Maske
Kajetan Sumila on Unsplash
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weiter wie bisher

Rote Zone – gelbe Karte

Die Landesregierung schaltet die Corona-Ampel zurück auf gelb. Rom interpretiere einige Daten “völlig falsch”, sagt Landesrat Widmann. Der Landeshauptmann schreibt Rom.
Di
Ritratto di Lisa Maria Gasser
Lisa Maria Gasser15.01.2021
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Ritratto di Thomas Unterwinkler
Thomas Unterwinkler 16 Gennaio, 2021 - 13:32

Südtirol hat eine 7-Tages-PCR-Inzidenz von 273, Österreich liegt diesbezüglich bei 137.
Südtirol: Es gibt keinen Grund, etwas zu ändern, es bleibt alles offen.
In Österreich wird die Regierung auf Anraten der Experten am Sonntag eine Verlängerung des Lockdowns bis weit in den Februar hinein beschließen, vermutlich verbunden mit einer Verschärfung der Maßnahmen (generelle FFP2-Maskenpflicht, auf zwei Meter vergrößerter Mindestabstand, verpflichtendes Homeoffice und intensive Testungen). Eine zentrale Rolle dabei spielen die möglichen Auswirkungen der nun auch in Österreich nachgewiesenen britischen Mutation auf die ohnehin weiter als zu hoch eingestuften Neuinfektionszahlen.
https://orf.at/stories/3197576/
Ein Blick nach Großbritannien, Irland und Tschechien zeigt, dass Österreich gut daran tut, nicht lockerzulassen und das Virus wirksam einzudämmen. Für Südtirol wird die Entscheidung der Landesregierung in einigen Wochen leider sehr unangenehme Auswirkungen haben.

Ritratto di Mumelter Georg
Mumelter Georg 18 Gennaio, 2021 - 19:33

Die Aussagen von Herrn Widmann sind - zumindest von außerhalb Südtirol betrachtet - nicht nachvollziehbar.
Die Mehrheit der epidemiologischen Wissenschaft hält eine Reduktion der Infektionszahlen auf deutlich unter 50 Neuinfektionen /100t EW / 7 Tage für geboten um nachhaltig zu lockern, sei es Schulen, Wirtschaft, Gastro,...
Zumindest für einen in Systemen denkenden Ingenieur wie mich ist das nachvollziehbar, dass man bei niedrigen Zahlen mit Contact Tracing mehr lockern kann und stabil bleibt als bei hohen Zahlen wo das Contact Tracing nicht rechtzeitig hinterherkommt und dadurch dieses wichtigste Mittel ausgehebelt ist. Stichwort "nicht lineare Reglereffektivität".

Zum Vergleich: In München haben wir 500 Personen (Gesundheitsamt+Bundeswehr+Polizeiaushilfe...) in 2 Schichten die so ab 500 Infektionen pro Tag so deutlich ins Hintertreffen geraten dass Infektionsketten oft ungehindert weiterlaufen.

Zweitens braucht man jetzt einen "Vorhalt" wie wir es in der Technik nennen wenn sich ansteckendere Varianten ausbreiten. In Irland ist man innerhalb 3 Wochen von - für südtiroler Verhältnisse - sehr wenig Infektionen auf katastrophale Zahlen hochgeschossen.

Daher wird man hoffentlich in Deutschland mit harten Maßnahmen jetzt weiter auf unter 50 kommen. Das wären in Südtirol ca. 40 Infektionen pro Tag.

Es sieht für mich leider so aus, dass die Landesregierung meiner Heimat hier jetzt den Karren bzgl. Gesundheit UND Wirtschaft das 3. Mal an die Wand fährt.

Im März das erste Mal weil man lieber gegen das RKI protestierte während 1/3 von Gröden im Bett lag und 20 Tests pro Tage gemacht wurden, im Oktober als man den Lockdown so lange hinauszögerte und die Lockerungen so früh ansetzte dass Krankenhäuser sehenden Auges überliefen und bis heute eine Notlage in den Strukturen herrscht , d.h. schlechtere Behandlung vieler Krankheiten in Kauf genommen wird. In München reichen bei Inzidenz von Südtirol zu Weihnachten (250-300/100t/7T) , nur 3facher Einwohnerzahl 600 Intensiv-Betten (9-fach!) nicht mehr aus, es gab ein Hilfeschrei der Ärzte.
Wer erklärt mir diese Differenzen?

