Auf dem Waalweg
Foto: Oswald Stimpfl
Gita | Ausflug der Woche

Ein Sonnenweg von Mals nach Tartsch

Entlang der Waalwege im oberen Vinschgau – durch eine Vegetation, die mit Licht und Stimmung an südliche Landstriche erinnert.

Der obere Vinschgau und insbesondere die Sonnenhänge hinter Mals sind von Waalen regelrecht durchfurcht. Auf einem dieser Bewässerungskanäle, dem Oberwaal, wandern wir nach Südosten in Richtung Tartsch, auf dem etwas tiefer gelegenen Unterwaal geht es wieder nach Mals zurück. Der obere Waalweg ist als Sonnensteig ausgeschildert – die Vegetation, das Licht und die Stimmung erinnern an südliche Landstriche. Unterwegs erfahren wir Interessantes über die Pflanzen- und über die Sagenwelt des Vinschgaus.

Leider mussten viele der Waale der modernen Technik weichen, die Bewässerung wurde vom Flutungssystem der Waale auf Beregnung durch Sprinkler umgestellt. Der Oberwaal, dessen Begleitweg wir uns für diese Wanderung ausgesucht haben, wurde ebenfalls verrohrt, führt aber im Sommer noch etwas „Schmuckwasser“, wie das Wässerchen, das darin rinnt, gnädig genannt wird. Der Waal bezieht sein Wasser aus der Puni, die nördlich von Mals aus dem Planeiltal fließt. 

 

Wir beginnen die Wanderung im Ortszentrum von Mals, beim Gasthof Grauer Bär, und gehen in die Parkgasse auf den Berg zu, an den letzten Häusern des Dorfes vorbei in die Parkanlage, die sich den Hang hinaufzieht. An einem Denkmal, das an den Parkgründer Heinrich Flora erinnert und einem Spielplatz vorüber, schlängelt sich der Promenadenweg unter Zedern und einem nordamerikanischen Mammutbaum, aufwärts, die Dächer von Mals und den spitzen Turm der Pfarrkirche lassen wir hinter uns. An der großen Grillwiese mit Holzhäuschen, Tischen, Bänken und einem Brunnen vorbei stoßen wir auf den Waalweg. Nun biegen wir im spitzen Winkel rechts ab und wandern südostwärts in Richtung Tartsch. Eine Tafel erläutert uns die Bedeutung der Hecken für die Natur: Sie sind Nistplatz und Nahrungsquelle und bieten vielen Tieren Schutz, Sträucher sind mit Namensschildern versehen. Der Blick geht weit über den Vinschgau, hin zum Tartscher Bühel, nach Glurns, Prad und zur mächtigen Ortlergruppe. Am Wiesenrand liegt die Einkehrstation „Margronda“ (Winterruhe), dann endet der Waal im Raweingraben. Ein Steiglein bringt uns kurz etwas steil bergab zu einem Feldweg, der nach Tartsch führt. Nach der Einkehr beim Michlwirt gehen wir auf der Vinschgauer Staatsstraße auf dem Gehsteig in Richtung Mals, an der Pizzeria Remo vorbei, beim nächsten gelben Haus mit rotem Ziegeldach fädeln wir einen Wiesensteig ein, der bald in den Begleitsteig zum Unterwaal übergeht. Der Weg folgt nun der Trasse des Unterwaales zwischen Wiesen, Häusern und Gärten und bringt uns an den Ausgangspunkt zurück.

 

Einkehrtipp

Gasthaus Michlwirt: Mediterrane Küche und Vinschger Klassiker, hausgemachte Nudelgerichte, donnerstags und freitags frische Meeresfische, Krusten- und Schalentiere, als Aperitif: die „Vinschgerin“! Tartsch 35, Mals, Tel. 328 3638861, www.michlwirt.it, Mi.–Fr. 11–14 und 17–23 Uhr, Sa. 9–23, So. 9–17 Uhr, Mo. und Di. Ruhetag, im Juli und Aug. geschlossen

 

Start: Mals, Zentrum, gegenüber der Sparkasse, an der Ecke des Hotels Grauer Bär startet die Parkgasse, 1.080 m

Gehzeit insgesamt 2 Stunden, Höhenleistung: 180 Höhenmeter; Länge der Wanderung: 6,3 km

 

Anfahrt und Parkplatz

Auf der Dorfumfahrung von Mals bei den Hinweisschildern zum Kirchlein St. Benedikt rechts ins Dorf abbiegen. Bei der St.-Benedikt-Kirche kostenlose Parkplätze, über die St.-Benedikt-Straße in ein paar Minuten ins Zentrum zum Dorfplatz. 

Öffentliche Verkehrsmittel: Bus und Bahn bis Mals