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Sanität

Vernichtendes Gutachten

Die Spitze der Südtiroler Sanität weiß seit acht Tagen, dass die aus China importierten Atemschutzmasken nicht so wie geplant verwendbar sind. Nur sagt man das nicht.
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Erfolgsgeschichten haben meistens auch Schattenseiten.
Dabei kann es passieren, dass diese dunklen Flecken so groß sind, dass sie die Strahlkraft der frohen Botschaft überdecken und am Ende ein Scherbenhaufen übrigbleibt, um den sich nur mehr Verlierer scharen.
Genau das könnte auch bei dieser Geschichte der Fall sein. Weil es aber im wahrsten Sinne des Wortes um Menschenleben geht, muss sie dennoch erzählt werden. Anhand von Dokumenten, die Salto.bz vorliegen, kommt dabei eine fast unglaubliche Affäre zum Vorschein. Es ist die Chronik einer zumindest fahrlässigen Aktion an der Spitze des Südtiroler Sanitätsbetriebes. Einer Operation, die Hunderte von Ärzten, Pflegern und Krankenhausangestellten, Apothekern oder Mitarbeitern in Altersheimen in Gefahr bringen könnte.
 

Die Erfolgsgeschichte

 
Der ungezügelte Wettlauf um Schutzmasken, Schutzkleidung und Atemschutzmasken, die vor allem in China hergestellt werden, ist so groß, dass viele Staaten, Länder und Institutionen sich schwer tun, rechtzeitig an das benötigte Material zu kommen. Überall kommt es zu gefährlichen Engpässen.
Südtirol kann dabei von Glück reden. Einer global-lokalen Public-Private-Partnership zwischen dem Land Südtirol und dem Sportartikelhersteller Oberalp Group ist es vor drei Wochen gelungen, 1,5 Millionen Schutzmasken und 450.000 Schutzanzüge zu bestellen
Weil es in Italien nicht gelungen ist, schnell eine Militärmaschine für den Transport aus China zu finden, ersuchte Landeshauptmann Arno Kompatscher den österreichischen Kanzler Sebastian Kurz um „Nachbarschaftshilfe“. Diese kam umgehend. Die Luftfracht wurden in einer AUA-Maschine vom Flughafen Xiamen in China zum Flughafen Schwechat in Wien und dann nach Bozen gebracht. Ein Teil der Schutzmasken und -kleidung wurde dafür dem Bundesland Tirol abgeben.
 
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Salewa-Manager Christoph Engl (bei der Übergabe der Masken aus China): Gesamtpaket um 10 Millionen Euro. (Foto Sabes)
 
Der Südtiroler Sanitätsbetrieb hat bei der Oberalp Group insgesamt eine Million chirurgische Masken, je 250.000 FFP2- und FFP3-Masken, 400.000 Schutzanzüge und 30.000 Schutzanzüge für den aseptischen Gebrauch eingekauft. Die Kosten für dieses Gesamtpaket plus Transportkosten: über 10 Millionen Euro.
Am 24. März treffen die Masken in Bozen ein. Wenig später beginnt man mit der Verteilung. Zuerst in den Sanitätsbetrieben, den Altersheimen und in den öffentlichen Gesundheitseinrichtungen.
 

Verborgene Wahrheit

 
In den Südtiroler Krankenhäusern sind aber vor allem die FFP2- und FFP3-Atemschutzmasken gefragt. Klassifiziert sind diese angekauften Masken aus China, auf deren Verpackung ausschließlich chinesische Schriftzeichen aufscheinen, nach dem amerikanischen Standard als „KN95“. Die WHO stuft die Wirkung dieser Masken zwischen dem FFP2- und FFP3-Standard ein.
Diese Masken sollen Ärzte, Krankenschwester und Pfleger bei der Arbeit mit Coronakranken vor direkter Infizierung schützen. So wurden in den vergangenen zehn Tagen Zehntausende dieser FFP-Masken südtirolweit verteilt.
Was die Träger und Trägerinnen dieser Schutzausrüstung aber bisher nicht wissen: Ein Großteil der Masken erfüllt kaum den Zweck, für den sie erworben wurden. Der Grund sind nachhaltige Konstruktionsfehler, die gleich in zwei Expertengutachten analysiert werden.
 

