Società | Doping

Schwazers Chance

Abschluss der Ermittlungen im Fall Alex Schwazer. Warum der Ex-Geher bald ein neuer Anwärter für Sozialarbeit sein könnte.

Post von der Staatsanwaltschaft für Ex-Geher Alex Schwazer und drei in den Doping-Fall verwickelte Personen. Sie bekommen in diesen Tagen eine Mitteilung über den Abschluss der Ermittlungen wegen Sportbetrugs bzw. Begünstigung. Letztere wird den beiden Ärzten des italienischen Leichtathletikverbandes Fidal Giuseppe Fischetto und Pierluigi Fiorella sowie der Sportfunktionärin Rita Bottiglieri vorgeworfen, die ebenfalls für die Fidal tätig war. Alle drei sollen laut den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft vom Doping Schwazers gewusst haben, es aber nicht gemeldet haben. Auch die Behauptung des Ex-Gehers, nur kurz vor den Olympischen Spielen 2012 in London auf die verbotenenen Substanzen zurückgegriffen zu haben, wird von den Fahndern in Frage gestellt.

Bevor Staatsanwalt Giancarlo Bramante über eine Anklage  entscheidet, haben die Betroffenen nun zwei Wochen Zeit ihre Position dazuzulegen bzw. belastende Unterlagen einzureichen. In Arbeit ist laut Medienberichten aber auch das Ausstiegsszenarium, dank dem dem Sportler eine im Fall für Sportbetrug mögliche Haftstrafe von zwischen drei Monaten und drei Jahren erspart werden soll. Als wahrscheinlichster Schachzug von Schwazer-Anwalt Gerhard Brandstätter wird ein Antrag auf Sozialarbeit und die Teilnahme des Sportlers an einem Resozialisierungsprogramm gehandelt. Damit könnte laut einer erst heuer in Kraft getretenen gesetzlichen Neuerung auch das laufende Verfahren gestoppt werden. Hält sich Schwazer bis zum Ende der durch das Programm vorgegebenen Probezeit an alle Auflagen des Gerichts, würde die Straftat erlöschen. Ob dem Geher damit auch ein sportliches Comeback offen steht? Zumindest laut Berichten des Corriere della Sera bereitet sich Schwazer bereits darauf vor - mit intensivem Training und dem Besuch eines Trainer-Kurses in Salzburg. 

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Michael Bockhorni Gio, 09/04/2014 - 22:36

hier wird von der Redaktion wieder einmal gemeinnützige Arbeit (Sozialdienst) mit Sozialarbeit (akademischer Beruf) verwechselt. Sehr zum Schaden sowohl des juristischen Instruments einer Haftalternative als auch des sehr komplexen Berufes der Sozialarbeit . Bitte etwas mehr journalistische Qualität.

Gio, 09/04/2014 - 22:36 Collegamento permanente