Terlan Weinberge beim Oberlegar
Foto: Oswald Stimpfl
Gita | Ausflug der Woche

Herbstwanderung zum Oberlegar

Wanderung zum Oberlegar - besonders zur Törggelezeit einen Besuch wert, wenn sich Laubwald und Reben bunt färben und im Buschenschank die Köstlichkeiten locken.

Auf einer sonnigen, nach Südwesten ausgerichteten Geländeterrasse auf dem steilen und felsigen Westhang des Tschöggelberges oberhalb von Terlan liegt der Oberlegar auf 695 m in einer großen Rodungsinsel. Vor langer Zeit hat der Mensch der Natur dieses Land abgerungen und urbar gemacht. Besonders zur Törggelezeit, wenn sich der Laubwald und die Reben bunt färben und im Buschenschank die Köstlichkeiten der deftigen herbstlichen Gerichte, der neue Wein und gebratene Kastanien locken, ist einem der Besuch dieses Hofes zu empfehlen!

Der Wanderweg

Wir beginnen unsere Wanderung im Ortskern von Terlan, folgen den Hinweisschildern mit der Nr. 4, gehen an der Kirche vorbei den Kirchweg auf den Berg zu. Der Dorfweg führt durch schöne Rebanlagen, am Ansitz Liebeneich vorbei, zum Hof Klaus in der Mühl, an der alten, renovierten Wassermühle vorbei. Der Weg wird jetzt zum Steig, es geht stramm bergauf. Beim „Wengeregg“, nach 200 Höhenmetern und 40 Minuten Gehzeit treffen wir auf die neue Straße, verlassen sie aber sofort wieder links und fädeln die alte, von Büschen und Bäumen überwucherte Möltner Straße ein. Sie windet sich in die Höhe, trifft unterhalb des Bauernhofes wieder auf die breite Möltnerstraße. Wir folgen nun dieser, bis wir zur Linken einen neu angelegten Fußweg finden, der uns zum Oberlegar, unserem Ziel führt. Für den Rückweg nehmen wir kurz unterhalb des Oberlegar, an der Möltnerstraße den Weg 4/A, (Schild Bergrast, einfache Einkehrmöglichkeit) der rechts bergab, an den Tschirghöfen vorbei in den Ortsteil Oberkreuth und über den Schwimmbadweg wieder ins Dorf zurückführt.

Länge 7 km, Gehzeit 3 h, 650 Höhenmeter

Die Einkehr

Der Oberlegar ist ein stattliches neues Bauernhaus, das vor etlichen Jahrzehnten unweit der alten Hofstelle erbaut wurde. Das Haus liegt sonnig und aussichtsreich mitten in Reben, die Möltner Straße klettert oberhalb davon in Serpentinen in die Höhe. Zum Haus gehören 4,5 ha beste Weinlagen mit roten Vernatsch und weißen Sauvignon Trauben.

Franz Schwarz ist mit Leidenschaft Weinbauer und Wirt, seine Frau Helene ergänzt ihn aufs beste in Küche und im Service, unterstützt von weiteren Familienmitgliedern und Helfern, die im Herbst, zur Törggelezeit, einspringen. Die Küche ist ganz der bäuerlichen Tradition verschrieben, es kommt, wenn es irgend geht, viel Selbstgemachtes auf den Tisch: Speck, Kaminwurzen und selbst gebackenes Brot, hausgemachte Nudel, auch der gekochte Schinken zu den Spargeln im Frühjahr wird selbst gemacht, so wie das Sauerkraut zu den Haus- und Blutwürsten im Herbst. Im Frühjahr gibt es Spargelsuppe, Spargelstrudel, Bärlauch- oder Brennnesselknödel auf Spargelragout mit Bärlauch. Dann Kitz, Lammbraten, Topfen-Erdbeerknödel mit Erdbeerpüree und Eis. Im Herbst Kastanien-, Kürbis- und Gerstensuppe, manchmal auch Saure Suppe, Schlutzer, Käse-, Rohnen- und Brennnesselnocken, Kürbisteigtaschen, Schlachtplatte, Rippelen, Lammbraten und Rindswangelen, gebratene Kastanien und „Krapfen“. Säfte: Apfel-, Holunder-, Kräuter- und Johannisbeersaft. Die Tische in den zwei hellen, getäfelten Stuben werden mit Geschmack und Sorgfalt dekoriert, bei schönem Wetter nehmen die Gäste auf der Terrasse unter einer Pergola Platz, Sonnenhungrige nutzen die Liegestühle auf der Wiese vor dem Haus.

Öffnungszeiten: Mitte März bis Ende Mai, Mitte September bis Anfang Dezember ab 16 Uhr. An Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr. Dienstag Ruhetag. Vorbestellung erwünscht.

Oberlegar, Fam. Schwarz, Möltnerstr. 2, Terlan, Tel. 0471 678126, Mobiltel. 334 3189520.

Etwas zur Hofgeschichte:

Die Gegend mit den zwei Höfen Unterlegar und Oberlegar wird „Spitzegg“ genannt, bereits 1313 wird ein Simon von Lugay urkundlich erwähnt, 1581 scheint auf: „ober Laga, ain guet gennant Spitzögg und gehert aufs Neuhaus“ = ober Legar ist ein Gut, Spitzegg genannt, das zu Neuhaus (dem Schloss Neuhaus, auch Maultasch genannt) gehört. Aus: Josef Tarneller, Die Hofnamen im Burggrafenamt und in den angrenzenden Gemeinden.

Wie komme ich hin?

Mit dem Auto: In Terlan auf die Straße nach Mölten abbiegen, nach 4 km befindet sich an der rechten Straßenseite der Buschenschank Oberlegar. Großer Parkplatz.

Autor:

Oswald Stimpfl

www.folioverlag.it

www.stimpfl.info