„Ohne Prüfung“

 
Die gekauften Schutzbehelfe weisen nur eine chinesische Zertifizierung auf. In der EU müssen sie deshalb vor Gebrauch zugelassen werden. Bei dieser Zulassung wird nicht nur geprüft, ob sie den Normen entsprechen, sondern es werden auch Material- und Gebrauchstests durchgeführt. Weil die Ladung in Wien ankommt und Österreich ebenfalls mehrere Millionen dieser Masken ankauft, übernimmt Wien diese Zertifizierung auch für Südtirol.
Man beauftragt die „DEKRA Testing and Certification GmbH“ aus Essen. Es handelt sich um die größte und bekannteste bundesdeutsche Prüfanstalt. Der „Prüfbericht No. 3416906.10QT PSA“ am 27. März 2020 analysiert sowohl die chirurgischen Masken als auch die KN95-Masken aus dem Südtiroler Paket. Die Testergebnisse sind für beide Produkte völlig abnormal.
 
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Dekra-Sitz in Stuttgart: Gutachten ohne verwertbare Ergebnisse.
 
Im Bereich der Wange waren deutliche Lücken zu erkennen“, schreiben die Gutachter zu den KN95-Atemschutzmasken. Die DEKRA macht alle vorgesehenen Tests zur Materialdurchlässigkeit, zur Durchlässigkeit des Filtermediums oder zum Atemwiderstand. Doch Ergebnisse gibt es kaum. „Auf Grund der Auffälligkeiten eingeschränkte Prüfung / ohne Prüfung“, heißt es in fast allen Zahlen- und Testreihen.
Im Klartext: Die Lücken an den Wangen sind so groß, dass keine verwertbaren Messungen gemacht werden konnten.
Das Gutachten endet nach 12 Seiten dann auch völlig unüblich ohne Zusammenfassung, Bewertung oder Empfehlung.
 

Bombe aus Wien

 
Gleichzeitig werden aus dem Südtiroler Paket am Flughafen Schwechat aber auch 50 KN95-Masken entnommen und ins Amt für Rüstung und Wehrtechnik gebracht. Die Labors und Werkstätten in Wien Simmering sind das offizielle Forschungs- und Testinstitut des österreichischen Verteidigungsministeriums und des österreichischen Bundesheeres.
Überprüfung der Prüfmuster der bereits nach Südtirol gelieferten 500.000 Stk KN95 -Masken aus China“, lautet der offizielle Auftrag. Im Gutachten wird dann festgehalten, dass 5 Masken je Set in einer durchsichtigen Kunststofffolie verpackt sind. Dabei wird festgestellt, dass die Masken zum Teil unterschiedliche Größen aufweisen. „Dies hatte zur Folge, dass bei 39 Masken beim Anlegen ein Dichtsitz im Bereich des Kinns und der Wangen nicht möglich war“, heißt es im Gutachten.
Ebenso konstatieren die Gutachter, dass bei einer Maske beim Anlegen die Kopfbänderung und bei einer weiteren Maske beim Anlegen der Maskenstoff im Bereich des Kinns rissen. Die Gutacher sprechen von einem „mechanischem Versagen“.


Alles andere als FIT

 
Der wichtigste Faktor bei einer Atemschutzmaske ist der sogenannte „Overall Fit Faktor“, allgemein mit Fit-Faktor angegeben. Dieser Wert beschreibt die mit dem Prüfgerät an einem Probanden ermittelte, nach innen gerichtete Leckage, aus der sich die Schutzleistung der Maske ableiten lässt.
 
