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Bildung

Länger in den Kindergarten

Die Öffnungszeiten der deutschsprachigen Kindergärten sollen ausgeweitet werden. Das fordert ein Positionspapier, das auch die Familienlandesrätin mitträgt.
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Immer weniger deutschsprachige Kindergärten bieten verlängerte Öffnungszeiten an. Waren es vor drei Jahren noch 56 Sektionen, so sind es im Schuljahr 2020/21 nur noch 28 (von insgesamt 266 Kindergärten), die auch nach 14.45 Uhr bzw. freitags nach 12.45 Uhr noch einige Stunden offen haben.

Die progressive Reduzierung der Öffnungszeiten besorgt nicht nur viele Eltern, sondern auch den Familienbeirat des Landes*. Dieser hat nun ein Positionspapier mit der Forderung an die deutschsprachigen Kindergärten verabschiedet, dass Familien weiterhin auf ein erweitertes Angebot zurückgreifen können.

Wenn der eigene Kindergarten weniger lange offen hält als gewohnt, “bedeutet das für die Familien, dass sie sich bei der Betreuung ihrer Kinder zwischen drei und sechs Jahren anderweitig organisieren müssen”, zeigt Landesrätin Waltraud Deeg – sie ist zugleich Vorsitzende des Landesfamilienbeirates – auf. “”Das stellt für viele Familien, die nicht auf Großeltern oder andere familiäre Betreuungspersonen zurückgreifen können, ein großes organisatorisches, aber vielfach auch finanzielles Problem dar.”

Die Halbierung der Kindergartensektionen mit verlängerten Öffnungszeiten sei “sehr beunruhigend und für die Familien nicht nachvollziehbar”, heißt es im Positionspapier. Nicht nur, dass die Anzahl der Kinder im Vergleichszeitraum relativ konstant geblieben sei, diese Entwicklung stehe auch der zunehmenden Frauenerwerbstätigkeit konträr entgegen. “Familien brauchen zuverlässige und kontinuierliche Betreuungsangebote, um die Vereinbarkeit zu meistern”, betont Christa Ladurner, Sprecherin der Allianz für Familie. KFS-Präsidentin Angelika Mitterrutzner ergänzt: “Eine gute Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit dem Bildungswesen ist darum zum Wohle der Familien und der Gesellschaft als Ganzes wichtig.”

Die konkreten Forderungen des Familienbeirats an den deutschsprachigen Kindergarten: keine weitere Verschlechterung des Kindergartenangebots; Wiederöffnung des Termins für die Beantragung der verlängerten Öffnungszeiten für das Bildungsjahr 2021/22; Wiedereinführung der regulären Öffnungszeiten auch am Freitagnachmittag; Garantie von kontinuierlichen verlängerten Öffnungszeiten in größeren Zentren und gemeindeübergreifenden Einzugsgebieten;, Verbesserung der Informationen an die Eltern über Möglichkeiten der verlängerten Öffnungszeiten; Anpassung der Zugangskriterien für die verlängerten Öffnungszeiten sowie Verstärkung der (berufsbegleitenden) Ausbildung pädagogischer Fachkräfte für den Kindergarten.  

“Wir sind zuversichtlich, dass wir im Gespräch miteinander zu guten Lösungen im Sinne der Familien kommen können. Schließlich ist es im Interesse aller, dass Eltern ihre Berufstätigkeit beibehalten und dabei wissen, dass ihre Kinder bestmöglich betreut werden”, meint Landesrätin Deeg.
 

*Der Familienbeirat des Landes ist ein beratendes Organ der Landesregierung zu familienrelevanten Themen, der durch das Familienfördergesetz (LG 8/2013, Art. 12) begründet wurde. Er trifft sich in regelmäßigen Abständen, um über Themen und Anliegen der Familien zu diskutieren. Der Beirat kann Vorschläge zur Anpassung der Landesgesetzgebung ausarbeiten, Vorschläge zur Förderung für Familien unterbreiten, Gutachten und Empfehlungen abgeben sowie Stellungnahmen zu familienrelevanten Themen verfassen.

