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Schweizer 50 bis 59-Jährige entschieden Einwanderungsreferendum

Ausländer raus aus der Schweiz? Nun sind detaillierte Daten bekannt geworden: Die Initiative gegen Masseneinwanderung wurde eindeutig durch die 50- bis 59-Jährigen entschieden.

Rudolf Strahm war im Schweizer Nationalrat vertreten. Daten allein sagen wenig aus, meint er. Und sah genauer hin, unterzog die sogenannten Vox Daten, einer genaueren Analyse.

Am 9. Feburar 2014 hatte sich die Schweiz mehrheitlich für eine Begrenzung des Ausländerzuzuges ausgesprochen. Mittels einer Meinungsumfrage, vom Bund finanziert, sollte verstanden werden, welche Motive dieser Entscheidung zu Grunde lagen. Doch Strahm war mit der Analyse von Politikwissenschaftler Pascal Sciarini nicht zufrieden, forschte nach.

Strahm schreibt in einer Kolumne im Tagesanzeiger:

Man verliess sich auf die eigenwillige Interpretation des Genfer Politologieprofessors Pascal Sciarini, der als Studienleiter dieser Vox-Umfrage das Interpretationsmonopol für sich beansprucht. Er las aus den GFS-Umfrageresultaten genau das heraus, was er schon immer «wusste»: dass die Schweiz wertebezogen gespalten sei in weltoffene Bildungsbürger und heimatorientierte Abschottungseidgenossen.

Ein Befund von Strahms Analyse: "Die Initiative gegen Masseneinwanderung wurde eindeutig durch die 50- bis 59-Jährigen entschieden", Menschen, die von jungen, aufstrebenden AusländerInnen aus dem Arbeitsmarkt gedrängt werden.

Häufig sind es gerade auch Gutqualifizierte, Ingenieure, mittlere Kader, verdiente und erfahrene Mitarbeitende. Sie sind nicht häufiger «Abschottungsbürger» als andere und schon gar nicht SVP-Anhänger; sie haben einfach ihre existenzielle Situation in ihr Stimmverhalten umgesetzt. Am 9. Februar beteiligten sie sich auch überdurchschnittlich häufig an dieser Abstimmung. Dieses stille Drama wird von der Elite schlicht ignoriert.

Migros-Konzernchef Herbert Bolliger macht die Einwanderungsinitiative auch zu schaffen, sein Unternehmen ist auf GrenzgängerInnen angewiesen, "die können doch nicht als Zuwanderer bezeichnet werden."

Und so machen sich neue Dramen breit, in der Schweiz. Aus ungelösten Problemen entstehen neue, Abschottung tut nicht gut.

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Guntram Bernulf Mer, 05/07/2014 - 12:04

"Und so machen sich neue Dramen breit, in der Schweiz. Aus ungelösten Problemen entstehen neue, Abschottung tut nicht gut."
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Mer, 05/07/2014 - 12:04 Collegamento permanente