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Amt für Rüstung und Wehrtechnik in Wien Simmering: „Dichtsitz im Bereich des Kinns und der Wangen nicht möglich.“
 
Ein Fit-Faktor von 20, den eine FFP3-Maske erfüllen muss, entspricht einer nach innen gerichteten Leckage von 5 Prozent. Das heißt: von 100 Partikeln in der Einatemluft werden 95 Partikel von der Maske zurückgehalten. Eine FFP2-Maske muss den Fit-Faktor von 9 bzw. einer nach innen gerichteten Leckage von 11% erfüllen, eine FFP1-Maske – es handelt sich hier um den normalen chirurgischen Mundschutz – muss lediglich einen Fit-Faktor von 4 und somit eine nach innen gerichteten Leckage von 25% erfüllen.
Von den 48 im Amt für Rüstung und Wehrtechnik getesteten Masken ereichten nur 4 Masken den Fit-Faktor von 20 und erfüllen somit den FFP3-Status. 5 Masken kamen auf den Fit-Faktor 4 und erfüllen somit den FFP1-Status.
39 Masken erreichten aber nur den Fit Faktor von durchschnittlich 2,5 und erfüllen somit nicht einmal den FFP1-Status“, schreibt der Gutachter.
Im Klartext: Sie sind bessere Schlauchtücher.
 

Empfehlung: Nicht verwenden


Am Ende des Gutachtens fasst Oberstleutnant Diplom-Ingenieur Klemens Groh die Prüf- und Messergebnisse zusammen.
Es ist ein vernichtendes Resümee:
 
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Damit wird deutlich, dass der Großteil der angeblichen 250.000 FFP-3- und die 250.000 FFP2-Masken, die der Sanitätsbetrieb um 665.000 Euro angekauft hat, wohl kaum das Geld wert ist, das man gezahlt hat.
 

Fragliches Krisenmanagement

 
Beide Gutachten wurden Ende vorvergangener und Anfang vergangener Woche aus Wien nach Südtirol übermittelt. Den Südtiroler Vermittlern für den Ankauf und noch mehr der Spitze des Sanitätsbetriebes lassen sie das Blut in den Adern gefrieren.
An der Spitze des Südtiroler Sanitätsbetriebes kommt es zu mehreren Krisensitzungen. Die Vorgabe ist dabei von Anfang an klar: Das Wiener Gutachten darf auf keinen Fall nach Außen dringen. Das ist das oberste Gebot.
Deshalb hält man die Informationen ganz bewusst im kleinen Kreis. Ob Landesrat Thomas Widmann eingeweiht wird, ist nicht ganz klar.
 
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Generaldirektor Florian Zerzer: „Die Gutachten mit Fachleuten ausführlich analysiert“.
 
Tatsache ist, dass man einen Ausweg aus dem Schamassel sucht, ohne die Belegschaft oder gar die Öffentlichkeit über das vernichtende Wiener Prüfergebnis informieren zu müssen.
Wir haben die Gutachten und die Lage mit unseren Fachleuten und klinischen Hygienikern ausführlich analysiert“, stellt Generaldirektor Florian Zerzer die Vorgänge völlig anders dar. Dabei habe man sich auch mit den Fachleuten der Uniklinik Innsbruck verständigt. Auch dort werden Masken aus derselben China-Lieferung verwendet. Man sei gemeinsam zur Ansicht gekommen, dass die Masken eingesetzt werden können. Das Problem sei ausschließlich die Art der Verwendung.
Wichtig ist, dass die Mitarbeiter die Masken richtig anziehen“, fasst Zerzer gegenüber Salto.bz das Ergebnis der Beratungen zusammen. Zudem hätte man entschieden, diese Masken nicht im Intensivbereich zu benutzen.
 
