Reinhold Messner
Skirama Kronplatz
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Polemik

Störenfried am Kronplatz?

Reinhold Messner will Jovanotti vom Kronplatz verbannen. Seine Aussagen sorgen bei Wirtschaftstreibenden und Umweltschützern für Verwunderung.
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Er wolle den Künstler nicht aburteilen, schließlich kenne er ihn kaum. Doch Reinhold Messner ist dagegen, dass Jovanotti ein Konzert auf dem Kronplatz veranstaltet. “Wenn ich könnte, würde ich es verbieten”, zitiert La Repubblica den Südtiroler Extrembergsteiger am Wochenende. Der damit für Verwunderung sorgt.

 

Störender Jovanotti

Am 24. August soll am Brunecker Hausberg, auf 2.275 Metern Meereshöhe, Jovanottis Konzert über die Bühne gehen, das den Liedermacher im Rahmen seiner Sommertour nach Südtirol führt. Die Besucher müssen eine der vier Seilbahnen nehmen, um auf den Kronplatz zu kommen – und bezahlen dafür einen entsprechenden Aufpreis auf das Ticket.
Reinhold Messner stößt das Jovanotti-Konzert sauer auf. “Unvernünftig” und “unnötig” sei eine solche Veranstaltung, die allein Lärmverschmutzung verursache und übertrieben viele Menschen auf den Berg locke. “In den Bergen sucht man die Ruhe, dafür setze ich mich ein – für den Schutz unserer Berge.”

“Ein solches Konzert macht in den Bergen keinen Sinn, man müsste es woanders machen.” (Reinhold Messner)

Messner selbst lockt mit seinem Messner Mountain Museum Jahr für Jahr abertausende Besucher auf den Kronplatz. Doch das sei etwas ganz anderes, betont er: Mit seinem Museum habe er versucht, “die Kultur der Berge” auf den Kronplatz zu holen “und nicht die lärmenden Massen”. “Wäre ich der einzige Besitzer des Kronplatzes, würde ich ein solches Konzert nie genehmigen beziehungsweise es erst gar nicht organisieren”, betont Messner. Er werde seinen Widerspruch den Verantwortlichen am Kronplatz mitteilen.

 

Gleichgewicht im Blick

Die haben am Sonntag bereits reagiert. Andrea Del Frari, Geschäftsführer von Sikarama Kronplatz, kontert auf Messners Vorwürfe: Jovanottis Wahl sei nicht zufällig auf den Kronplatz gefallen, sondern gerade weil die notwendigen Infrastrukturen bereits vorhanden seien, ohne das Gleichgewicht zwischen Technik und Natur zu stören, “das diesen Berg ausmacht”. Der Kronplatz, so Del Frari zu La Repubblica, sei kein gewöhnlicher Berg und die Gäste, die ihn aufsuchen, suchten dort nicht die Ruhe, sondern “Adrenalin und Vergnügen”. Der Kronplatz-Geschäftsführer wörtlich: “Plan de Corones, oggi, è una montagna viva che offre tante possibilità di intrattenimento e svago, sia sportivo sia culturale. lo dimostrano i continui investimenti nell’ammodernamento degli impianti di risalita del comprensorio sciistico ma anche la volontà, da parte dei proprietari degli impianti, di investire sulla cultura, costruendo ben due musei, legati proprio al mondo della montagna. Proprio uno di questi, costruito dal consorzio impianti ma dato in gestione a Reinhold Messner, è un’attrazione per la gran parte dei turisti che arriva in cima durante i mesi estivi.”

Doch nicht nur die Wirtschaftstreibenden am Kronplatz stellen sich hinter das Jovanotti-Konzert. Auch die Umweltschützer vom WWF sprechen sich dafür aus. Messners Aussagen hätten sie überrascht, zumal der Austragungsort des Konzertes nicht unberührte Natur sei, sondern eine vom Menschen bereits sehr stark geprägte Kulturlandschaft. Außerdem habe man die Organisatoren von Jovanottis Tournee angehalten, bei der Wahl der Konzertlocations darauf zu achten, die Auswirkungen auf die Umwelt so gering als möglich zu halten. Aus diesem Grund habe Jovanotti eines seiner Konzerte auch verlegt – weil es zu nahe am Brutgebiet der Seeregenpfeifer hätte stattfinden sollen.

Übrigens: Just am Samstag hat im Trentino Giorgio Moroder aufgelegt. Auf der 2.200 Metern hoch gelegenen Tognola-Alm. Der dreifach Oscar-gekrönte Grödner Musiker und DJ zeigte sich begeistert: “Ich habe schon viele Konzerte in meinem Leben gegeben, aber dieses ist eines der ganz besonderen: Meine Musik in den Dolomiten zu spielen, ist magisch.”

Giorgio Moroder 7. April 2019
Giorgio Moroder auf der Tognola-Alm: die 1.500 Besucher kamen mit der Seilbahn zum Konzert (Foto: PAT)
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