nun, die Lebensumstände der Flüchtlinge am Bozner Bahnhof sind dergestalt, dass es – wie Benno dargelegt hat –, völlig undenkbar ist, dass sie ins Krankenhaus gehen. Hier „dasselbe wie für alle anderen“ anzubieten, heißt nichts anderes, als Ungleichheit sehenden Auges in Kauf zu nehmen. Bestenfalls.
Ritratto di Michael Bockhorni
Michael Bockhorni 2 Giugno, 2015 - 11:01
Danke Sabina für die klaren Worte !!!
Ritratto di Harald Knoflach
Harald Knoflach 2 Giugno, 2015 - 15:19
stimmt genau. aber ambulante behandlungsmethoden sind begrenzt. ich kann den bahnsteig nicht in ein - unseren hygienischen standards entsprechendes und ebenso ausgestattetes - krankenhaus verwandeln. und warum sollte es "undenkbar" sein, dass die menschen im krankenhaus behandelt werden???
Ritratto di Sabina Frei
Sabina Frei 2 Giugno, 2015 - 18:01
Im Interview geht es um eine erste ärztliche Anamnese und Diagnose und eine eventuell darauf folgende Behandlung von Krankheiten, die nicht unmittelbar lebensgefährlich sind, aber dennoch behandlungsbedürftig. Im Rahmen dessen, was ambulant möglich ist, versteht sich. Es geht nicht darum, einen chirurgischen Eingriff in der Bahnunterführung abzuwickeln. Es geht auch nicht um andere Akutsituationen, die eine sofortige Einlieferung ins Krankenhaus notwendig machen. Demnach ist es nicht grundsätzlich „undenkbar“, dass Menschen im Krankenhaus behandelt werden (so es unumgänglich ist), sondern es ist „undenkbar“, dass sie - in dieser besonderen und von extremer Unsicherheit gekennzeichneten Lebenssituation - ins Krankenhaus gehen, wenn es sich um Krankheiten handelt, die sie nicht unmittelbar daran hindern, das zu tun, was für sie vorrangig ist (so schnell als möglich weiter fahren; sich nicht von der Gruppe/der Familie zu entfernen, mit der sie unterwegs sind…). Es geht hier (wie auch in einigen anderen Bereichen des Sozial- und Gesundheitswesens) wesentlich darum, niederschwellig zu intervenieren: ich Wohlfahrtsstaat weiß um meine Verantwortung und biete Menschen Hilfe so an, dass sie in der jeweiligen Lebenssituation auch angenommen werden kann. Wenn es wie hier z.B. um eine ansteckende Hautkrankheit geht, dann entspricht eine solche Vorgangsweise sowohl dem individuellen Bedürfnis nach Genesung als auch dem kollektiven Interesse der Vermeidung einer Ansteckung. Ich hoffe, das war ausreichend Antwort auf drei Fragezeichen ;-)
Ritratto di Harald Knoflach
Harald Knoflach 2 Giugno, 2015 - 19:49
wobei sie ja nach geltendem recht nicht weiterreisen dürfen. sollten diese menschen dann irgendwann als "uboot" (wie 3 millionen andere) in der eu leben, gereicht dies weder ihnen noch unserer gesellschaft zum vorteil. sie haben nämlich (fast) nur die möglichkeit als arbeitskraft ohne versicherung und irgendwelche sozialen netze ausgebeutet zu werden oder in die kriminalität abzudriften. dem staat wiederum entgehen steuereinnahmen und der schwarzmarkt (arbeit und wohnung) blüht.
Ritratto di Sabina Frei
Sabina Frei 2 Giugno, 2015 - 20:20
Worauf willst du denn hinaus, Harald? Es geht *hier* doch um die Frage, ob es sinnvoll und notwendig ist, am Bozner Bahnhof für durchreisende Flüchtlinge ärztliche Hilfe anzubieten. Ihr Status als „Illegale“ wird ja nicht durch solche humanitären Maßnahmen generiert. Die Gründe dafür sind völlig andere, wie du selbst letzthin ausführlich in deinem Artikel dargelegt hast.