 

Das Rundschreiben

 
Am vergangenen Dienstagmorgen verschickt der Sanitätsdirektor des Gesundheitsbezirkes Bozen Roland Döcker dann ein Rundschreiben an alle Mitarbeiter. Dort heißt es:
 
Bezüglich der KN95 Masken, einer Produktlinie, die sich zwischen der uns bekannten FFP2- und FFP3-Masken einordnet ersuchen wir Sie darum sicherzustellen, dass diese Masken in den Covid-19 Bereichen mit mittlerem Risiko, sprich in den Covid-19 Normalstationen bzw. Verdachtsbereichen in der direkten Patientenversorgung oder bei der Durchführung der Covid-19-Abstriche zum Einsatz kommen. In den Hochrisikobereichen, wie auf den Covid-19 Intensivstationen, in der Infektionsabteilung und überall dort, wo mit Aerosolbildung infolge von nicht invasiver Beatmung, In- oder Extubation, endotrachealem Absaugen oder Bronchoskopien zu rechnen ist, ersuchen wir Sie weiterhin die FFP3-Masken zu nutzen.
 
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Bozner Sanitätsdirektor Roland Döcker: „gebenenfalls sollen auch mehrere Masken anprobiert werden, um die richtige Größe zu finden.“
 
Bei den KN95-FFP2- und FFP3-Masken ist großes Augenmerk auf das korrekte Tragen der Masken zu lenken. Zu große oder zu kleine Masken, bei der Bewegung verrutschende Masken oder freie Öffnungen zwischen Nase, Wangen oder Kinn sind zu vermeiden. Es gilt die MitarbeiterInnen darin zu sensibilisieren, dass die Maske den Bereich Mund und Nase gut abdecken und verschließen muss und ggfs. auch mehrere Masken anprobiert werden sollen, um die richtige Größe zu finden.
Falls erforderlich ersuchen wir Sie auch Nachschulungen hierzu in den multiprofessionellen Betreuungsteams in Ihren Gesundheitsbezirken zu aktivieren.“
 
Wenig später folgt ein ähnliches Rundschreiben für den gesamten Südtiroler Sanitätsbetrieb. Diesmal unterzeichnet von Generaldirektor Florian Zerzer, Sanitätsdirektor Paolo Bertoli, Pflegedirektorin Marianne Siller und Verwaltungsdirektor Enrico Wegher.
Auch dort wird darauf verweisen, dass man beim Anlegen der Maske besonders vorsichtig sein muss.
Vordergründig dient das Schreiben dem Schutz der Mitarbeiter.
Diese Dienstanweisung erfüllt aber auch noch einen anderen Zweck: Die Verantwortung liegt plötzlich bei jeder einzelnen Mitarbeiterin und bei jedem Mitarbeiter des Sanitätsbetriebes. Sie müssen Sorge tragen, dass sie die Masken richtig anziehen.
Diese Verwirrspiel geht aber nur auf, solange die Gutachten aus Wien in der Schublade versteckt werden.
Bisher ist das gelungen.

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Kommentare

Bild des Benutzers Renate Holzeisen
Renate Holzeisen 06.04.2020, 08:25

... ohne Worte! Wenn das stimmt, dann ...

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Peter Gasser 06.04.2020, 09:36

Auch bei der Genetik der Marmorierten Forelle gibt es eine in der Schublade verschlossene Studie der FEM von Jänner 2017, welche belegt, dass es in der Landesfischzucht/Gutsverwaltung Laimburg zu keiner Verschlechterung der Genetik der Marmorierten Forelle gekommen ist.
Die Studie bleibt unter Verschluss, weil sie die Ursache andernorts verortet.

Bild des Benutzers Michael Kerschbaumer
Michael Kerschbaumer 06.04.2020, 09:46

Ihre Forellen interessieren wirklich gar niemanden.

Bild des Benutzers Peter Gasser
Peter Gasser 06.04.2020, 09:50

... dessen bin ich mittlerweile auch überzeugt; es ging in meinem Beitrag aber nicht um die MF, sondern um eine verheimlichte Studie, mit klarem Bezug auf den gegenständlichen Artikel (was Sie nicht zu interessieren scheint; so ist es eben mit unpassenden Studien).

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Günther Alois Raffeiner 06.04.2020, 08:53

Mindestens einer (Herr Franceschini ,DANKE) deckt die Vertuschungen auf. Da sieht man mal wieder was da abläuft "hinter den Kulissen-entsetzlich"

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Heiner Ober 06.04.2020, 09:10

Ich würde die ganzen Masken der Oberalp zurückgeben und das Doppelte an Geld einfordern!