Diskussionen über R Wert Berechnungen sind da reine Stellvertreterkriege.

Gerne würde ich dazu wenigstens bei Salto im Gegensatz zu dem anderen "bildungsfernere Schichten" bedienenden Onlineportale Antworten dazu lesen warum die Regierung, Herr Widmann und Herr Kompatscher, leider keine Naturwissenschaftler, so vorgehen.

Ritratto di Thomas Unterwinkler
Thomas Unterwinkler 19 Gennaio, 2021 - 14:17

Das Kontaktnachverfolgungsteam des Südtiroler Sanitätsbetriebs ist offenbar ca. 100 Personen stark. Es ist klar, dass dieses Team bei 300-400 Neuinfektionen täglich keine Chance hat, ein wirksames contact tracing durchzuführen. Das Virus ist also in Südtirol mehr oder weniger außer Kontrolle.
In Deutschland und seit Sonntag auch in Österreich hat es die Regierung zum Ziel erklärt, in der 7-Tages-Inzidenz unter 50 zu kommen. Denn nur dann ist Kontaktnachverfolgung möglich.
Außerdem ist eine niedrige Inzidenz auch im Hinblick auf ansteckendere Virusvarianten essenziell. Die britische Variante ist in Südtirol noch kaum Thema, während man in Deutschland und Österreich bereits die weiteren Maßnahmen danach ausrichtet. Es wäre ja schön, wenn die Variante Südtirol nicht erreicht. Nur leider ist das sehr unwahrscheinlich. Vielleicht ist sie auch bereits im Land.
Zur Veranschaulichung: Nach Berechnungen des renommierten European Bioinformatics Institute wird die in Großbritannien festgestellte Virus-Variante für sechs- bis achtmal mehr Corona-Fälle im Monat (!) sorgen als das herkömmliche Virus.
Weshalb die Landesregierung so handelt, kann nur spekuliert werden. Im Spätsommer/Herbst hatte man sich ja eher an die (wenig später grandios gescheiterte) österreichische Strategie gehalten und es eher locker genommen, so dass man zeitweise die höchste Wocheninzidenz in Europa hatte. Nun setzt man offenbar eher auf den italienischen Weg, inzidenzzahlenmäßig so dahinzujonglieren, dass die Kapazität in den Krankenhäusern gerade mal so ausreicht. Die kritischen Stimmen zu dieser Strategie mehren sich aber auch in Italien. So hat Prof. Ricciardi, der Berater des Gesundheitsministeriums, letztens erklärt, dass ein drei- bis vierwöchiger landesweiter harter Lockdown nötig wäre, um die Situation unter Kontrolle zu bringen und damit auch die Impfkampagne zu schützen.
Schließlich ist auch zu bedenken: Je mehr das Virus grassiert, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass neue Varianten entstehen.

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 19 Gennaio, 2021 - 14:38

... die beiden vorhergehenden Kommentatoren zeigen eine Problematik auf, welche so manchen bewegt: wie wird man sich später rechtfertigen, dass man nicht den Vorsichtigen folgte (Prävention), als Ziel die Reduktion auf eine geringe Wocheninzidenz definiert(e) und entsprechend handelt(e), um Volksgesundheit UND Wirtschaft nachhaltig, ja nachhaltig und dauerhaft zu bessern und zu sichern?
Was zeigt der derzeitig vorgegebene Weg? ... die Anzahl der Intensivpatienten beginnt (wieder) exponentiell zu steigen.

Ritratto di Thomas Unterwinkler
Thomas Unterwinkler 19 Gennaio, 2021 - 17:59

Bemerkens- und bedauernswert ist ja auch, dass man über die Anzahl der Toten kaum noch spricht. 9 seit gestern, bisher 81 im Jänner und 820 insgesamt. Man hat sich scheinbar an die hohe Anzahl der Toten „gewöhnt“.
Auch in diesem Bereich stehen wir gegenüber Tirol (564 Todesfälle bei 755.000 Einwohnern) und Bayern (8.978 Todesfälle bei 13 Mio. Einwohnern) gar nicht gut da.

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