Mont Blanc
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Ambiente | Klimawechsel

15.000 Euro für Mont Blanc-Besteigung

Der Bürgermeister von Saint Gervais fordert von Alpinisten, die Frankreichs höchsten Berg besteigen wollen, 15.000 Euro

Der Bürgermeister der Gemeinde Saint Gervais, Jean Marc Peillex auf der französischen Seite des Mont Blanc hat die Einführung einer Kaution in Höhe von 15.000 Euro für Bergsteiger beschlossen, die den höchsten Berg der französischen Alpen besteigen wollen.  Der Bürgermeister beklagte, dass Dutzende von "selbsternannten Pseudo-Bergsteigern" die Empfehlung ignorieren würden, den Mont Blanc in diesen Wochen wegen des hitzebedingten Steinschlags nicht über den Normalweg zu besteigen. Die Kaution von 15.000 Euro, die Bergsteiger hinterlegen müssen, würde den durchschnittlichen Kosten für die Bergung und die Beerdigung der Opfer entsprechen. "Es ist unannehmbar, dass der französische Steuerzahler für diese Kosten aufkommen muss", beklagte der Bürgermeister in seiner Presseaussendung. Dabei stellte er die Leichtfertigkeit und mangelnde Erfahrung der "improvisierten Alpinisten" an den Pranger.

Die rumänischen Besucher hätten sich in kurzen Hosen, Turnschuhen und Strohhüten auf den Weg zum Gipfel gemacht.

So berichtete er, dass sich am 30. Juli vier rumänische Touristen in kurzen Hosen auf den Weg zum Gipfel gemacht hätten. Rettungseinheiten an Bord eines Hubschraubers hätten sie zur Umkehr aufgefordert.  Warnungen hätten sich bisher als weitgehend wirkungslos erwiesen. Dutzende von "improvisierten Alpinisten" hätten sich darüber hinweggesetzt und sich auf ein " russisches Roulettspiel " eingelassen. Die rumänischen Besucher hätten sich in kurzen Hosen, Turnschuhen und Strohhüten auf den Weg zum Gipfel gemacht.

 

Die jüngste Hitzewelle in Frankreich hat den Aufstieg noch gefährlicher gemacht. Der Präsident des Bergführerverbandes von Chamonix, Olivier Grebert, hatte diese Woche geschätzt, dass derzeit nur noch 20 Personen pro Tag auf den Gipfel gelangen. Normalerweise seien es über 100. Der Bürgermeister von Courmayeur auf der italienischen Seite des Berges, Roberto Rota, will  den Zugang zum Gipfel dagegen derzeit nicht erschweren. Erst vor wenigen Tagen hatte der Hüttenwirt der Cosmiques-Hütte auf der regulären Route von herabstürzenden Gesteinsbrocken berichtet, die "so gross wie Kühlschränke" seien.  Auch am Matterhorn warnen Bergführer in diesen Wochen eindringlich vor einer Besteigung. Wegen akuter  Gefahr wurden knapp 70 Menschen im Val Ferret am Ende des Aostatals in Sicherheit gebracht. Dort könnten in den kommenden Tagen rund 500.000 Kubikmeter Eis abbrechen.