Netiquette §U1 - Concerning User Names

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gorgias 06.04.2020, 09:10

in einem betimmten Online-Medium wurde relativ viel und fast schon penetrant über diese Masken aus China berichtet, dabei konnte man auch Bilder mit dem SALEWA-Gebäude sehen

mal sehen wie das mit umgekehrten Vorzeichen aussehen wird.

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Andreas gugger 06.04.2020, 09:32

auf YouTube kann Widmann in der täglichen Wochenshow seine Kenntnisse über dieses Gutachten vorbringen.

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Bettina unterholzner 06.04.2020, 09:53

Hauptsache in den Lokalen Medien gut dastehen und als Samariter posieren... ich würde die Manager mit den gelieferten Masken im Krankenhaus zum Dienst einteilen, da dort viele Mitarbeiter fehlen...

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elisabeth garber 06.04.2020, 10:39

Ich denke, dass die 'Misere' mangelnder Qualität von Masken etc. nicht nur die Lieferung nach Südtirol betrifft.
Warum sollte China plötzlich für die ganze Welt qualitativ hochwertige Masken vorrätig haben? China first, America first, Germany first... und das könnte man endlos weiter spinnen.
Da werden künftig in Europa Wirtschaftszweige wieder- oder neubelebt werden müssen (Medikamente u. sanitäre Utensilien u.a.) sonst...bleibt es künftig bei China first u. America first- wenn ich nicht irre.

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Georg Lechner 06.04.2020, 20:36

Guter Kommentar!
Eine Anregung am Rande - vielleicht auch nützlich für die nächste Grippe-Epidemie: Bei Umluftsystemen (wie etwa Klimaanlagen) wäre zu überlegen, eine Desinfektionsstrecke einzubauen, etwa ein Rohr mit UV-Leuchtstoffröhren oder eine Gaswäsche (Durchleiten des Luftstroms durch konzentrierte Schwefelsäure und dann durch Wasser

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Klemens Riegler 06.04.2020, 11:01

Es ist weltweit seit Tagen bekannt, dass es Qualitätsprobleme mit Schutzausrüstung aus China gibt. Das war rückblickend auch zu erwarten. An jenem Zeitpunkt als Oberalp bestellt hat, war es noch kein großes Thema. Wir waren und sind (ich hasse diesen Begriff) im Krieg. ... mehr um Material, als um sonst was. Und sonst bitte einfach Millionen von Masken mit CE-Pickerle suchen. Die gibt es derzeit nicht !
Was ich eigentlich sagen wollte; FFP2/3 Masken sind auch wenn sie „perfekt sitzen“ nicht sicher, weil es Menschen sind die sie tragen. Das perfekte Aufziehen von solchen Masken ist Präzisionsarbeit und erfordert Erfahrung. Männern mit Bart oder auch nur Stoppeln hilft eine FFP2/KN95 Maske also auch nur zu X Prozent. Besser als eine reine Schutzmaske ist sie wohl trotzdem.
Warum machen militärische Spezialeinheiten, Infektionsfachleute oder Epidemiologen in Krisenregionen wohl tagelang Kurse und Übungen? 100%-Schutz ist also sehr schwierig.
Es ist natürlich richtig wenn Herr Franceschini oder auch andere Medien auf Versäumnisse, Fehler, falsche Entscheidungen usw. hinweisen. Polemik sollte aber nach hinten rücken, solange niemand bessere Ideen hat ... z.b. auch wo man derzeit besser sitzende FFP2 oder 3 mit CE Kennzeichnung herkriegt.
Will sagen: China hat uns schon wieder in der Hand, aber Schuld daran sind bekanntlich wir selbst, die wir alles nach China ausgelagert hatten.

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Demichiel Daniel 06.04.2020, 11:17

Das Verbrauchrrschutzgesetz sagt was anderes! Sollte es zu einer Anzeige kommen, dann darf sich der Importeur vor Gericht rechtfertigen. Krieg hin oder her...

