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Sackgasse Zweisprachigkeit?

Immer weniger Personen bestehen die Zweisprachigkeitsprüfung. Vor allem die Erfolgsquote bei den Laufbahnen A und B ist 2016 erneut zurückgegangen.
Kein Durchgang
Foto: Suedtirolfoto.com/Helmuth Rier

Immer weniger treten an, immer mehr fallen durch. So könnte man die Entwicklung bei den Zweisprachigkeitsprüfungen kurz und knapp zusammenfassen. Das Landesstatistikinstitut ASTAT hat die Daten abgelegten und bestandenen Zwei- und Dreisprachigkeitsprüfungen im Jahr 2016 veröffentlicht. Insgesamt traten 7.638 Personen zur Zweisprachigkeitsprüfung A, B, C oder D an (2015 waren es mehr als 9.000 gewesen). Davon haben 2.845 Personen die Prüfung bestanden, was einer Erfolgsquote von 37,2 Prozent entspricht. Im Jahr haben noch über 40,1 Prozent (mehr als 3.000 Personen) der angetretenen Kandidaten die Prüfung bestanden, 2014 (in diesem Jahr waren die Prüfungsmodalitäten abgeändert worden) waren es 48,5 Prozent.

Erfolgsquoten im Laufe der Jahre (Quelle: ASTAT)
Jahr A B C D Gesamt
2016 32,9 % 26,7 % 40,1 % 69,2 % 37,2 %
2015 38,9 % 32,8 % 38,1 % 63,0 % 40,1 %
2014 50,3 % 44,1 % 43,7 % 64,0 % 48,5 %

 

Auch bei den einzelnen Laufbahnen spiegelt sich der allgemeine Trend wieder. Wie in den vergangenen Jahren war auch 2016 die Erfolgsquote bei den Laufbahnen D (69,2 Prozent) und C (40,1 Prozent) am höchsten, wobei die Laufbahn D die einzige war, die im Vergleich zu 2015 einen Anstieg der Erfolgsquote verzeichnete. Jene der Laufbahnen A und B hingegen ging weiter auffällig zurück: von 38,9 im Jahr 2015 auf 32,9 Prozent beziehungsweise von 32,8 auf 26,7 Prozent

Die Männer waren bei den Laufbahnen A, B und C erfolgreicher als die Frauen. Insgesamt beträgt die Erfolgsquote der Männer 41,4 und jene der Frauen 34,8 Prozent.  Die Kandidaten aus der Bezirksgemeinschaft Überetsch-Südtiroler Unterland verbuchen mit 43,2 Prozent insgesamt und mit 38,5 Prozent für das Niveau A und 35,3 Prozent für das Niveau B die höchsten Erfolgsquoten. Beim Niveau C liegt hingegen die Bezirksgemeinschaft Pustertal mit 46,4 Prozent an erster Stelle, während beim Niveau D die Bezirksgemeinschaft Vinschgau mit 88,6 Prozent in Führung liegt. 

Eine gegensätzliche Entwicklung gab es bei der Dreisprachigkeitsprüfung, also jener zur Feststellung der Kenntnisse der ladinischen Sprache. Dort lag die Erfolgsquote mit 71,4 Prozent 2016 um 1,4 Prozentpunkte höher als 2015.