Eugen Runggaldier
Salto.bz
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Interview

“Schützen sind auch ohne Waffe Schützen”

Der Generalvikar der Diözese, Eugen Runggaldier, äußert sich zum Gewehr- und Salvenverbot für die Schützen.
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Schützen
Othmar Seehauser

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Kommentare

Bild des Benutzers kurt duschek
kurt duschek 09.07.2019, 10:43

....wer eine Waffe in die Hand nimmt, ist und muß auch bereit sein, diese zu verwenden. Die Schützen wollen natürlich "nur", symbolisch betrachtet, die Heimat verteidigen. In der Kirche braucht es m.A. n. keine Waffen und außerhalb der Kirche sollte die Knallerei sich auf nicht kirchliche Anlässe beschränken. Waffen segnen und / oder tolerieren ist sicher kein Zeichen des Friedens.

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Hartmuth Staffler 09.07.2019, 14:50

Die Waffen der Schützen sind ungefährlich, aber man will sie nicht. Die Waffen der Carabinieri (Säbel, Maschinenpistolen) sind gefährliche Kriegsgeräte, aber man duldet sie in der Kirche, ja man gedenkt sogar der verbrecherischen Aktionen der Carabinieri in Abessinien. Die Scheinheiligkeit gewisser Pfarrgemeinderäte ist nicht zu überbieten.

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Manfred Gasser 09.07.2019, 15:20

Keine Waffe ist ungefährlich, Herr Staffler.
Und die gefährlichste aller Waffen ist der Mensch selbst.

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Manfred Klotz 09.07.2019, 15:29

Herr Staffler, erstens geht es um die Symbolik, nicht um deren Gefährlichkeit, zweitens kreuzen die Carabinieri nicht mit Maschinenpistolen in der Kirche auf, außer es ist ein hochrangiger Behördenvertreter anwesend, dann tun sie das, weil es das Sicherheitsprotokoll verlangt.
Das ganze hat mit Abessinien nichts zu tun. Sie versuchen sich andauernd im Brunnenvergiften.
Wenn die Schützen nicht mehr in die Kirche gehen wollen, weil sie ihre Karabiner nicht mehr schultern dürfen, wird es die übrige Kirchengemeinde aushalten. Ihr Image als gläubige Christen, die vorgeben die abendländische Tradition zu verteidigen, büßen die Schützen damit ein.
Eine Frage an Sie als historisch Beschlagenen hätte ich: Weshalb tragen die Schützen einen Mauser Karabiner, der erst ab 1898 hergestellt wurde, wenn sie sich doch an Andreas Hofer und den Tiroler Landsturm orientieren und inspirieren? Ist doch ein Stilbruch, oder übersehe ich da etwas?

Bild des Benutzers Hartmuth Staffler
Hartmuth Staffler 09.07.2019, 16:48

Die Carabinieri kreuzen sehr wohl mit Kriegswaffen in der Kirche auf. Und mit Abessinien hat das sehr viel zu tun, weil der Bischof keine Hemmungen hat, jedes Jahr mit den Carabinieri den Jahrtag der Schlacht von Qulqualber in Abessinien mit einer Messe zu feiern und der Carabinieri und faschistischen Schwarzhemdenmilizen zu gedenken, die dort ums Leben gekommen sind. An die mit Giftgas umgebrachten Abessinier denkt dabei niemand.
Dass die Schützen - wie übrigens auch die Paradeformation der israelischen Armee - den Mauser-Karabiner tragen, hat vor allem praktische Gründe. Vorderlader aus der Zeit von Andreas Hofer sind in der erforderlichen Stückzahl nicht vorhanden, außerdem wäre es nicht möglich, sie auf genormte Art unbrauchbar zu machen. Der Mauser K 98, das bis heute am häufigsten produzierte Gewehr der Welt, ist in ausreichender Stückzahl vorhanden, da es in Lizenz weltweit produziert wurde. Außerdem konnte mit dem italienischen Innenministerium vereinbart werden, wie dieses Gewehr dauerhaft unbrauchbar gemacht wird, weshalb die Genehmigung dafür erteilt wurde. Im Aussehen unterscheidet es sich aber kaum von früheren Gewehren. Es eignet sich daher, um symbolhaft die Wehrfähigkeit der Tiroler darzustellen, die nie jemanden angegriffen, sondern sich immer nur verteidigt haben. Die Salve ist nicht nur eine Ehrenbezeugung, sondern auch ein Friedensbeweis. In Zeiten, da Gewehre nur einschüssig waren, hat man beim Empfang eines Gastes in die Luft geschossen, um ihm damit zu zeigen, dass jetzt das Gewehr entleert sei und keine Gefahr mehr darstelle. Daher auch der Begriff Generaldecharge (Generalentleerung).

Bild des Benutzers Ralph Kunze
Ralph Kunze 09.07.2019, 20:12

Lassen sie sich nicht provoziern von Monne.
Er ist nunmal frustriert

Netiquette §V1 - Add Value

Bild des Benutzers Manfred Klotz
Manfred Klotz 10.07.2019, 07:19

Herr Staffler, danke für die Erklärung. Das erhärtet die These, dass die Schützen bei den Traditionen flexibel sind, wo es ihnen in den Kram passt.
Dann können sie auch flexibel sein und die Gewehre vor der Kirche stehen lassen. Abgesehen davon - so stand es in der Presse - sei die Schützenkompanie bezüglich dieser Regelung mit dem Pfarrgemeinderat einig gewesen.

Der Hinweis auf die Messe für die Carabinieri ist natürlich wieder vollkommen deplatziert. Es geht dabei um die Schutzpatronin der Einheit. Die Feierlichkeiten wurden vom Papst nur zusammengelegt. Abgesehen davon, dass die Schlacht von Culqualber zwischen italienischen und britischen Einheiten geführt wurde und die italienischen Verbände vollkommen aufgerieben wurden. Gefeiert werden also nicht Verbrechen Italiens gegen Abessinier. Also müsste dies ihr Italo-Bashing eigentlich unterstützen. Abgesehen davon sollte Ihnen der Unterschied Säbel - Gewehr schon bekannt sein.

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Der Guny 09.07.2019, 23:32

Man könnte die Elite der Südtiroler Schützen als Freiwillige in Krisengebiete der Welt schicken. Dort könnten Sie zum tragen der Waffen auch ihre Schießfähigkeit zeigen. Auch ihre Lederhosen könnten Sie dabei tragen um eindrucksvoll zu zeigen wie Ihnen der Arsch und die Knie schlottern.

Bild des Benutzers Manfred Klotz
Manfred Klotz 10.07.2019, 16:59

@Kunze - Sechs Leser haben sich an der Diskussion beteiligt, vier sind der gleichen Meinung, nur einer nicht. Ihr Einwurf ist unbrauchbar, wie auch das SCM festgestellt hat.
Und da soll ich frustriert sein? Es ist eher eine Bestätigung.

Bild des Benutzers albert willeit
albert willeit 10.07.2019, 17:03

Danke Herr Runggaldier für die klare Botschaft! Es wäre schön, wenn die Schützen-Hardliner diese zur Kenntnis nehmen und respektieren würden. Das würde viel unnötigen Streit in den Pfarrgemeinschaften verhindern.

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