Ritratto di Harald Knoflach
Harald Knoflach 2 Giugno, 2015 - 21:20
ich hab nur auf deinen satz geantwortet. aber die "die wollen eh weiter"-einstellung ist doch hauptverantwortlich dafür, dass sich südtirol hier jämmerlich aus seiner verantwortung herausstiehlt. ich stimme ja völlig mit dir überein, dass es ein öffentliches engagement (ärzte usw.) braucht.
Ritratto di Harald Knoflach
Harald Knoflach 3 Giugno, 2015 - 07:52
http://www.tip-berlin.de/kultur-und-freizeit/schwarzarbeiter-werden-berlin-gnadenlos-ausgebeutet http://www.gmuender-tagespost.de/10251750
Ritratto di Michael Bockhorni
Michael Bockhorni 1 Giugno, 2015 - 17:40
wenn institutionelle Verantwortliche sich weigern ihren Beitrag zu leisten für den sie zuständig sind, sollte der Rechtsstaat sie entsprechend zur Ver-Antwortung ziehen. "ich will nicht" ist keine Kategorie auf die sich eine öffentliche Institution berufen kann, außer unter "Problemlösung" wird verstanden das Problem der Institutionen mit bestimmten Personengruppen zu lösen und nicht das Problem dieser Personen.
Ritratto di Sepp Bacher
Sepp Bacher 1 Giugno, 2015 - 19:54
Sicher kann man vieles fordern, wenns um Prinzip geht. Den Flüchtlingen ist aber sicher mehr geholfen, wenn man z. B. mit den Ärzten ohne Grenzen eine Zusammenarbeit sucht oder z. B. pensionierte Ärzte (oder freiwillige) einlädt, ihre Zeit und Kompetenz zur Verfügung zu stellen. Diese Hilfe kann schon bald aktiviert werden; bis wann politische Forderungen erfüllt werden - und ob - ist unkalkulierbar - darauf können die infizierten Flüchtlinge nicht warten.
Ritratto di Sepp Bacher
Sepp Bacher 3 Giugno, 2015 - 12:50
Nun hat der Öffentliche Hygiene-Dienst Stellung genommen: Dr. Simeoni ist der Meinung - wenn ich ihn in den Radionachrichten richtig verstanden habe - , dass sein Dienst der Aufgabe gerecht werde und dass es am Bozner Bahnhof keinen Hygiene-Notstand gäbe. So ähnlich wahr auch mein Eindruck von Anfang an. Wenn immer, als es eine Kopfläuse-, Körper- oder Filzläuse-Infektion gegeben hat, eine solche Alarmstimmung gemacht worden wäre, wo käme man da hin? Da ist wohl von übereifrigen Kämpfern aus einer Krätze-Milbe - noch kleiner als eine Mücke - ein Elefant gemacht worden. Schade! Das dient der Sache überhaupt nicht!
Ritratto di Sepp Bacher
Sepp Bacher 3 Giugno, 2015 - 17:08
Ich habe bei den 13-Uhr-Nachrichten noch einmal besser hingehört und deswegen muss ich obige Wiedergabe präzisieren: Simeoni gesagte, dass die Situation am Bahnhof professionell verfolgt werde und dass es zwar eine Parasiten-Infektion gäbe aber keinen Krätzefall.
Ritratto di Sepp Bacher
Sepp Bacher 3 Giugno, 2015 - 17:09
Sorry, falsch platziert!
Ritratto di Maximilian Benedikter
Maximilian Benedikter 3 Giugno, 2015 - 19:23
Krätze, medizinisch Scabies, ist eine weitverbreitete parasitäre Hautkrankheit des Menschen. Sie wird durch Krätzemilbe verursacht. Für befallene gilt in Deutschland nach Infektionsschutzgesetz bereits bei Verdacht ein Verbot des Aufenthalts und Arbeitens in Gemeinschaftseinrichtungen. In Italien "Malattia infettiva di Classe IV - malattie per le quali alla segnalazione del singolo caso da parte del Medico deve seguire la segnalazione dell'Azienda Sanitaria Locale solo quando si verificano focolai epidemici" Von wegen der Sache nicht dienlich sein...
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