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Ritratto di Cille Goss
Cille Goss 20 Aprile, 2021 - 11:23

KFS-Präsidentin Angelika Mitterrutzner ergänzt: “Eine gute Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit dem Bildungswesen"

Die Mitterrutzner will auf Augenhöhe mit gewählten Politikern sein. Dann soll sie in die Politik gehen und nicht so eine freche forderung stellen. ich trinke gerade eine cola, ich will auf augenhöhe mit Pepsi verhandeln

Peter Gasser 20 Aprile, 2021 - 12:17

Zitat: „Wir sind zuversichtlich, dass wir im Gespräch miteinander zu guten Lösungen im Sinne der Familien kommen können. Schließlich ist es im Interesse aller, dass Eltern ihre Berufstätigkeit beibehalten und dabei wissen, dass ihre Kinder bestmöglich betreut werden”, meint Landesrätin Deeg“:

Ja, so ist das heute, aber wessen Interesse fehlt in diesem *Satz der Wirtschaft*?

Da gibt es noch eine Gruppe (die Kleinkinder), in deren Interesse es überhaupt nicht ist, den ganzen Tag von morgens 8 Uhr bis abends 6 Uhr auf das *liebende Auge* von Mutter oder Vater zu verzichten. Bezeichnend, dass die Kinder selbst und deren Bedürfnisse im Schlussatz gar nicht vorkommen.
Im Interesse aller ist es meiner Ansicht nach, dass Kleinkinder im Schoß der Familie durch gemeinsam verbrachte Zeit ein gesundes Urvertrauen entwickeln können, um gut für das Leben gerüstet zu sein; das schaffen nicht „Fachkräfte“, sondern das liebende Auge von Mutter und Vater - wenn es denn da ist.

Ritratto di Christian I
Christian I 20 Aprile, 2021 - 13:49

Sehr schöne und wahre Worte Herr Gasser. Nur müsste die Politik dafür auch die Voraussetzungen schaffen! Die Eltern auffordern mehr Kinder zu machen aber dafür nicht die nötige Voraussetzungen zu garantieren hat nicht viel Sinn.

Peter Gasser 20 Aprile, 2021 - 14:01

Da stimme auch ich Ihnen zu: statt eines Tunnels unter dem Sellastock oder Ähnlichem eine soziale Absicherung, Pensionsanspruch und ein Gehalt für Mütter oder Väter, solange diese zuhause beim Kinde bleiben.
Unsere eigene Zukunft und die Zukunft der Gesellschaft (Menschheit) sind unsere Kinder: ob es in dieser Zukunft Gerechtigkeit und Frieden auf Erden geben wird, hängt von der Erziehung und der Entwicklung unserer Kinder ab.

Ritratto di Walter Zöggeler
Walter Zöggeler 20 Aprile, 2021 - 13:51

Die Öffnungszeiten der Kindergärten am Freitag sind ein Schlag ins Gesicht für alle die Arbeiten müssen. Nicht jeder arbeitet in seiner Wohnsitzgemeinde und nicht jeder hat Freitags frei. Das Schließen um 12:45 Uhr kann nur jemanden eingefallen sein der nicht arbeiten muss oder seine Verantwortung auf Oma und Opa abwälzen kann.

Ritratto di kh beyer
kh beyer 21 Aprile, 2021 - 01:46

Ich stelle mir gerade vor, bei Elternteile arbeiten in der Gastronomie bei geteilten Arbeitszeiten und Sechs-Tage-Woche. Nur, um zu leben.:-)) Damit ist wohl schon klar, dass wir nicht von Kinderfreundlichkeit reden. Wenn sie dann noch in verschiedenen Betrieben arbeiten; Gute Nacht. Bei dieser Politik vermehren sich genau jene, die sich besser nicht vermehren sollten:-))

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