50 Jahre Autonomie
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50 Jahre Autonomie

Werden wir morgen dieselben sein?

Das Matinee der EURAC zum 50. Geburtstag der Südtiroler Autonomie macht deutlich, wie schwer Offenheit und Wandel sind, wenn man Identität in Sicherheitsschlösser gießt.
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Ritratto di Valentina Gianera
Valentina Gianera20.01.2022
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Ritratto di Sebastian Felderer
Sebastian Felderer 20 Gennaio, 2022 - 19:04

Wir werden morgen also dieselben sein! Dies mein Schluss aus dem Bericht vom Jubiläum. Wenn ein "sich selbst in Frage stellen" von vornherein ausgeschlossen ist, dann wird uns wohl nichts anderes übrig bleiben. Wir sind aber jetzt schon nicht mehr dieselben, geschweige morgen. Und es sind ja nicht wir, die wir uns in Frage stellen müssen, sondern es sind neue Bürger im Lande genug, die überhaupt alles in Frage stellen. Mehr noch, sie stellen es gar nicht in Frage. Sie tun so, als könnte es gar nicht anders sein. Unsere Autonomie ist ausgehöhlt, mehr als die roten Würfel am Magnagoplatz. Die Schutzmacht Österreich und die angeblichen "Freunde" versagen kläglich und fallen uns jeden Tag in den Rücken. Was nützt uns die Autonomie gegen die illegale Einwanderung? Wir werden morgen nicht fragen müssen, ob wir noch dieselben sind, sondern viel mehr schauen, ob wir überhaupt noch sind. Der ethnische Proporz wird sich verschieben, es wird vieles aus dem Gleichgewicht geraten und die sozialen Probleme werden sich verschärfen. Unsere Kinder und Enkel werden das ausbaden, was die Politik verkannt und versäumt hat. Die Verantwortlichen aber werden untertauchen und in Ruhe ihre Maxipension genießen. Zum 75-jährigen Autonomiejubiläum wird sich die Frage im Titel sicher beantwortet haben.

Ritratto di alfred frei
alfred frei 21 Gennaio, 2022 - 11:20

Ein konkreter Hinweis wie aus dem dissoziativen Konfliktlösungsmodell ein assoziatives wird wäre eine Gegenüberstellung des Wochenmarktes auf dem Griesplatz in Sarnthein mit der "Festa delle Api" in der Bozner Reschenstraße.

△rtim ୍℘୍stロ 21 Gennaio, 2022 - 11:40

Nicht wenige — auch hierzulande — haben es sich in den letzten Jahrzehnten geschichts- und damit zukunftsvergessen sehr bequem gemacht. Dabei sollten wir in unserer Verantwortungsgemeinschaft aus der leidvollen Geschichte des 20.Jahrhunderts doch zumindest gelernt haben: Weder die Demokratie im Jahr 1945 — nach 23 Jahren Gewalt- und Terrorherrschaft — noch die Autonomie sind vom Himmel gefallen. Den Erhalt der Demokratie und die Autonomie gilt es jeden Tag aufs Neue zu verteidigen. Sie sind ja auch heute noch keine Selbstverständlichkeiten. Heute (2022) kennen wir in der Sonderverwaltungsregion (Südtirol und dt. Sprachinseln im Trentino) noch nicht mal den Zustand der Umsetzung des Gruber-De-Gasperi-Abkommens, wie z.B. über die völlige Gleichstellung mit dem Italienischen, das Recht auf den Gebrauch der eigenen deutschen Sprache, Toponomastik … Es gibt auch keine valide, begleitende Erhebungen, ein Monotoring, Studien u.a.m. Wer hindert da etwa Südtirol, die Euregio daran?
Die (dünne) Grundlage der inneren Selbstbestimmung, die Autonomie, misst sich nach wie vor real-politisch, was daraus (nicht) gemacht wurde bzw. was daraus (nicht) gemacht wird. Eine Binsenweisheit eigentlich. Es ginge nach wie vor um konkrete Umsetzung, z.B. Implementierung des Autonomiestatuts im europäischen Geist auf der Ebene des Völkerrechts — so wie es Bruno Kreisky schon damals meinte — als um Veranstaltung. Oder: Was wurde/wird konkret z.B. aus dem Autonomie-Konvent?
http://www.konvent.bz.it/de/content/autonomiekonvent-stellt-ergebnisse-i...
Da gibt es wohl noch Entwicklungs- und Optimierungspotenzial — eben besonders bei der Ausgestaltung und Umsetzen.
Hoffen wir, dass mit der Euroregio Tirol wieder zusammenwächst, was zusammengehört.

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