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Referendum
Im Trentino hat das Nein gewonnen. Landeshauptmann Ugo Rossi ist besorgt: “Die Autonomie ist keine rein ethnische oder sprachliche Angelegenheit.”
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Ugo Rossi spricht von einer “verlorenen Chance für unsere Autonomie”. Der Trentiner Landeshauptmann ist am Tag nach dem Verfassungsreferendum nachdenklich gestimmt. “Seine” Provinz hat Nein gesagt – Nein zu einem Vorhaben, das auch für Ugo Rossi Anlass geboten hätte, mit Ja zu stimmen. Ebenso wie sein Amtskollege Arno Kompatscher war auch Rossi überzeugt gewesen, dass die Schutzklausel, die in der Reform für die Provinzen Bozen und Trient vorgesehen war, die Sonderautonomie abgesichert hätte.

Chi lavora ogni giorno per difendere la nostra autonomia ha le idee chiare! Al referendum vota SI.” Mit diesem Slogan hatte Rossi für ein Ja geworben. Umso herber dann die Enttäuschung als feststand, dass 54,30 Prozent der Trentiner am 4. Dezember mit Nein gestimmt haben. “Die Mehrheit der Trentiner hat es vorgezogen, mit dem nationalen Trend gegen Renzi zu stimmen”, stellt Rossi fest. Dass das Ergebnis im Trentino so unterschiedlich zu jenem in Südtirol ist, wo nur etwas mehr als 36 Prozent der Abstimmenden Nein gesagt haben, gibt dem Trentiner Landeshauptmann zu denken. Er spricht von einer “beunruhigenden Kluft” und erklärt: “Es ist jetzt wichtig, Einigkeit zu zeigen, damit nicht der Eindruck entsteht, dass die Autonomie eine rein ethnische oder sprachliche Angelegenheit ist.”

Trentino-Alto Adige

Das Ergebnis im Trentino (links) und jenes in Südtirol (rechts). Quelle: Ministro degli Interni

Während sich hierzulande Landeshauptmann und SVP als Sieger sehen und gestärkt aus dem Referendum hervorgehen, sind im Trentino bereits Forderungen nach Rossis Rücktritt laut geworden. Doch der will davon nichts wissen: “Das Ergebnis des Referendums hängt nicht mit dem politischen Mandat der Landesregierung zusammen, das sind zwei getrennte Sachen.” Nichtsdestotrotz sieht Rossi jetzt Handlungsbedarf. Schließlich sind die Wähler der Linie der Trentiner Regierungsparteien PATT, PD und UPT, die sich allesamt für ein Ja ausgesprochen hatten, nicht gefolgt. Rossi sieht das Bündnis in Frage gestellt. “Wir müssen uns jetzt über den Zusammenhalt innerhalb der Koalition Gedanken machen. Keine der Parteien kann sich dieser Reflexion entziehen”, mahnt Rossi an.

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