Theoretisch könnte jeder solche Schutzausrüstung produzieren der das Material und Ausrüstung hat. Die europäischen Normungsinstute haben die spezifischen Normen kostenlos zur Verfügung gestellt. Keine Ahnung ob es so ein Vorgehen schon mal gab.

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Sepp Bacher 06.04.2020, 11:38

Bezüglich der richtig aufgezogenen Masken: Jede Person hat ein anderes Gesicht, Größe, Ausformung; wie kann da eine Standardmaske bei allem passen?
Bezüglich der Geheimnistuerei der Verantwortlichen: haben sie ein schlechtes Gewissen, die Ahnung, etwas falsch gemacht zu haben? Und wenn? Warum kann man einen Fehler nicht auch zugeben. Ansonsten, alle Entscheidungen sind ein Risiko - zumal in diesen Zeiten! Und man muss sich nicht als unfehlbar darstellen wollen! Aber das ist bei Südtirols Oberen so Usus, speziell bei Kompatscher, der keine Schwächen haben darf bzw. nie zugeben würde!

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Gregor Marini 06.04.2020, 11:04

Wer der Regierung eines totalitären Staates, welcher Menschen umbringen läßt, einsperrt und foltert, nur weil sie für die Wahrheit einstehen oder sich kritisch äußern - eine Regierung, die Zahlen fälscht und Wissenschaftler mundtot macht, vertraut, ist wahrlich mehr als naiv und handelt in diesem Falle sogar fahrlässig! Quod erat demonstrandum.

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Johann Georg Bernhart 06.04.2020, 11:52

Herr Franceschini, Kompliment, sie trauen sich was. Wurden die Masken ohne vorherige Kontrolle angekauft?? Haben sich die Einkäufer so täuschen lassen ?
Wer kommt für den Schaden auf?
Wie geht es weiter?
Alles Fragen die gestellt werden dürfen und sollen.

Bild des Benutzers Klemens Riegler
Klemens Riegler 06.04.2020, 13:20

Wenn wir uns in anderen Ländern, Bundesländern oder Regionen umsehen haben wir noch Glück gehabt, dass überhaupt irgend etwas "angekommen" ist. Für Schutzausrüstung ist Vorkasse angesagt... meistens Millionen Dollar. Teils ist diese Ware nicht angekommen, auf dem Weg verloren gegangen, gestohlen worden oder noch "unterwegs". ... Natürlich wurden die "ohne Kontrollen" angekauft! wie auch? Wir reden hier vom Handel mit CHINA! siehe Kommentar von Gregor Marini. Aber was sind die Alternativen? Ganz einfach: so schnell wie möglich die Produktion in Europa hochfahren (was ja versucht wird).
Wobei auch wir in Sachen Betrug nicht heilig sind. Es dürfte nur 2 Wochen dauern, dann sind China-Masken mit aufgenähten CE-Pickerlen (made in EU, Italy, Polen oder was auch immer) im Umlauf.

Bild des Benutzers Florian Hitthaler
Florian Hitthaler 06.04.2020, 12:06

Sehr geehrter Herr Kompatscher,
ich möchte mich hiermit für die freigewordene Stelle bei der Sanitätseinheit bewerben. Meine Qualifikationen sind folgende: Meine Schwester ist Brillenträgerin und klagt beim Tragen der Schlauchtücher über beschlagene Gläser. Ich habe ihr empfohlen, den Übergang zwischen Schlauchtuch, Nasenflügel und Jochbein kurzzeitig beim Einkauf mit Malerklebeband zu isolieren. Das Ergebnis war eine 70%ige Steigerung des Sichtfeldes. Zur Dichtigkeit des Schlauchtuchgewebes und generell allem anderen kann ich aufgrund der vorhandenen Datenlage leider keine weiteren und definitiven Aussagen treffen. Wie Sie sehen bringe ich sowohl die fachlichen als auch die menschlichen Qualifikationen mit, um diesen Job zu ihrer vollständigen Zufriedenheit ausüben zu können.
Herzlichst

