Kulturzeitschrift ARUNDA 48, Dr. Hans Wielander, Schlanders, 1998

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Am Oberen Weg

In der Arunda 48 koordiniert Roland Kristanell Arbeiten von 14 Anrainern des „Oberen Weges“ und ruft gleichzeitig die „14 Nothelfer“ an, die Malser Heide zu schützen.
Un contributo della community di Sebastian Felderer04.09.2015
Ritratto di Sebastian Felderer
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Ich wähle den Beitrag über Hans Rainer aus dem Schnalstal.

 

du wunderbare Katharina,

denke an die tausend und abertausend kleinen Blümchen“

 

Hans Rainer, geboren am 7. Juli 1947 im Pfossental in Schnals. Mittelschule in Schlanders, landwirtschaftliche Schule Fürstenburg, zwei Jahre am Salzburger Mozarteum (Posaune), dreijähriger Kurs im Südtiroler Künstlerbund in Bozen (1993), Einzelausstellung im Steghof, Naturns (1994)

Hans Rainer soll den Hof übernehmen, aber er fühlt sich den Anforderungen als Bauer nicht gewachsen und schert aus. Indem er mit der Tradition bricht, wird er zum Außenseiter, der nun ratlos und psychisch verletzt in verschiedenen Schulen sein Glück versucht. Nach zweijährigem Aufenthalt am Salzburger Mozarteum kommt es zur Krise. Die Anstalten, die sich „die Reintegrierung des Individuums in die Gesellschaft“ zum Ziel setzen, werden für Rainer zum Alptraum. Sein Brot verdient er sich als Postbote. In der Freizeit ist er unermüdlich am Werk: er zeichnet, aquarelliert, schnitzt, baut Musikinstrumente und malt beklemmende Gemälde. Seit er im Ruhestand ist, arbeitet er an der Gesundung seiner seelischen Verletzungen.

Die Kunst ist ihm Lebensinhalt.

In detaillierten Programmen schreibt Hans Rainer seine Vorschläge für eine zeitgemäße Kunsterziehung nieder. Zu allen Disziplinen verfertigt er anschauliche Holzschnitte.

Im Mai 1994 stellt Rainer im Naturnser Steghof aus. Lang gestaute Einsamkeit entlädt sich in archaischen Bildnissen, durchwegs klare Erotika, die mit der Selbstverständlichkeit elementarer Begierde, also schutzlos , die verkitschte Moral moderner Hinterwäldler bloßlegen. Die Gefühle brechen unfiltriert aus dem strengen Schwarzweiß der Blätter. Sie wirken auf den ersten Blick befremdend, doch plötzlich meldet sich ihr Hilferuf mit einer Eindringlichkeit, die betroffen macht.

 

du gütige Ahnfrau Anna,

schau auf deine kleinen Hügelchen, deine kleinen Mulden „

 

du lieber Laurentius,

behüte die Schätze deiner Ahnen „

 

du lieber St. Valentin,

beschütze deine Heide „

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Kulturzeitschrift ARUNDA, Dr. Hans Wielander, Schlanders, 1988

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