Bild des Benutzers Alfons Haller
Alfons Haller 06.04.2020, 16:06

Hinterher zu schimpfen ist immer leicht und hinterher ist man immer schlauer. Kritisieren ist auch immer leichter, als es selbst besser zu machen. Ich finde trotz der ganzen Kritik müsste einfach betont werden, dass keine Alternative da war. Keine Schutzkleidung zu haben, war einfach keine Alternative! Ich bin froh, dass ich Schutzanzüge und Masken habe, wenn auch wie im Gutachten beschreiben in "schlechter Qualität" aber besser ein Schutzanzug, als gar nichts! Ohne Schutz würden ich und viele andere keine Patienten untersuchen, das wäre sicher noch viel schlimmer, für die Patienten zumindest. Ich bin der Meinung, man muss hier den Ball etwas flacher halten und allen danken, welche in vorderster Front stehen. Ohne jeglichem Schutz würde das niemand tun und es wäre insgesamt eine Katastrophe. Hätten wir diese Ware nicht bekommen, hätte wir nichts! Besser zusammenzuhalten, Lösungen suchen, Alternativen anbieten und finden hilft uns allen mehr, als Schlagzeilen zu suchen.

Bild des Benutzers Klaus Griesser
Klaus Griesser 06.04.2020, 17:06

Ganz Ihrer Meinung, Herr Haller! Ein Schlaglicht auf das herrschende Chaos am Weltmarkt:
Russian ventilators sent to US made by firm under US sanctions
Ventilators delivered by Russia to the United States for coronavirus patients were manufactured by a Russian company that is under US sanctions, Russia’s RBC business daily reported on Friday.
A Russian military plane carrying the ventilators along with other medical supplies including personal protective equipment landed in New York on Wednesday after US President Donald Trump and Russian President Vladimir Putin spoke by phone.
Russian state television footage of the plane’s unloading showed boxes of “Aventa-M” ventilators, which are produced by the Ural Instrument Engineering Plant (UPZ) in the city of Chelyabinsk, 1,500 km (930 miles) east of Moscow, RBC reported.
Quelle Jerusalem Post: https://www.jpost.com/International/Russian-ventilators-sent-to-US-made-...

Die Trumps pfeifen im Moment auf den Hersteller, kaufen beim von ihnen sanktionierten Erzfeind ein!

Bild des Benutzers Alfons Haller
Alfons Haller 06.04.2020, 17:20

Was ich noch ergänzen möchte: meine Masken und Schutzanzüge weisen keine Defekte auf, die Masken sitzen gut. Man findet laut Bericht Defekte, wenn man gut sucht wahrscheinlich. Ich habe extra alle probiert und darauf geachtet: meine Masken sind dicht, sollte ich eine finden, werfe ich sie weg und bin froh, dass ich noch andere habe. Ich werde das Material weiter benutzen und bin überzeugt, dass es mir einen Schutz bietet. Die größere Herausforderung ist das Ausziehen, hier kann man sehr schnell Fehler machen, da hilft dann der beste Anzug nicht.

Bild des Benutzers m n
m n 06.04.2020, 18:23

Masken die ihre Funktion großteils nicht erfüllen, sind gefährlich. Sie täuschen eine falsche Sicherheit vor. Viele Möchtegern-Lieferanten nutzen wohl die Situation aus bzw. verfügen nicht über das notwendige Knowhow bzw. verfügen nicht über die Gerätschaften diese herzustellen. Eines der Probleme war, dass man anfangs die Situation unterschätzt und (wie fast überall) total verschlafen hat. Entgegen den anfänglichen Beteuerungen war man eben in keinster Weise auf die Situation vorbereitet und hat nicht rechtzeitig vorgesorgt. Das lässt erahnen wie die Politik auf die wahre große Herausforderung, nämlich den Klimawandel, (nicht) reagiert. Tut mir leid, aber unsere Eliten versag(t)en komplett und ich hoffe, dass langsam wenigstens die Gesellschaft die Gefahren rechtzeitig erkennt und die Politik zu den notwendigen Schritten bezüglich CO2-Vermeidung und dgl. drängt. Wie die Coronakrise klar und deutlich zeigt reagiert Politik nur, ist aber nicht im Stande selber rechtzeitig die richtigen Schritte zu setzen. Unsere Art des Wirschaftens muss sich jedenfalls ändern! Die v.a. durch uns verursachte massive Umweltzerstörung, in zumeist anderen Weltgegenden, muss enden! Im Übrigen soll das zunehmende Vordringen in Urwälder, die abnehmende Artenvielfalt und Biodiversität, die Verbreitung von Viren fördern. Corona, HIV, Ebola u.a. stehen alle damit in Verbindung.

https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/coronavirus-zoonose-artenschutz-...

Bild des Benutzers Petra Ladinser
Petra Ladinser 06.04.2020, 20:19

Wie kann das sein!!!!
In dieser Situation, wo uns die Pandemie fest im Griff hat, wo es Familien gibt, die mit Verlusten fertig werden müssen, wo wir eigentlich alle nicht wissen, wie es weitergehen wird, dass es da noch Leute gibt, die gehässig mit dem Finger auf jene zeigen, die versuchen der Allgemeinheit zu helfen.
Hasskommentare helfen uns nicht weiter, aber vielleicht Masken, die von der Firma Oberalp organisiert wurden.
Ein herzliches Dankeschön an alle, die sich für unsere Gesundheit einsetzen.

Bild des Benutzers Sepp Bacher
Sepp Bacher 06.04.2020, 22:27

Wie kommen Sie auf Hasskommentare?

Bild des Benutzers simioni ivano
simioni ivano 06.04.2020, 21:18

Die Masken waren zu jenem Zeitpunkt heiß ersehnt. Die Vorräte an Schutzkleidung und Masken gingen grad zur Neige und als die Lieferung endlich ankam waren alle erleichtert. Die Gefahr ohne dazustehen war gebannt.
Schade, dass die Intransparenz nun zur Polemik führt.

Bild des Benutzers Andreas gugger
Andreas gugger 06.04.2020, 21:21

Ärtzegewerkschaft? Ärzte? Staatsanwälte? Denunzianten?

Bild des Benutzers Rudolf Gruber
Rudolf Gruber 06.04.2020, 21:55

Ich befürchte, man hat nur allzu gute Gründe, uns auch noch viele weitere Dinge vorzuenthalten.
Das ist sehr schade, haben doch im ersten Schreck alle gelobt, alles zu tun, damit es nur ja alles schnell besser werden möge.
Menschliche Vorsätze haben eine extrem kurze Halbwertszeit.

Bild des Benutzers Rufer Peter (gesperrt)
Rufer Peter (gesperrt) 06.04.2020, 22:15

Vielleicht sollte man jetzt ganz schnell nach Singapur schauen. Die kämpfen gerade mit der 2. Welle.

Bild des Benutzers Ein Südtiroler
Ein Südtiroler 09.04.2020, 00:50

Wurde eigentlich bei der Bestellung Acht darauf gelegt, dass wir Südtiroler spitzere und schmälere Gesichter als Chinesen haben und deshalb andere Masken als sie brauchen?

Bild des Benutzers Hildegard C.
Hildegard C. 11.04.2020, 20:15

Herr Haller, das sehe ich entschieden anders...es geht ganz und gar nicht darum, froh zu sein, dass wir überhaupt Schutzbekleidung erhalten!
Es geht ganz konkret darum: hätten mutige Journalisten den Skandal um die Masken NICHT auffliegen lassen, dann hätten Zerzer u. Co. (man stelle sich die Dreistigkeit vor!) uns Ärzte glatt in dem FALSCHEN Glauben gelassen, hochqualitatives Schutzmaterial zu erhalten - das würde für einige meiner Patienten, welche ich aufgrund chronischer Erkrankungen zuhause betreue, u.U. den sicheren Tod bedeuten. DAS IST ein Skandal!!

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